Kudelski 2015 mit mehr Umsatz und Gewinn

André Kudelski
Kudelski-Konzernchef André Kudelski. (Foto: Kudelski)

Kudelski-Konzernchef André Kudelski. (Foto: Kudelski)

Cheseaux-sur-Lausanne – Das Technologieunternehmen Kudelski hat im letzten Jahr Umsatz und Gewinn gesteigert, und die Aktionäre dürfen sich auf eine höhere Ausschüttung freuen. Beim Ausblick peilt das Unternehmen für das laufende Jahr einen Umsatz von rund 1 Mrd CHF an. An der Börse kommen die Nachrichten gut an.

Vier Jahre lang dümpelte der Umsatz von Kudelski zwischen 850 und knapp 900 Mio CHF. Im vergangenen Jahr gelang nun der Sprung deutlich über die 900-Mio-Marke. Und im laufenden Jahr nimmt das Unternehmen bereits die Umsatz-Milliarde ins Visier. Das letzte Mal hatte das Westschweizer Unternehmen im Jahr 2010 Verkäufe von mehr als 1 Mrd CHF erzielt.

Das Unternehmen, das auf Fernseh-Verschlüsselungstechnologien und Zutrittskontrollen spezialisiert ist, befindet sich also wieder auf Wachstumskurs. So habe die Sparte Integrated Digital TV (Verschlüsselung), die mehr als zwei Drittel zum Umsatz beisteuert, die Position mit zahlreichen neuen Verträge gestärkt. Daneben spielte aber auch ein Effekt aus Firmenübernahmen eine Rolle.

Die kleinere Sparte Public Access (Zutrittsysteme) sei organisch gewachsen, habe aber ebenfalls von Übernahmen profitiert, hiess es weiter. Dank Zukäufen in den USA und Australien sei es gelungen, sich geografisch breiter aufzustellen. Ausserdem habe die Sparte, die unter dem Markennamen Skidata auftritt, inzwischen nicht nur eine führende Rolle im Bereich Skiresorts, sondern auch im Bereich «Parkhäuser und Parkplätze».

Bessere Kennzahlen
Konkret stieg der Konzernumsatz im letzten Jahr um 7,2% auf 950,8 Mio CHF. In Lokalwährungen hätte das Plus 11% betragen. Integrated Digital TV legte um 3,2% (+3,9% in Lokalwährungen) zu, Public Access um 21% (+31% in LW).

Beim Betriebsergebnis auf Stufe EBIT verbesserte sich Kudelski um 33% auf 81,2 Mio CHF. Beim Reingewinn verzeichnete der Konzern gar einen Anstieg um 48% auf 49,3 Mio CHF.

Die Aktionären sollen nun eine Ausschüttung von 0,35 CHF je Inhaberaktie (VJ 0,30) und von 0,035 CHF je Namenaktie (VJ 0,03) erhalten. Technisch werde eine Nennwertreduktion von 2,00 CHF rsp. 0,20 CHF vorgenommen, wovon der Hauptteil aber den Reserven zugeordnet wird.

Mit den vorgelegten Zahlen hat das Unternehmen die eigenen Ziele übertroffen: Das Management hatte einen Umsatz zwischen 920 und 940 Mio CHF und einen EBIT zwischen 70 und 80 Mio CHF angepeilt.

Unklare Lizenzeinnahmen
Für das Geschäftsjahr 2016 stellt das Management nebst der Umsatzerhöhung auf rund 1 Mrd CHF einen EBIT zwischen 75 und 90 Mio in Aussicht. Laut CFO Mauro Saladini ist die unklare Höhe der Lizenzeinnahmen ein Grund für das relativ breite Zielband.

Im vergangenen Jahr schlug das Unternehmen über Lizenzvergaben Kapital aus den rund 4’500 Patenten im Firmenbesitz. Die genaue Höhe ist zwar unbekannt, Analysten gehen aber von Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe aus. Die Pipeline sei für 2016 erneut vielversprechend, sagte CEO André Kudelski. Noch sei aber nichts in trockenen Tüchern.

Das Unternehmen will ausserdem auch im laufenden Jahr an den Kosten schrauben. Die Sparmassnahmen hätten im letzten Jahr «Früchte gebracht», sagte Kudelski. «Aber in der jetzigen instabilen Umgebung werden wir weiter optimieren», betonte er und erwähnte als mögliche Massnahmen Stellenverlagerungen.

Zweiter Tag im Plus
Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Erwartungen der meisten Analysten erfüllt oder übertroffen. Ein Fragezeichen wurde lediglich zur der geplanten Expansion des noch kleinen Bereichs Security in die USA gesetzt, zumal das Management keine konkreten Angaben zu den angestrebten Umsätzen in diesem Geschäftsbereich machen wollte.

An der Schweizer Börse gehörten die Kudelski-Papiere am Donnerstag zu den Hauptgewinnern. Bis am Abend zog die Aktie um 4,7% auf 13,45 CHF an. (awp/mc/upd/ps)

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