Inficon mit Gewinneinbruch im dritten Quartal

Inficon mit Gewinneinbruch im dritten Quartal

Bad Ragaz – Das Messtechnikunternehmen Inficon hat im dritten Quartal 2020 einen leicht tieferen Umsatz ausgewiesen, beim Ergebnis hingegen einen deutlichen Einbruch erlitten. Als Grund führt das Unternehmen einige Sondereinflüsse wie etwa Zusatzaufwände durch die Covid-19-Pandemie oder Preisdruck bei chinesischen Chipherstellern an. Am Ausblick hält Inficon dennoch fest.

Der Umsatz sank im Berichtsquartal im Vergleich zum Vorjahreswert um 1,3 Prozent auf 92,0 Millionen US-Dollar. Währungs- und akquisitionsbereinigt ergab sich ein Minus von 3,4 Prozent, wie Inficon am Mittwoch mitteilte. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT sackte um deutliche 35 Prozent auf 10,5 Millionen ab, die entsprechende Marge rutschte auf 11,4 von zuvor 17,5 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Reingewinn von 7,9 Millionen, was ebenfalls einem kräftigen Rückgang um 36 Prozent entspricht.

Es habe insbesondere betriebliche Zusatzaufwände im Bereich Material, Produktion und Logistik durch die Coronakrise gegeben, heisst es zur Erklärung. Zudem habe der geänderte Markt/Produktmix sowie der aktuelle Preisdruck bei chinesischen Chipherstellern belastet. Hinzu kamen um 10 Prozent höhere Kosten für Forschung & Entwicklung, da Inficon intensiv an Produktinnovationen arbeite. Diese sollen in den nächsten Quartalen vorgestellt werden.

Damit hat Inficon die Erwartungen der Analysten deutlich verfehlt. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 95,9 Millionen Dollar, für den EBIT bei 16,1 Millionen und für den Reingewinn bei 12,8 Millionen.

Halbleitergeschäft mit leichtem Anstieg
Das grösste Geschäft, Semi & Vacuum Coating, verzeichnete einen leichten Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent auf 42,4 Millionen Dollar. Gegenüber dem dank Aufholeffekten ausserordentlich starken zweiten Quartal ergab sich allerdings ein Rückgang um knapp 21 Prozent.

Im Zielmarkt General Vacuum sank der Umsatz im Vorjahresvergleich um 3 Prozent auf 25,9 Millionen Dollar. Aufgrund des Umsatz- und Bestellungstrends zeigt sich Inficon aber für die weitere Entwicklung zuversichtlich. Ähnlich entwickelt habe sich der Markt Refrigeration, Air Conditioning & Automotive mit einem Minus von 5,5 Prozent auf 19,0 Millionen. Dabei schwächele das traditionelle Automotive-Geschäft, die Nachfrage für Qualitätsprüfungsgeräte aus dem Bereich E-Mobility-Batterie steige.

Der stark von Grossaufträgen abhängige Markt Security & Energy sackte um gut 25 Prozent auf 4,7 Millionen Dollar ab. Im nächsten Jahr werde hier aber wieder eine spürbare Belebung erwartet.

Ausblick bestätigt
Am Ausblick hält Inficon angesichts der guten und breit abgestützten Auftragslage derweil fest. So soll der Umsatz im Gesamtjahr zwischen 370 und 390 Millionen Dollar liegen, wobei die Betriebsgewinnmarge zwischen 15 und 16 Prozent betragen soll. Nach dem Wegfall diverser Sondereinflüsse und Belastungen sollen künftig wieder höhere Margen erzielt werden können.

Es seien entsprechende Massnahmen zur Margensteigerung an wichtigen Produktionsstandorten eingeleitet worden, heisst es abschliessend. Die mittelfristige Zielausrichtung mit höheren Gewinnmargen sei grundsätzlich intakt. (awp/mc/pg)

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