SP erobert mit Jositsch Zürcher Ständeratssitz

Daniel Jositsch

Daniel Jositsch, frisch gewählter Zürcher SP-Ständerat. (Foto: www.jositsch.ch).

Bern – Mit zwei zusätzlichen Mandaten ist die FDP vorläufige Siegerin der Ständeratswahlen. Die SP muss sechs ihrer bisher elf Sitze in zweiten Wahlgängen verteidigen. Doch in Zürich können die Sozialdemokraten jubeln.

Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch hat die Wahl auf Anhieb geschafft. Mit ihm erobert die SP im Kanton Zürich erstmals nach 32 Jahren wieder einen Sitz im Ständerat. An wen der zweite Zürcher Sitz geht, wird am 22. November entschieden. Am meisten Stimmen nach Jositsch machten Ruedi Noser (FDP), Hans-Ueli Vogt (SVP) und Bastien Girod (Grüne).

In anderen Kantonen muss die SP noch bangen: In Bern erreichte keiner der elf Kandidierenden das absolute Mehr. SP-Ständerat Hans Stöckli erzielte das zweitbeste Resultat, dicht gefolgt von Albert Rösti, dem Herausforderer von der SVP. Am besten schnitt BDP-Ständerat Werner Luginbühl ab.

In Freiburg muss der SP-Parteipräsident selber zum zweiten Wahlgang antreten. Christian Levrat machte zwar am meisten Stimmen, verpasste das absolute Mehr aber klar. An zweiter Stelle folgt CVP-Kandidat Beat Vonlanthen, der den Sitz von Urs Schwaller verteidigen soll.

Überraschende Hürde für Zanetti
In Solothurn erreichte einzig Ständerat Pirmin Bischof (CVP) das absolute Mehr. SP-Ständerat Roberto Zanetti (SP) hingegen muss überraschend für einen zweiten Wahlgang antreten. Er liegt aber klar in Führung vor den Herausforderern Walter Wobmann (SVP) und Marianne Meister (FDP).

In St. Gallen liegt SP-Ständerat Paul Rechsteiner zwar vor seinem Herausforderer Thomas Müller (SVP), er erreichte das absolute Mehr aber nicht. Ständerätin Karin Keller-Sutter (FDP) hingegen ist klar wiedergewählt worden.

In Genf erzielten die Bisherigen Liliane Maury Pasquier (SP) und Robert Cramer (Grüne) zwar die besten Resultate, das absolute Mehr haben sie aber verpasst. Der gleiche Wahlausgang zeichnet sich in der Waadt ab: Das Duo Géraldine Savary (SP) und Luc Recordon (Grüne) liegt zwar vorne, das absolute Mehr dürften die beiden aber verpassen.

Im Kanton Neuenburg hingegen ist Didier Berberat (SP) klar wiedergewählt worden, ebenso FDP-Ständerat Raphaël Comte. Auch im Kanton Jura dürfte sich SP-Ständerat Claude Hêche im Sattel halten. Auch die Bisherige Anne Seydoux (CVP) dürfte sich gegen ihren parteiinternen Konkurrenten Pierre Kohler durchsetzen.

Souveräne Wiederwahl
In Basel-Stadt ist SP-Ständerätin Anita Fetz im ersten Anlauf eine problemlose Wiederwahl gelungen. Auch in Baselland distanzierte Claude Janiak (SP) die bürgerlichen Herausforderer und schaffte die Wiederwahl im ersten Wahlgang souverän.

Wie erwartet hat die Aargauer SP-Ständerätin Pascale Bruderer die Wiederwahl ebenfalls auf Anhieb geschafft. Auf Platz zwei im Rennen um die Nachfolge von FDP-Ständerätin Christine Egerszegi liegt Hansjörg Knecht von der SVP, gefolgt von FDP-Parteipräsident Philipp Müller und Ruth Humbel (CVP).

