Huber+Suhner bremst Abwärtstrend im dritten Quartal und baut Stellen ab

Huber+Suhner bremst Abwärtstrend im dritten Quartal und baut Stellen ab
Huber+Suhner-Hauptsitz in Herisau. (Foto: Huber+Suhner)

Herisau – Der Komponentenhersteller Huber+Suhner hat in den ersten neun Monaten 2020 sowohl weniger umgesetzt als auch weniger Aufträge hereingeholt als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Im dritten Quartal konnte der Abwärtstrend gegenüber dem zweiten aber gebremst werden. Dennoch werden nun Stellen abgebaut.

Der Umsatz schrumpfte im Zeitraum von Januar bis September um 13 Prozent auf 563,3 Millionen Franken. Bereinigt um Währungs- und Kupferpreis-Einflüsse sowie um Portfolioeffekte lag das Minus bei 12,3 Prozent, wie der Spezialist für elektrische und optische Verbindungstechnik am Donnerstag mitteilte. Der Auftragseingang ging in der Berichtsperiode um 9 Prozent auf 571,0 Millionen Franken zurück.

Damit hat Huber+Suhner die Erwartungen der Analysten nicht ganz erreicht. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 565,9 Millionen und für den Auftragseingang bei 577,8 Millionen Franken.

Im Vergleich zum ersten Semester hat sich die Lage mit Blick auf den Umsatz etwas verbessert. Denn nach sechs Monaten lag das organische Umsatzminus noch bei 15 Prozent. Die Betrachtung nach Hauptmärkten zeigt, dass der Kommunikationsmarkt seit dem Halbjahr den grössten Anteil zur prozentualen Erholung beisteuerte, während die Entwicklung in den Märkten Transport und Industrie gegenüber der Vorjahresperiode nahezu unverändert blieb.

Personalabbau trotz Stabilisierung
Die Situation im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Pandemie habe sich im dritten Quartal weitestgehend stabilisiert, so die Mitteilung. Allerdings liege das Geschäftsniveau in den wichtigsten Märkten noch immer ein Stück entfernt von den vor Ausbruch der Pandemie prognostizierten Volumen. Das Unternehmen rechnet lediglich mit einer schrittweisen Erholung, die sich auch ins nächste Jahr hinein erstrecken dürfte.

Entsprechend wurde bei der Überprüfung der Strukturen hinsichtlich der neuen Rahmenbedingungen Handlungsbedarf ausgemacht. Demnach wird das Unternehmen bis Mitte 2021 den Personalbestand gruppenweit um 250 Stellen reduzieren, wovon 100 Stellen auf die Schweiz entfallen. Abgebaut werden Arbeitsplätze sowohl im Produktions- als auch im administrativen Bereich. Der ertragsschwache Standort in Brasilien wird geschlossen.

Der Abbau in der Schweiz soll gestaffelt erfolgen, vorwiegend über natürliche Fluktuation und mittels Frühpensionierungen. Einzelne Kündigungen seien dennoch nicht auszuschliessen. Zusammen mit den bereits implementierten Massnahmen rechnet Huber+Suhner bei vollständiger Umsetzung der strukturellen Massnahmen mit jährlichen Kosteneinsparungen von 15 bis 20 Millionen Franken.

Mit der Ausrichtung auf zukunftsträchtige Wachstumsmärkte sieht sich Huber+Suhner weiterhin „sehr gut positioniert“. An der Prognose vom ersten Semester wird festgehalten. Demnach wird für das zweite Halbjahr ein Umsatz in ähnlicher Grössenordnung wie im ersten erwartet. Die operative Gewinnmarge (EBIT) soll im Gesamtjahr mindestens das Niveau vom ersten Halbjahr halten, als ein Wert von 6,7 Prozent erwirtschaftet wurde. (awp/mc/ps)

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