Givaudan 9 Mte: Umsatzwachstum leicht tiefer als erwartet

Gilles Andrier

Gilles Andrier, CEO Givaudan.

Vernier – Der weltgrösste Aromen- und Riechstoff-Hersteller Givaudan hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2013 mehr Umsatz erzielt. Der Konzern blieb aber leicht hinter den Markterwartungen zurück; im dritten Quartal hat das Unternehmen in Schweizer Franken gerechnet gar weniger umgesetzt. Dennoch bleib die Unternehmensleitung ihren gesetzten Zielen treu und bestätigt den langfristigen Ausblick.

Givaudan hat in den ersten neun Monaten einen Umsatzanstieg von 2,7% auf 3,32 Mrd CHF verzeichnet. In Lokalwährungen (LW) gerechnet wären die Verkäufe um 5,0% gestiegen. Die Erlöse im Bereich Riechstoffe nahmen um 3,0% auf 1,58 Mrd (+4,5% in LW), in der Division Aromen um 2,4% auf 1,74 Mrd CHF (+5,4% in LW) zu, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Prognosen der Analysten (AWP-Konsens) leicht verfehlt.

Im dritten Quartal verzeichnete das Unternehmen aber einen Umsatzrückgang – zumindest in Schweizer Franken: So erwirtschaftete Givaudan einen 1,1% tieferen Umsatz von 1,09 Mrd CHF. Auf vergleichbarer Basis ergab sich hingegen ein Plus von 3,7%. Die Division Riechstoffe wies ein Umsatzminus von 1,3% (LW +2,6%) aus und die Sparte Aromen einen 0,9% niedrigeren Umsatz (+4,8%).

Mediensprecher Peter Wullschleger begründet den ausgewiesenen Umsatzrückgang im dritten Quartal hauptsächlich mit Währungseffekten. So hätte sich in der Q3-Berichtsperiode der Dollar merklich abgeschwächt, und auch einige Währungen in den Schwellenländern seien unter Druck geraten, sagte er gegenüber AWP.

Die Geschäftsdynamik insgesamt sei weiterhin stark, schreibt die Gruppe in der Medienmitteilung. Givaudan verfüge über eine gut gefüllte Projektpipeline und anhaltend hohe Geschäftsabschlussraten. Das Volumenwachstum lag im dritten Quartal in allen Märkten denn auch auf dem Niveau des ersten Halbjahres. Vernachlässigbar sei im dritten Quartal dagegen wie bereits früher angekündigt der Effekt von Preiserhöhungen gewesen, so der Konzern.

Divisionen auf Wachstumskurs
In der Division Riechstoffe haben die Erlöse von Parfüms (Luxusparfümerie + Konsumgüter) auf vergleichbarer Basis um 5,5% und in Schweizer Franken um 3,7% auf 1,40 Mrd CHF zugenommen. Die Verkäufe im Bereich Luxusparfümerie stiegen um 2,7% auf vergleichbarer Basis «dank des Wachstums in den reifen Märkten und den Märkten der Schwellenländer», hiess es.

Das Konsumgütergeschäft wuchs um 6,2% auf vergleichbarer Basis. Der Umsatz von Riechstoff-Ingredienzen sank hingegen um 2,6%. Die erfreuliche Performance der Spezialitäten-Ingredienzen im dritten Quartal konnte den anhaltenden Preisdruck im Segment Standard-Ingredienzen nicht ausgleichen, so Givaudan.

Das Umsatzwachstum in der Division Aromen führt das Unternehmen auf Zuwächse in den Schwellenländern zurück, insbesondere den Märkten der Region Asien-Pazifik (+7% auf vergleichbarer Basis). Die Region EMEA (Europa, Afrika und Naher Osten) erreichte ein Verkaufsplus von 4,9% auf vergleichbarer Basis, was vor allem vom Wachstum in Russland und Afrika getragen wurde. Auch Länder wie Grossbritannien, Italien und Spanien trugen «in erheblichem Mass» zum Umsatzwachstum bei.

Lateinamerika verzeichnete einen Umsatzanstieg von 7,9% auf vergleichbarer Basis dank eines starken Wachstums in Argentinien, Brasilien und Mexiko. Neue Geschäftsabschlüsse unterstützten die Umsatzentwicklung ebenfalls.

Volumenentwicklung im Q4 wie im Q3 erwartet
Im laufenden vierten Quartal rechnet die Gesellschaft gemäss Wullschleger mit einer ähnlichen Entwicklung der Volumen wie im dritten Quartal.

Ferner bestätigte Givaudan die Fünfjahresziele. Demnach streben die Genfer jährlich ein organisches Wachstum von 4,5 bis 5,5% bei einem erwarteten Marktwachstum von 2 bis 3% sowie weitere Marktanteilsgewinne an. Die EBITDA-Marge soll dauerhaft auf einem «branchenführenden» Niveau liegen. Ausserdem soll der freie Cashflow bis 2015 auf 1416% des Umsatzes gesteigert werden.

Erneut bekräftigt die Gruppe die Absicht, mehr als 60% des freien Cashflows an die Aktionäre auszuschütten. Zudem hält das Management an einem mittelfristigen Verschuldungsgrad von unter 25% fest. (awp/mc/ps)

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