Gripen soll Schweizer Industrie Aufträge von 200 Mio Franken bringen

Gripen
Die Gripen-Kampfflugzeuge dürften auch bei der neuen Ausschreibung eine Rolle spielen. (Foto: Saab AB)

Gripen-Kampfflugzeug über der schwedischen Küste. (Foto: Saab AB)

Zürich – Der schwedische Saab-Konzern hat grundsätzlich entschieden, Schweizer Zulieferfirmen bei Aufträgen im Umfang von rund 200 Mio CHF für den Kampfjet Gripen zu berücksichtigen. Erste Aufträge würden vermutlich Mitte Jahr erteilt, hiess es am Dienstag auf Anfrage.

In der Schweiz sollen gemäss einem strategischen Entscheid von Saab für den Gripen E Rumpfheck, Waffenstation, Heckkonus, Luftbremsen und Zusatztanks entwickelt, produziert und montiert werden.  Die geplanten Aufträge stehen im Zusammenhang mit der Bestellung von 60 Gripen-E-Kampfjets, die Schweden bereits bestellt hat sowie einer möglichen Bestellung von 22 Gripen-E-Kampfjets durch die Schweiz, teilte der Gripen-Hersteller Saab am Dienstag mit.

Es handelt sich bei diesem ersten Auftragspaket um wesentliche Komponenten des Gripen-E-Kampfjets. Dies belege den Willen von Saab, direkte Aufträge für den Gripen E in die Schweiz zu vergeben. Für die Schweizer Industrie bedeute dies ein Geschäftsvolumen von über 500’000 Mannstunden Arbeit.

Gespräche mit KMUs in allen Regionen
Saab sei auf der Suche nach langfristigen Partnern für sein Gripen-Programm, heisst es in der Mitteilung weiter. Im Moment fänden Gespräche mit KMUs aus allen Regionen statt, lässt sich Lennart Sindahl, Direktor des Bereichs Aeronautics bei Saab, in der Mitteilung zitieren.

Die Rolle der Schweizer Unternehmen als Gripen-E-Zulieferer und Partner sei nicht auf die schwedischen und mögliche Schweizer Kampfjets beschränkt, sondern erstrecke sich auch auf zukünftige Gripen-E-Bestellungen, schreibt das Unternehmen weiter.

Verträge unabhängig von allfälligem Referendum
Diese Projekte würden mit Schweizer Firmen abgeschlossen – unabhängig von einem allfälligen Referendum. Dies erklärte Richard Smith, Kampagnendirektor Gripen Schweiz bei Saab, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Sollte es später nicht zum Kauf der 22 Gripen durch die Schweiz kommen, sei das für Saab kein Anlass, strategisch wichtige Zulieferer wieder zu wechseln.

Zu Gegengeschäften verpflichtet
Saab ist verpflichtet, das Industriebeteiligungsprogramm (SIP) in Übereinstimmung mit der Offset-Politik von armasuisse regional aufzufächern: 5% im italienschsprachigen Teil der Schweiz, 30% in der Romandie und 65% in der Deutschschweiz. Saab ist im Rahmen des SIP ausserdem verpflichtet, Gegengeschäfte in der Höhe von 100% des Gripen-Vertragswertes abzuschliessen. Per Ende 2012 haben Saab und seine Partner Aufträge von rund 250 Mio CHF an über 100 Schweizer Unternehmen vergeben. (awp/mc/pg)

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