In Appenzell Ausserrhoden konnte die FDP den Sitz von Hans Altherr mit Nationalrat Andrea Caroni verteidigen. Der 35-jährige Jurist war ohne Konkurrenz angetreten. Der Innerrhoder Standesvertreter Ivo Bischofberger (CVP) ist von der Landsgemeinde bereits im letzten April wiedergewählt worden.

Einen Wechsel gibt es in Nidwalden, wo die CVP erstmals den einzigen Ständeratssitz des Halbkantons verloren hat. Als Nachfolger von Paul Niederberger (CVP) setzte sich Regierungsrat Hans Wicki von der FDP klar gegen CVP-Kandidatin Therese Rotzer-Mathyer durch.

FDP vorläufige Wahlsiegerin
In Uri hat die FDP die Grünliberalen beerbt. Auf Markus Stadler folgt Regierungsrat Josef Dittli. Damit haben die Freisinnigen zwei zusätzliche Sitze erobert und können als vorläufige Sieger der Ständeratswahlen gelten. Den zweiten Urner Sitz behauptete der bisherige CVP-Ständerat Isidor Baumann souverän.

Auch im Kanton Zug konnte die CVP den Sitz des zurücktretenden Peter Bieri verteidigen. Finanzdirektor Peter Hegglin schaffte es im ersten Wahlgang in den Ständerat. Der Bisherige Joachim Eder (FDP) wurde problemlos wiedergewählt.

Stabile Verhältnisse
Stabile Verhältnisse herrschen auch in Schaffhausen. Der parteilose Thomas Minder, der als gefährdet galt, schaffte die Wiederwahl schon im ersten Wahlgang, wenn auch knapp. Souverän bestätigt wurde Hannes Germann (SVP), der zweite Schaffhauser im Ständerat.

In Glarus blieb Kampfkandidat Hans-Peter Legler auf der Strecke. SVP-Ständerat Werner Hösli erreichte das absolute Mehr im ersten Wahlgang klar. Problemlos wiedergewählt wurde auch FDP-Ständerat Thomas Hefti, der ohne Konkurrenz in die Wahl gegangen war.

Die Bündner Ständeräte waren ebenfalls ungefährdet: Die beiden Bisherigen Stefan Engler (CVP) und Martin Schmid (FDP), die ohne Gegenkandidaten angetreten sind, wurden klar bestätigt.

In Thurgau trat Clemenz Somm erfolglos für die GLP an. Die Bisherigen Brigitte Häberli-Koller (CVP) und Roland Eberle (SVP) wurden im ersten Anlauf wiedergewählt. Das Schwyzer Wahlvolk bestätigte die beiden SVP-Ständeräte Alex Kuprecht und Peter Föhn.

Zweite Wahlgänge nötig
In vielen Kantonen wird die Besetzung des Ständerats erst im zweiten Wahlgang entschieden. In Luzern sind alle Kandidaten am absoluten Mehr gescheitert. Der Bisherige Konrad Graber von der CVP verpasste die Hürde nur knapp.

Ein gutes Resultat erzielte auch Damian Müller, der für die FDP den Sitz des zurücktretenden Ständerates Georges Theiler verteidigen soll. Der 30-jährige Senkrechtstarter distanzierte die Nationalrätinnen Prisca Birrer (SP) und Yvette Estermann (SVP) klar.

Auch im Tessin müssen sich die Bisherigen Filippo Lombardi (CVP) und Fabio Abate (FDP) einem zweiten Wahlgang stellen. Sie erzielten zwar das beste Ergebnis, der Lega-Kandidat Battista Ghiggia ist ihnen aber dicht auf den Fersen.

Kanton Wallis kommt es ebenfalls zu einem zweiten Wahlgang. Am besten schnitten der Bisherige Jean-René Fournier und Beat Rieder (CVP) ab. Letzterer kandidiert für die Nachfolge von René Imoberdorf (CSPO). In Obwalden schnitt der 53-jährige Quereinsteiger Erich Ettlin (CVP) am besten ab, gefolgt von André Windlin (FDP) und SVP-Kandidat Adrian Halter. Das absolute Mehr verpassten alle drei. (awp/mc/upd/ps)

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