Interroll im ersten Halbjahr von Lieferketten-Problemen belastet

Ingo Steinkrüger
Ingo Steinkrüger, CEO Interroll. (Foto: Interroll)

Sant’Antonino – Der Lagerlogistik-Spezialist Interroll hat im ersten Halbjahr 2022 unter Lieferketten-Problemen gelitten. Der Umsatz stieg zwar, doch gaben Gewinn und Auftragseingang nach. Für das Gesamtjahr verzichtet Interroll weiterhin auf einen Ausblick.

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2022 um 14 Prozent auf 310,9 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der operative Gewinn sank jedoch um 9,3 Prozent auf 40,8 Millionen Franken. Unter dem Strich hielt Interroll den Gewinn mit 33,1 Millionen Franken stabil. Der Auftragseingang sank wegen verschobener Grossprojekte um knapp 28 Prozent auf 304,4 Millionen Franken.

Zulieferketten-Problem noch schlimmer als befürchtet
Die gegenüber dem Vorjahr schwächeren Ergebnisse kommen nicht überraschend. Der Lagerlogistik-Spezialist hatte Ende Juni wegen der Situation in den Zulieferketten gar eine Gewinnwarnung abgegeben. Allerdings fiel insbesondere der Einbruch beim Auftragseingang deutlich happiger aus als von Analysten befürchtet.

Die Situation in den Zulieferketten habe sich nochmals verschlechtert, unter anderem auch im Zusammenhang mit strikten Covid-Lockdowns in China, heisst es in der Mitteilung. Als Folge der Lieferkettenprobleme sowie des Krieges in der Ukraine hätten Kunden und Endanwender im zweiten Quartal vermehrt Projekte verschoben. Allerdings stelle man bei einem sehr hohen Auftragsbestand Projektstornierungen bisher nur in sehr geringem Umfang fest.

Weiter wurde das Ergebnis im ersten Semester durch weitere Preiserhöhungen für Rohmaterialien gedrückt. Interroll hat zwar seinerseits die Preise erhöht. Diese Aufschläge würden sich jedoch erst etwas verzögert auswirken, heisst esim Halbjahresbericht.

Kein Ausblick auf das gesamte Geschäftsjahr
Der Zeithorizont für eine Normalisierung der Situation sei schwer einzuschätzen, heisst es. Daher verzichtet Interroll gegenwärtig auf einen Ausblick für das Geschäftsjahr 2022. Mittelfristig sehe man aber alle fundamentalen Trends für die weltweite Nachfrage nach Materialflusslösungen als weiterhin intakt an. Insbesondere dürften ein zunehmender Mangel an Arbeitskräften wie auch stark steigende Logistikkosten für ein Mehr bei der Nachfrage nach Automatisierungslösungen sorgen. (awp/mc/pg)

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