Logistiker Kühne+Nagel spürt zum Halbjahr die Handelsschwäche

Logistiker Kühne+Nagel spürt zum Halbjahr die Handelsschwäche
Detlef Trefzger, CEO Kühne+Nagel International AG. (Foto: K+N)

Schindellegi – Der Logistikdienstleister Kühne+Nagel hat im ersten Halbjahr 2019 die schwächelnde Konjunktur gespürt, dabei aber trotzdem ein ordentliches Resultat erzielt. Das Marktumfeld dürfte aber vor allem in der Luftfracht anspruchsvoll bleiben.

Die Volumen der Gruppe sanken bei den Transporten mit dem Flugzeug im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nämlich um 5,8 Prozent auf 813’000 Tonnen. Der Markt schwächelte dabei nicht nur über das gesamte Semester hinweg etwas, sondern es zeigte sich auch innerhalb der Periode eine abnehmende Tendenz.

„Der Juni war der schwächste Monat“, sagte der Finanzchef des Unternehmens, Markus Blanka-Graff, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Besser sah es in der Seefracht aus, wo Kühne+Nagel weltweit die Nummer 1 ist. Sie wuchs im Halbjahr knapp doppelt so stark wie der Gesamtmarkt.

Nettoumsatz gut 5 Prozent höher
Auf Ebene der gesamten Gruppe legte der Nettoumsatz im Zeitraum von Januar bis Juni um 5,3 Prozent auf 10,6 Milliarden Franken zu. Der aussagekräftigere Rohertrag verbesserte sich um 5,5 Prozent auf 4,02 Milliarden.

Während der operative Gewinn (EBIT) ebenfalls anstieg, ging der den Aktionären anrechenbare Reingewinn leicht um 1,8 Prozent auf 382 Millionen zurück. Bereits im ersten Quartal wurde bei dieser Kennzahl ein Rückgang beobachtet.

Trotz des tieferen Gewinns zeigten sich Analysten in ersten Reaktionen mit dem Resultat zufrieden. Der Logistikdienstleister habe in einem zunehmend schwierigen Marktumfeld weiterhin eine gute Performance gezeigt, lautete der Tenor.

Doch legten auch die Experten den Finger auf den wunden Punkt, die Luftfracht, da Kühne+Nagel hier die Markterwartungen verfehlte. Reduziert wurde hier auch die Prognose. Zwar möchte der Logistiker immer noch besser sein als der Markt, doch erwartet er neu eine Schrumpfung von 4 bis 5 Prozent statt einer Stagnation.

„Ein hochpreisiges Geschäft“
Das Problem sei, dass es sich dabei um ein im Vergleich zur Seefracht hochpreisiges Geschäft handle, führte Finanzchef Blanka-Graff aus. „Hier schrauben die Kunden als erstes zurück“.

In Bezug auf die von Handelshemmnissen geprägte Marktschwäche verwies der Kühne-Finanzchef auf den laufenden Handelsstreit der USA mit China. „Indirekt spürt man diesen auch deutlich in anderen Märkten“, führte er aus.

In der Seefracht erwartet Kühne+Nagel 2019 derweil ein Marktwachstum von etwa 2 Prozent und will selbst über noch über 4 Prozent zulegen (bisher über 5). Kein Update gab es zu den Mittelfristzielen. So strebt das Unternehmen bis 2022 eine Konversionsmarge von 16 Prozent an.

Bei den beiden kleineren Sparten lag das Augenmerk vor allem auf der Kontraktlogistik. Die laufende Restrukturierung sei hier im zweiten Quartal fortgesetzt und das globale Warehouse-Management-System in mehr als 100 Lagern eingeführt worden, hiess es.

Beim Transport zu Land schliesslich wuchs Kühne+Nagel zwar deutlich über dem Markt, allerdings schwächte es sich ebenfalls analog zur Marktentwicklung ab. Dabei stagnierten das US-amerikanische Intermodalgeschäft und das Projektgeschäft im Nahen Osten aufgrund des fallenden Ölpreises.

An der Börse wird der Zahlenkranz trotz der genannten Rücksetzer klar positiv aufgenommen. Die Kühne-Valoren standen zu Handelsschluss mit 3,7 Prozent im Plus. (awp/mc/ps)

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