Kühne+Nagel mit deutlichem Gewinnplus in stagnierendem Markt

Detlef Trefzger
Detlef Trefzger, CEO Kühne+Nagel. (Foto: K+N)

Detlef Trefzger, CEO Kühne+Nagel. (Foto: K+N)

Schindellegi – Der Logistikdienstleister Kühne+Nagel (K+N) hat in den ersten neun Monaten 2013 das Ergebnis trotz nur begrenztem Volumenwachstum verbessert, weil sich das Unternehmen stärker auf Profitabilität als auf Wachstum fokussierte. So habe die Entwicklung im stärksten Geschäftssegment «Seefracht» insbesondere im dritten Quartal stagniert. Aus heutiger Sicht könnte Kühne+Nagel 2013 wieder an frühere Rekordergebnisse anschliessen.

In der Summe ist von Januar bis September der Umsatzerlös um 1,5% auf 15,71 Mrd CHF gestiegen, während der aussagekräftigere Bruttogewinn um 2,8% auf 4,69 Mrd zunahm.

Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, stiegen der operative Gewinn auf Stufe EBITDA um 14% auf 710 Mio und der EBIT um 21% auf 561 Mio CHF. Der Reingewinn nahm um 24% auf 442 Mio CHF zu, davon entfielen 435 Mio auf die Aktionäre der Gesellschaft. Der Gewinnanstieg gründet in erster Linie auf einer Kartellbusse der Europäischen Union (EU) über umgerechnet 65 Mio CHF, welche die Vorjahreswerte um den entsprechenden Betrag minderte.

Im dritten Quartal alleine stieg der Bruttogewinn um 3,1% auf 1,57 Mrd CHF, der EBITDA um 5,2% auf 244 Mio und der EBIT um 8,3% auf 195 Mio. Mit den ausgewiesenen Zahlen hat der Logistikkonzern die Erwartungen der Analysten leicht unterschritten.

Seefracht: Fokus auf Profit – Luftfracht floriert
«Wir konzentrieren uns auf renditeorientiertes Wachstum und sind damit auf einem guten Weg, um unsere Ziele zu erreichen», lässt sich CEO Detlef Trefzger in der Mitteilung zitieren. «An unserem strikten Kostenmanagement werden wir ebenso festhalten wie an der kontinuierlichen Verbesserung des Lösungsspektrums», so der seit Mitte August amtierende Konzernchef.

Gerade in der Seefracht habe K+N Anstrengungen unternommen, um die Profitmarge zu verbessern. Während in den transatlantischen und transpazifischen Verkehren Marktanteile gewonnen wurden, habe sich das Unternehmen dem intensiven Wettbewerb auf den Routen zwischen Asien und Europa bewusst entzogen.

In der Folge wurden die Containermengen von Januar bis September um lediglich 2,3% ausgeweitet. Der EBIT im Verhältnis zum Rohertrag, eine Messgrösse des Unternehmens, konnte dafür im dritten Quartal auf 31,4% verbessert werden, womit die Zielmarke von 30% überschritten wurde.

In der Luftfracht habe sich die positive Geschäfts- und Ergebnisentwicklung fortgesetzt, heisst es weiter. Bei einem stagnierenden Gesamtmarkt weitete K+N die beförderten Mengen um 3,3% aus. Hervorzuheben sei die positive Entwicklung im europäischen Luftfrachtgeschäft. Die Bruttomarge nahm in der Berichtsperiode um 0,7 Prozentpunkte auf 21,5% zu und der EBIT im Verhältnis zum Rohertrag lag mit 25,1% auf Vorjahresniveau.

Wachstumsziele bestätigt
Das Unternehmen bestätigte ferner seine Wachstumsziele für das laufende Jahr. Demnach dürfte die Seefrachtsparte 2013 um 3% wachsen. Die Schätzung für das globale Marktwachstum in der Seefracht betrage 2%. In der Luftfracht geht das Unternehmen bei einem stagnierenden Gesamtmarkt von einem eigenen Wachstum in Höhe von 3-4% aus. Die Landverkehre bei Kühne+Nagel sollen um 1-2% schrumpfen, analog zum Gesamtmarkt. In der Kontraktlogistik schliesslich sei für Kühne+Nagel in diesem Jahr ein Plus von 2-4% vorgesehen.

Nach einer Ergebnisdelle in 2012 könnte K+N im laufenden Jahr wieder an frühere Rekorde anschliessen. «Ich fühle mich wohl mit den Gewinnschätzungen der Analysten für das laufende Jahr», erklärte Finanzchef Gerhard van Kesteren im Gespräch mit AWP. «Mit einem ‹up und down› von 10 Millionen», fügte er an. Die Konsensschätzungen der Experten belaufen sich dem CFO zufolge auf rund 600 bis 610 Mio CHF.

2011 hatte das Unternehmen mit 606 Mio CHF eine Million mehr als im Jahr zuvor verdient. 2012 fiel der Reingewinn um 19% auf 493 Mio CHF. (awp/mc/ps)

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