Goldbach Group: Weniger Umsatz und Gewinn in H1

Michi Frank
Michi Frank, CEO Goldbach Group. (Foto: Goldbach Group)

Michi Frank, CEO Goldbach Group. (Foto: Goldbach Group)

Küsnacht – Die Goldbach Group weist für das erste Semester insgesamt einen leicht tieferen Umsatz und deutlich gesunkene Gewinnzahlen aus. Weiterhin wenig Freude bereiten die Geschäfte in Osteuropa. Nach dem bereits angekündigten Rückzug aus Russland will sich die Gruppe nun auch aus Rumänien und zumindest teilweise aus Polen verabschieden. Der Ausblick für das bereinigte Jahresergebnis wird bestätigt.

Der Umsatz der Werbevermarkterin verminderte sich im ersten Semester 2014 um 1,6% auf 217 Mio CHF. Der EBIT nahm überproportional um 26% auf 9,7 Mio CHF ab. Die entsprechende Marge betrug daher noch 4,5% nach 5,9% im Vorjahr. Damit liege man im Rahmen der eigenen Erwartungen, schreibt Goldbach am Mittwoch in einer Mitteilung. Unter dem Strich verblieb ein Reingewinn von 1,1 Mio nach 2,6 Mio im Vorjahr.

Mit den ausgewiesenen Zahlen liegt Goldbach insbesondere auf den Gewinnebenen deutlich unter den Schätzungen der ZKB.

Unter den Regionen resultierte einzig in der für die Gruppe zentralen «DACH»-Region (Schweiz, Deutschland, Österreich) eine positive Umsatzentwicklung. Die Erlöse erhöhten sich hier um 0,9% auf 209,8 Mio zu. Der EBIT verringerte sich dagegen um 22% auf 14,5 Mio, die Marge nahm damit auf 6,7% nach 8,7% in der Vorjahresperiode ab. Negativ zu Buche schlugen hier insbesondere höhere Forschungskosten sowie eine leicht tiefere Marge bei den grossen TV-Kanälen.

Anspruchsvolles TV-Geschäft in der Schweiz
Als «anspruchsvoll» bezeichnet Goldbach das Schweizer TV-Geschäft in der Berichtsperiode. Hier wirkten sich die Olympischen Winterspiele sowie die Fussball-Weltmeisterschaft, welche traditionell in den Kanälen der SRG übertragen werden, negativ aus. Auch die im letzten Jahr erfolgte Anpassung der TV-Reichweitenmessung, welche bei den von Goldbach vermarkteten Sendern zu insgesamt tieferen Quoten führte, wirkt weiter nach. Insgesamt verzeichnete die Gruppe in einem leicht wachsenden Schweizer TV-Markt stabile Fernseherlöse.

Im Bereich Radio habe sich nach einem schwachen Start im ersten Quartal im zweiten Jahresviertel mit der Akquisition von Neukunden und unter neuer Führung eine deutliche Verbesserung abgezeichnet. Im Audience-Geschäft werde das Wachstum weiter von der Produktelinie Video getrieben, welche zweistellig zulege.

In Österreich erzielte Goldbach im ersten Halbjahr in allen Geschäftsfeldern ein Umsatzwachstum.

Rückzug aus Rumänien und teilweise aus Polen
Weiterhin mit Problemen kämpft die Gruppe in der Region Osteuropa. Hier reduzierte sich der Umsatz nach dem bereits erfolgten Rückzug aus Tschechien und Russland um 44% auf 5,3 Mio. Auf Stufe EBIT fiel erneut ein Verlust von 0,7 Mio CHF an (VJ -0,3 Mio), wobei der Rückzug aus Russland das Ergebnis einmalig belastet habe. Das Goldbach-Management reagiert auf die weiterhin unbefriedigende Situation und hat im Rahmen des aktuell laufenden Strategieprozesses den vollständigen Rückzug aus Rumänien sowie den Abschied vom Agentur-Geschäft in Polen beschlossen.

In der kleinsten Konzernregion, dem adriatischen Raum (Adriatic), ging der Umsatz im ersten Semester 2014 um 60% auf noch 2,3 Mio zurück. Als Gründe führt Goldbach vor allem Kundenverluste im Bereich Tourismus an. Der EBIT der Region Adriatic betrug noch 0,03 Mio CHF nach 0,5 Mio im Vorjahr. Im aktuellen Strategieprozess würden auch in der Region Adriatic bis Ende Jahr Massnahmen zur Stabilisierung evaluiert, so die Mitteilung weiter.

Ausblick bestätigt
Mit Blick nach vorne bestätigt das Goldbach-Management den bisherigen Ausblick auf das als Übergangsperiode betrachtete Gesamtjahr 2014. Unter Berücksichtigung des schwierigeren Marktumfeldes und bereinigt um die Marktaustritte in Russland, Rumänien und in Teilen Polens wird auf bereinigter Basis weiter ein Reingewinn auf dem Niveau von 2012 erwartet. Die Umsätze werden weiterhin insgesamt stabil auf Vorjahreshöhe gesehen. (awp/mc/pg)

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