KOF senkt BIP-Prognosen für 2016 und 2017 leicht auf +1,4% und +1,6%

Wirtschaftswachstum

Zürich – Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich ist in Bezug auf ihre Wachstumserwartungen für die Schweiz im laufenden und das kommende Jahr etwas pessimistischer geworden. Sie senkt ihre BIP-Wachstum für 2016 auf 1,4% von 1,6% und für 2017 auf 1,6% von 1,8%. Für 2018 wird unverändert ein Wachstum von 1,9% vorhergesagt, wie die KOF am Donnerstag mitteilt.

Die Wachstumsimpulse für die Schweizer Wirtschaft blieben schwach, heisst es zur Begründung. Insbesondere entwickle sich der private Konsum zurückhaltend, und die Exportwirtschaft finde nicht zur alten Stärke zurück.

Die Entwicklung beim privaten Konsum werde dabei von der schwachen Lohnentwicklung beschränkt, heisst es weiter. Die Exportentwicklung dürfte in laut der KOF in den nächsten Quartalen wegen des nach wie vor schwierigen Umfelds für die Schweizer Industrie bei den Waren flach bleiben. Konkret rechnet die KOF noch mit einem Exportwachstum (Waren) von 1,7%, nachdem sie zuvor ein Plus von 2,1% prognostiziert hatte.

Die Industrie werde weiterhin an Bedeutung für die Schweizer Wirtschaft verlieren. Derzeit mache sie etwa 18% der gesamten Wertschöpfung aus, so die KOF. Lediglich die derzeit florierende Pharmabranche werde noch an Gewicht zulegen können.

Das Gastgewerbe leide ebenso wie die Industrie unter dem hohen Wechselkurs und dürfte weitere Einbussen erleiden. Der forcierte Strukturwandel dürfte weitergehen, was sich in einer Zunahme der unternehmens- und personenbezogenen Dienstleistungen manifestiere.

Trotz hoher Liquidität seien zudem die Anlageinvestitionen im Inland eher schwach, schreiben die Experten weiter. Dies werde auch in der nächsten Zeit so bleiben. Vor allem bei den Bauinvestitionen ist die KOF nicht mehr so optimistisch wie noch im Oktober. Die Bauaktivität sei bereits auf einem hohen Niveau und die Erhöhung der Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur werde sich voraussichtlich erst ab 2018 manifestieren.

Wohnungsbau nicht nachhaltig
Der Wohnbau sei auf einem nicht nachhaltigen Niveau angelangt. Die Erhöhung des Wohnungsbestands liege zurzeit einiges höher als die Zunahme der Anzahl der Haushalte. Darum erwarte die KOF im Prognosezeitraum keine nennenswerte Zunahme der Wohnungsproduktion.

Die Beschäftigungsentwicklung ist laut den Experten mässig. Da aber die Zuwanderung abnehme, bleibe die Arbeitslosenquote im laufenden und kommenden Jahr gleichwohl mit 3,3% annähernd stabil.

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