Industriefirmen trotz Krieg noch optimistischer als vor Monatsfrist

Industriefirmen trotz Krieg noch optimistischer als vor Monatsfrist
(Bild: © Christian42 / AdobeStock)

Zürich – Die Industriefirmen in der Schweiz zeigen sich trotz dem Krieg im Nahen Osten noch etwas optimistischer als vor einem Monat. Die Hoffnungen, dass die Branche endlich aus der langen Krise kommt, erhalten damit neue Nahrung.

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie hat im April nach dem Sprung vom März erneut zugelegt. Er zog im Vergleich zum Vormonat um 1,2 auf 54,5 Punkte an, wie die Grossbank UBS und der Einkauf-Fachverband Procure.ch am Montag mitteilten. Die Stimmung in der Industrie habe sich aufgehellt, trotz der weiterhin sehr volatilen Lage im Nahen Osten.

Im Vormonat hatte der Index erstmals seit Dezember 2022 die wichtige 50-Punkte-Marke geknackt. Bei Werten unter 50 Punkten gehen die befragten Unternehmen von einer schrumpfenden wirtschaftlichen Aktivität aus. Liegt der Index oberhalb, dann ist von Wachstum auszugehen.

Zwar hätten sich die USA und Iran auf einen Waffenstillstand geeinigt, die Strasse von Hormus bleibe aber nach wie vor geschlossen, räumen die Bank und der Verband in der Mitteilung denn auch ein.

Entsprechend ist auch die Subkomponente Einkaufspreise um mehr als 11 Punkte auf einen Stand von 82,8 geklettert. Sie liege damit noch rund 10 Punkte unter dem Stand vom Frühjahr 2022, als die Wirtschaft das letzte Mal von einem Energieschock erfasst worden sei.

Höhere Erdölpreise schlagen durch
Viele der Unternehmen wiesen auf Preiserhöhungen bei Kunststoff hin und begründeten dies mit dem Nahostkonflikt und dem daraus resultierenden Anstieg der Erdölpreise, so die Mitteilung. Höhere Preise bei Elektronikbauteilen seien zudem von den Unternehmen mit einer allgemeinen Knappheit in den entsprechenden Märkten begründet worden.

Erneut zugenommen hat die Komponente Lieferfristen. Die befragten Industrieunternehmen orteten einen Anstieg der Lieferfristen vor allem im Bereich Kunststoff, bei Halbleitern und Chips sowie bei Magneten. Ebenfalls leicht zugelegt hat zudem die Komponente Beschäftigung, mit 48,5 Punkten bleibt sie allerdings unter der Wachstumsschwelle von 50.

Der Gesamtindex klar über den Prognosen der von AWP befragten Ökonomen, die von Werten zwischen 49,0 und 53,7 Punkten ausgegangen waren.

Der PMI für den Dienstleistungssektor hingegen ging etwas zurück. Er fiel im April um 2,4 auf 54,8 Punkte, blieb damit aber dennoch das fünfte Mal in Folge über der Wachstumsschwelle und über den Schätzungen der Ökonomen (52,0 bis 54,0). Der Durchschnitt von 55 Zählern im Zeitraum von Januar bis April deute auf eine robuste Konjunktur im Dienstleistungssektor hin, heisst es dazu. (awp/mc/ps)

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