Geberit mit leichtem organischen Wachstum

Christian Buhl
Geberit-CEO Christian Buhl. (Foto: Geberit)

Geberit-CEO Christian Buhl. (Foto: Geberit)

Jona – Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat im ersten Quartal 2015 den Umsatz organisch gegenüber der starken Vorjahresperiode gesteigert. Geprägt wird das erste Quartal allerdings von der erstmals für zwei Monate konsolidierten Sanitec. Die Übernahme führt zu negativen Einmaleffekten und verwässert wie erwartet die bisher stets hohen Margen von Geberit. Der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr hat sich gegenüber Mitte März nicht gross verändert. Geberit bleibt vorsichtig.

Geberit hat im ersten Quartal durch die Integration von Sanitec wie erwartet eine Margenverwässerung erlitten. Diese belief sich auf Stufe EBITDA auf 390 Basispunkte, dürfte aber künftig noch zunehmen. «Wir haben die Verwässerung etwa in dieser Grössenordnung erwartet», sagte CEO Christian Buhl anlässlich einer Telefonkonferenz zu den Erstquartalszahlen. «In den kommenden Quartalen dürfte die Verwässerung aber eher noch höher ausfallen, da Sanitec im ersten Quartal erst zwei Monate konsolidiert war.»

Sanitec hat im ersten Quartal rund 124 Mio CHF oder gut 22% zum Geberit-Umsatz beigetragen. Dabei gingen die Sanitec-Verkäufe für sich allein gesehen in Lokalwährungen um 2,5% zurück. Geberit wies ein organisches Wachstum in Lokalwährungen von 2% aus. Dieses sei vor dem Hintergrund von nach wie vor schwierigen Märkten in vielen Ländern Europas sowie im Vergleich mit einer sehr starken Vorjahresbasis zu sehen, teilte Geberit am Dienstag mit.

Starker Währungseinfluss auf Umsatz
Nebst dem Einfluss durch Sanitec hätten sich auch die Währungseinflüsse im Anschluss an die Aufhebung des Mindestkurses zum Euro durch die SNB ausgewirkt. Der negative Währungseffekt wurde auf 9,4% beziffert, was schliesslich das ausgewiesene absolute Umsatzwachstum von 14,9% auf 636,6 Mio CHF ergab. Weiter wies Geberit für das erste Quartal Einmaleffekte im Zusammenhang mit der Sanitec-Übernahme von knapp 11 Mio CHF auf operativer Gewinnebene aus sowie von gut 14 Mio CHF auf Reingewinn-Ebene. Transaktionskosten dürften im laufenden Jahr keine mehr anfallen, Finanzkosten hingegen noch in geringem Umfang im zweiten Quartal.

Der EBITDA reduzierte sich um 4,4% auf 174,1 Mio CHF und der EBIT um 7,0% auf 151,8 Mio. Zur Verbesserung der Vergleichbarkeit weist Geberit zusätzlich um die Effekte der Sanitec-Übernahme angepasste Werte aus. Der adjustierte EBITDA stieg demnach im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1,5% auf 184,9 Mio, wogegen die entsprechende Marge wie eingangs erwähnt um 3,9 Prozentpunkte auf 29,0% zurückging.

Tiefere Rohmaterialpreise
Positiv beeinflusst waren die operativen Margen durch leicht tiefere Rohmaterialpreise. Negativ wirkten sich die generell tieferen Margen des Sanitec-Geschäfts, negative Währungseffekte, höhere Personal- und Pensionskosten sowie der Währungsrabatt im Markt Schweiz aufgrund des starken Schweizer Frankens aus. Der ausgewiesene Reingewinn reduzierte sich um 15% auf 120,6 Mio CHF.

Ausblick bleibt vorsichtig
Zum Ausblick auf das Geschäftsjahr 2015 sagte Buhl, dass sich die Einschätzungen seit der Veröffentlichung der Ergebnisse für das Gesamtjahr 2014 im März wenig verändert hätten. Die Herausforderungen in der Bauindustrie blieben anspruchsvoll und die Entwicklung der einzelnen Märkte divergiere stark. Buhl zeigte sich hinsichtlich des wichtigsten Marktes Deutschland «weiter zuversichtlich für die fundamentalen Aussichten». Die Dynamik für Neubaubewilligungen in Deutschland sei indes rückläufig. Die Entwicklung in der Schweiz erwartet er «weiterhin auf einem guten Niveau, aber mit beschränktem Wachstumspotential».

Die Guidance für das Gesamtjahr, wonach das Erreichen der sehr guten Vorjahresresultate eine Herausforderung darstelle, bezieht sich laut Buhl auf das Ergebnis inklusive die Einflüsse von Sanitec.

An der Börse schlossen Geberit nach dem vor allem vom Umsatz her als Enttäuschung aufgenommenen Ergebnis 5,8% tiefer. (awp/mc/pg)

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