Huber+Suhner 9 Mte: Mehr Umsatz – weniger Aufträge

Urs Kaufmann, CEO Huber+Suhner (Foto: Huber+Suhner).

Herisau – Huber+Suhner hat in den ersten neun Monaten 2013 den Umsatz deutlich gesteigert. Das kräftige Wachstum ist allerdings vor dem Hintergrund eines schwachen ersten Halbjahres 2012 zu sehen. Wegen der anhaltend schwierigen Lage im Solargeschäft ging der Auftragseingang nach neun Monaten ebenso stark zurück. Deshalb zeigt sich das Unternehmen auch mit Blick auf die Umsatzentwicklung im Gesamtjahr etwas vorsichtiger. Allerdings deutet das vierte Quartal ein Trendwende an.

Der Umsatz steig um 13% auf 562,9 Mio CHF, wogegen der Auftragseingang um 13% auf 505,7 Mio fiel. Der Umsatz sei im dritten Quartal auf ansprechendem Niveau verblieben, teilte das in der elektrischen und optischen Verbindungstechnik tätige Unternehmen mit.

Einbruch im Solarmarkt – auslaufende Grossprojekte
Wie angekündigt habe das Geschäftsvolumen aber nicht nahtlos an die boomende Entwicklung des ersten Semesters anknüpfen können. Insbesondere der Auftragseingang habe in den Sommermonaten unter dem nochmals verstärkten Einbruch im Solarmarkt und den auslaufenden Grossprojekten im nordamerikanischen Kommunikationsmarkt gelitten.

Zusätzlich zu der konjunkturell bedingt eher flauen Nachfrage im breit abgestützten industriellen Basisgeschäft, hätten staatliche Budgetkürzungen zu tieferen Volumina im Teilmarkt Raumfahrt und Wehrtechnik geführt. Die Nachfrage im Bahnmarkt bezeichnet Huber+Suhner als «robust», wobei sich hier die Nachfrage in China wiederbelebt hat.

Erwartungen deutlich verfehlt
Damit wurden die Erwartungen der Analysten deutlich verfehlt. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 569,6 Mio CHF und für den Auftragseingang bei 538,8 Mio.

Fiberoptik mit stärkstem Wachstum
Der Bereich Hochfrequenztechnik sei profitabilitätsmässig wieder erstarkt. Die Umsätze nach neun Monaten liegen um 6% über dem Vorjahr, der Auftragseingang allerdings 6% darunter. Aufgrund des stetigen Preiszerfalls verzeichne das Mobilfunkgeschäft der Hochfrequenz seit längerer Zeit eine rückläufige Tendenz. Der wichtige Teilmarkt Raumfahrt und Wehrtechnik wird von den Kürzungen der öffentlichen Hand, insbesondere in den USA, gebremst. Mit den im laufenden Jahr neu lancierten Produkten innerhalb der Produktegruppen Antennen, Koaxialkabel und hochwertige Steckverbindungen, öffneten sich in allen Zielmärkten neue Chancen.

Der Umsatzanstieg im Bereich Fiberoptik (+38%) sei stark von den Long-Term-Evolution (LTE)-Projekten in Nordamerika geprägt. Da der Grossteil der entsprechenden Aufträge bereits 2012 verbucht worden sei, ergebe sich im Auftragseingang nun ein Minus von 23%. Die Nachfrage ziehe hier aber bereits wieder an. So seien neben neuen Projekten in Nordamerika auch Lieferungen für die Rollouts der vierten Mobilfunkgeneration in verschiedenen Ländern in Europa und im Raum Asien/Pazifik angelaufen. Überdies stosse die komplettierte Palette der Systemlösungen für Rechenzentren auf ein positives Echo.

Niederfrequenz: Deutliches Wachstum im Bahn- und Automobilmarkt
Der Bereich Niederfrequenz verzeichnet ein leichtes Umsatzplus von 2%, dies dank dem deutlichen Wachstum im Bahn- und Automobilmarkt. Dies beiden Märkte haben den Einbruch im Solarmarkt von über 20 Mio CHF im Vorjahresvergleich vollumfänglich kompensiert. Wegen des schwachen Solarmarktes liegt der Auftragseingang um 10% unter dem Vorjahr.

Nur Gewinnprognose bestätigt – Trendwende erwartet
Der bisherige Ausblick auf das Gesamtjahr 2013 wird nur in Teilen bestätigt. Demnach soll weiterhin eine EBIT-Marge im Bereich des Zielbandes von 6 bis 9% erreicht werden.

Der Umsatz dürfte indes lediglich «moderat» steigen und das im August in Aussicht gestellte Plus von rund 5% nicht erreichen. Dies sei im Zusammenhang mit dem tieferen Auftragseingang im dritten Quartal sowie der negativen Währungsentwicklung zu sehen. Mit Blick auf den Auftragseingang zeigt sich das Unternehmen wieder etwas optimistischer: Dieser dürfte im dritten Quartal den Tiefpunkt erreicht haben, denn der Start ins vierte Quartal deute eine Trendwende an, heisst es. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.