Interroll steigert Gewinn deutlich

Paul Zumbühl
Interroll-CEO Paul Zumbühl. (Foto: Interroll)

Interroll-CEO Paul Zumbühl. (Foto: Interroll)

Sant’Antonino – Die Interroll-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2015 einen deutlich höheren Gewinn erzielt. Umsatz und Marktanteil konnten in allen drei Regionen erhöht werden. Bei den Produktgruppen ergab sich aufgrund von Grossaufträgen und Währungseinflüssen ein differenziertes Bild. Das Management sieht die Wachstumsaussichten weiter positiv.

Das operative Ergebnis auf Stufe EBITDA verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 32% auf 58,2 Mio CHF, wie das in der Fördertechnik, Logistik und Automation tätige Unternehmen am Freitag mitteilt. Die EBITDA-Marge lag bei 16,1% (VJ 13,2%). Beim EBIT wurde sogar ein Plus von 57% auf 39,8 Mio verbucht und die Marge verbesserte sich auf 11,0% von zuvor 7,6%. Der Reingewinn schliesslich legte um 53% auf 29,3 Mio zu. Diese besonders starke Ergebnisverbesserung basiere hauptsächlich auf dem höheren Nettoumsatz, konzernweiten Produktivitätssteigerungen und dem Wegfall von Einmalkosten, die im 2014 angefallen waren, heisst es weiter. Interroll hatte hohe strategische Einmalaufwendungen verbucht und Investitionen in das langfristige Wachstum und die nachhaltige Profitabilität getätigt.

«Wir konnten den Umsatz in Amerika und Asien signifikant steigern», sagte Interroll-CEO Paul Zumbühl an der Bilanzmedienkonferenz. Der Auftragseingang insgesamt stieg um 9,8% auf 385,1 Mio (LW +18%) und der Nettoumsatz um 7,6% auf 360,8 Mio CHF (LW +16%).

Starkes Wachstum bei Rollers sowie Conveyors & Sorters
Innerhalb der Produktgruppen kam es zu unterschiedlichen Entwicklungen. So übertraf Rollers (Förderrollen) mit einem Umsatz von 93,4 Mio CHF den Vorjahreswert um 15%. Conveyors & Sorters (Förderer und Sorter) verzeichnete mit konsolidiert 107,2 Mio CHF eine Steigerung beim Umsatz um rund 34%. Der Folgeauftrag über vier Quergurtsorter für die brasilianische Post belege, dass die Lösungen im Markt gut angenommen werden, schreibt Interroll. Die neue modulare Förderer-Plattformmodell (MCP, Modular Conveyor Platform) habe bereits 250 Aufträge in Europa verbucht. Die Markteinführung in Asien sei im vierten Quartal erfolgt und in den USA für das zweite Quartal 2016 geplant.

Die Produktgruppe Drives (Motoren und Antriebe für Förderanlagen) verzeichnete demgegenüber einen Umsatzrückgang um 4% auf 110,3 Mio CHF. Um deutliche 16% auf 49,8 Mio ging der Absatz bei Pallet & Carton Flow (Fliesslager) zurück. Hier sei ein 2015 entwickeltes Grossprojekt erst im Jahr 2016 abgeschlossen worden und wurde entsprechend fakturiert, heisst es weiter.

Dividende steigt um ein Drittel
Der Verwaltungsrat schlägt den Aktionären angesichts der Gewinnsteigerung die Ausschüttung einer Dividende von 12 CHF vor, im Vorjahr wurden 9 CHF in Form einer Nennwertreduktion ausgeschüttet.

Einen quantitativen Ausblick auf das laufende Jahr gibt das Management nicht. «2016 hat in Europa und Amerika gut begonnen, in Asien jedoch verhalten. Das kann sich im Laufe des Jahres aber noch ändern», gab sich der Unternehmenschef vorsichtig optimistisch. Das verstärkte Engagement in den Regionen Amerika und Asien-Pazifik, die erfolgreich eingeführten neuen Produkte sowie das konsequente Ausschöpfen der Potenziale in der internen Logistik würden die mittel- und langfristig die Wachstumsaussichten von Interroll stützen.

Urs Tanner als VRP vorgeschlagen
Zudem kommt es zu einem Personalwechsel an der Spitze des Verwaltungsrates. Der bisherige Vize-VRP Urs Tanner wird anlässlich der nächsten Generalversammlung am 13. Mai 2016 vom Verwaltungsrat als neuer Präsident vorgeschlagen. Er folgt damit Kurt Rudolf, der nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung steht. (awp/mc/pg)

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