KOF-Beschäftigungsindikator steigt weiter

Arbeit
(Photo by Charles Koh on Unsplash)

Zürich – Die Lage am Schweizer Arbeitsmarkt hat sich laut den Ökonomen der Zürcher Konjunkturforschungsstelle KOF weiter verbessert. Der Anstieg des entsprechenden Indikators ist auf leichte Verbesserungen in fast allen Branchen zurückzuführen. Die Beschäftigungserwartungen haben dagegen einen kleinen Dämpfer erhalten.

Der KOF Beschäftigungsindikator setzt laut KOF-Mitteilung vom Mittwoch seine positive Entwicklung trotz Ukraine-Krieg und Inflationssorgen auch im dritten Quartal 2022 fort.

Der Indikator erreichte mit 17,2 Punkten (Q2 16,5) gar einen Wert, der für diesen Indikator bisher noch nie registriert wurde. Seit dem zweiten Quartal 2020, direkt nach Beginn der Covid-Pandemie, hat sich der Indikator nun jedes Quartal verbessert.

Trotz des anspruchsvollen Marktumfelds lasse der Stand des Indikators für die nächste Zeit jedenfalls eine sehr erfreuliche Beschäftigungsentwicklung in fast allen Branchen erwarten, heisst es dazu.

Der KOF Beschäftigungsindikator wird aus den vierteljährlichen Konjunkturumfragen der KOF berechnet, wobei rund 4500 Unternehmen zu ihren Beschäftigungsplänen und -erwartungen befragt wurden. Eine deutliche Mehrheit der befragten Firmen beurteile per Saldo den gegenwärtigen Bestand an Beschäftigten als zu tief, so die KOF. Zudem gebe es weiter deutlich mehr Firmen, welche die Zahl an Mitarbeitenden in den nächsten drei Monaten erhöhen möchte als Firmen, die einen Beschäftigungsabbau planten.

Diese zweite Komponente des KOF Beschäftigungsindikators – die Beschäftigungserwartungen für die nächsten drei Monate – habe sich im Vergleich zum Vorquartal allerdings auf hohem Niveau leicht eingetrübt. Dies könnte ein erstes Anzeichen sein, dass der Beschäftigungsindikator seinen Höhepunkt erreicht habe. Der KOF Beschäftigungsindikator deute aber insgesamt für das laufende und kommende Quartal auf ein starkes Beschäftigungswachstum auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hin.

Aussichten in praktisch allen Branchen sehr positiv
Die positiven Beschäftigungsaussichten sind laut KOF breit über alle Branchen hinweg abgestützt. Nachdem bereits im vorigen Quartal mehrere Branchen aus historischer Perspektive sehr hohe Indikatorenwerte erreicht hätten, seien diese Werte im aktuellen Quartal sogar noch einmal übertroffen worden.

So sei zum Beispiel im Verarbeitenden Gewerbe ein ähnlich positiver Indikatorenwert das letzte Mal im ersten Quartal 2001 registriert worden. Auch im Gastgewerbe, im Bausektor, der Projektierung, im Grosshandel sowie bei den Banken und Versicherungen seien die Beschäftigungsaussichten weiterhin sehr positiv. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.