Jungfraubahn bleibt trotz Krise optimistisch

Jungfraubahn
Jungfraujoch. (© Jungfraubahnen 2019)

Interlaken – Die Jungfraubahn hat auch 2021 massiv unter der Corona-Pandemie gelitten. Vor allem fehlten weiter die Touristen aus Asien. 2022 sieht der Bahnbetreiber nun als Übergangsjahr, bevor er 2023 wieder an das Rekordjahr 2019 anknüpfen will.

«Es nützt nichts zurückzuschauen, wir müssen optimistisch in die Zukunft blicken», sagte Jungfraubahn-Chef Urs Kessler am Donnerstag vor den Medien. Angesichts der schwachen Zahlen scheint dies verständlich. Der Betriebsertrag machte 2021 mit 131 Millionen Franken weiter nur etwa die Hälfte der 223 Millionen von 2019 aus.

Dabei kamen auch im zweiten Corona-Jahr etwa zwei Drittel weniger Besucher auf das Jungfraujoch als 2019. Damals waren es über eine Million gewesen. Die zahlreicheren Schweizer Gäste kompensierten dabei den Verlust bei den internationalen Touristen bei Weitem nicht. Dank Sparmassnahmen und mehr Umsatz bei den «Erlebnisbergen» blieb am Ende aber nur noch ein knapper Verlust von 162’000 Franken. 2020 hatte das Minus noch knapp 10 Millionen betragen.

Touristen aus Asien kehren zurück
Nun rechnet die Gruppe mit einer allmählichen Erholung bei den asiatischen Touristen. Für den April gebe es wieder Gruppenbuchungen aus Asien und ab Mai sei ebenfalls eine leichte Steigerung zu erwarten, so Kessler. Daher sei er für den weiteren Jahresverlauf verhalten optimistisch. Mit Gästen aus China rechnet Kessler für 2022 aber noch nicht. Man sei aber auch in anderen asiatischen Märken stark, so etwa in Südostasien.

Der Ukraine-Krieg könnte gemäss Kessler die Erholung zwar wieder etwas bremsen. Doch habe sich gezeigt, dass die internationalen Touristen trotzdem wieder nach Europa und in die Schweiz reisen wollten. Vor der Pandemie sei es noch undenkbar gewesen, dass der Reisemarkt bei einem solchen Ereignis in Europa nicht vollständig eingebrochen wäre.

Gleichzeitig hat die Jungfraubahn in der Pandemie viel in die Zukunft investiert, insbesondere in die V-Bahn. Damit wurden die Kapazitäten des Bahnbetreibers nochmals deutlich erhöht. Dass die hohen Investitionen angesichts der Krise zu viel des Guten sein könnten, will Kessler nicht gelten lassen: «Man stelle sich vor, wir hätten in der Krise die V-Bahn nicht gehabt.»

Rückkehr auf Vorkrisen-Niveau ab 2023
Der CEO verweist dabei zum einen auf den überzeugenden Start in die Wintersaison, der vor allem dank der V-Bahn gelungen sei. Bis Ende März kamen diesen Winter fast 50 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr. Kessler hält es nun gar für möglich, dass der Rekord-Winter von 2006/07 mit 1,24 Millionen Besuchern übertroffen wird.

Zum andern soll die V-Bahn aber den Weg in die Zukunft weisen. 2022 sieht Kessler zwar noch als Übergangsjahr. Ab 2023 will das Unternehmen aber wieder an das Rekordjahr 2019 anknüpfen. Mit Ausnahme der Fernmärkte soll bereits wieder das Vorkriseniveau erreicht werden. Bei den Fernmärkten geht die Gruppe bis dahin von 80 Prozent des Vorkriseniveau aus.

An der Börse fiel die Reaktion nüchtern aus. Die Jungfraubahn-Aktien büssten am Donnerstag 1,4 Prozent ein. (awp/mc/ps)

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