Grosses Vertrauen in die Inflationspolitik der Nationalbank

Inflation

(Foto: apops – Fotolia.com)

London – Laut der neuen, vierteljährlichen Umfrage des Vermögensverwalters M&G Investments zu den Inflationserwartungen in neun Ländern haben die meisten Verbraucher kaum Vertrauen in die Fähigkeit der Zentralbanken, die Inflation kurz- und mittelfristig unter der jeweiligen Zielmarke zu halten. Eine Ausnahme dieses Trends bildet die Schweiz.

Demnach sind 61 Prozent der Schweizer zuversichtlich, was die Inflationspolitik ihrer Zentralbank anbelangt. An der Befragung – durchgeführt durch das Marktforschungsinstitut YouGov – sind Verbraucher aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Hongkong, Italien, Singapur, Spanien, Grossbritannien und der Schweiz beteiligt.

Schweizer gehen von einem Anstieg der Inflationsrate aus
Die erste Erhebung fand im Februar 2013 statt. Zu Vergleichszwecken liess M&G eine weitere Erhebung im Mai durchführen. Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten europäischen Verbraucher innerhalb der nächsten zwölf Monate eine niedrigere Inflationsrate erwarten. Ausnahme ist die Schweiz: Hier gehen die Verbraucher von einem Anstieg aus, nämlich von 1,2 Prozent im Februar auf 1,5 Prozent im Mai.

Die Erwartungen hinsichtlich der Inflationsentwicklung in den kommenden fünf Jahren haben sich in der Schweiz von 2,5 Prozent auf 2,6 Prozent leicht gesteigert. Das heisst, dass die Verbraucher davon ausgehen, dass die Inflationsrate sowohl in einem als auch in fünf Jahren über den Prognosen der Schweizer Nationalbank liegen wird. Diese erwartet für das Jahr 2013 eine Inflation von minus 0,3 Prozent. Für die Jahre 2014 und 2015 beträgt die prognostizierte Inflation 0,2 Prozent bzw. 0,7 Prozent. Die aktuelle effektive Inflationsrate liegt in der Schweiz bei -0,5 Prozent.

Allgemein gleich hohe oder höhere Inflationsraten erwartet
In allen von der Umfrage erfassten Ländern der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion geht man davon aus, dass die Inflation sowohl nach einem Jahr als auch nach fünf Jahren gleich oder höher sein wird als die Verbraucherpreisindex-Zielmarke der Europäischen Zentralbank von 2,0 Prozent. In allen Ländern rechnen die Befragten damit, dass die Inflation in fünf Jahren höher sein wird als heute. In vier Ländern (Hongkong, Italien, Singapur und Spanien) gehen die Verbraucher dagegen davon aus, dass die Inflation in einem Jahr bei mindestens 3,0 Prozent liegen wird.

Steigende Inflation für 30 % der Schweiz ein Anlass zur Sorge
Weitere wesentliche Ergebnisse zeigen, dass eine steigende Inflation für 30 Prozent der befragten Schweizer und ihren Familien Anlass zur Sorge bereitet. Hingegen sind in Grossbritannien (61 Prozent), Frankreich (75 Prozent), Hongkong (82 Prozent), Italien (79 Prozent), Singapur (85 Prozent) und Spanien (75 Prozent) ein Grossteil der Befragten dieser Meinung. In Frankreich, Italien und Spanien rechnet fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent bzw. 43 Prozent bzw. 43 Prozent) in zwölf Monaten mit einem niedrigeren persönlichen Nettoeinkommen. Die Befragten in der Schweiz dagegen erwarten mehrheitlich (51 Prozent) – ähnlich wie in Deutschland (46 Prozent), dass ihr Nettoeinkommen ungefähr gleich hoch bleiben wird. 18 Prozent der Schweizer gehen sogar davon aus, dass ihr Einkommen steigen wird – dasselbe Ergebnis wie in Deutschland.

Zudem zeigt die Umfrage, dass ein Grossteil der Verbraucher in Grossbritannien (50 Prozent), Frankreich (59 Prozent), Italien (59 Prozent) und Spanien (73 Prozent) nicht der Meinung ist, dass ihre jeweilige Regierung derzeit die richtige Wirtschaftspolitik betreibt. In Deutschland sind es nur 19 Prozent – allerdings sind hier weitere 44 Prozent unschlüssig, ob sie dieser Aussage zustimmen sollen oder nicht. Dafür sind 30 Prozent zufrieden mit der Wirtschaftspolitik der Schweizer Regierung. (M&G Investments/mc/pg)

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