Inflation bleibt in der Schweiz im Juni stabil

Inflation bleibt in der Schweiz im Juni stabil
(Bild: Schlierner / Adobe Stock)

Neuenburg – Die Teuerungsrate in der Schweiz hat sich im Juni auf dem Niveau der Vormonate bewegt. Konkret lag die Jahresinflation bei 0,5 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte.

Damit ist die Inflation nur minimal gegenüber den beiden Vormonaten zurückgekommen. Im April und Mai lag sie jeweils bei 0,6 Prozent. Ökonomen hatten eine solche Entwicklung erwartet. Die Schätzungen der von der Nachrichtenagentur AWP befragten Experten gingen von einer Jahresteuerung zwischen 0,4 und 0,5 Prozent aus.

Im Vergleich zum Vormonat verharrte der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) im Juni auf 101,3 Punkten. Diese Preisstabilität resultierte aus entgegengesetzten Entwicklungen, die sich insgesamt aufgewogen hätten, wie das BFS schreibt.

Schweiz weiter mit Sonderstellung
«Die Schweizer Inflation bestätigt erneut ihre Sonderstellung», schreibt Arthur Jurus von Oddo BHF in einem Kommentar. So gehöre etwa die Kerninflation mit 0,3 Prozent weiterhin zu den niedrigsten Werten der entwickelten Volkswirtschaften. «Die eigentliche Aussage dieser Zahlen ist, dass die Schweiz nicht mit einem breit angelegten Inflationsproblem konfrontiert ist.»

So seien die Preise für Frucht- und Stängelgemüse ebenso gestiegen wie die für die Hotellerie und Parahotellerie. Auch Automieten und Carsharing hätten sich verteuert. Gesunken seien hingegen die Preise für den Luftverkehr, Heizöl und Diesel.

Die Kerninflation – ohne Energie und Treibstoffe sowie frische und saisonale Produkte – blieb im Jahresvergleich mit +0,3 Prozent ebenfalls stabil.

«Da die Gesamtinflation im zweiten Quartal den Prognosen der SNB vom Juni entspricht, sich die Energiepreise abschwächen, die Kerninflation weiterhin gedämpft bleibt und sowohl die Breite als auch die Dynamik der Inflation nachlassen, halten wir an unserer Erwartung fest, dass die SNB den Leitzins auf absehbare Zeit bei 0 Prozent belassen wird», fassen die Experten von Goldman Sachs ihre Erwartungen zusammen. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert