Kühne+Nagel mit deutlichem Gewinnplus im ersten Halbjahr

Karl Gernandt

Karl Gernandt, VRP und Interims-CEO Kühne + Nagel. (Bild: Kühne + Nagel)

Schindellegi – Die Ergebnisentwicklung des Logistikdienstleisters Kühne+Nagel (K+N) hat im zweiten Jahresviertel 2013 an Dynamik gewonnen, weil sich das Unternehmen stärker auf Profitabilität als auf Wachstum fokussierte. Aus heutiger Sicht könnte Kühne+Nagel 2013 wieder an frühere Rekordergebnisse anschliessen.

Kühne+Nagel hat in der ersten Jahreshälfte den Umsatz um 3,3% auf 10,39 Mrd CHF gesteigert, das Wachstum im zweiten Quartal belief sich noch auf 1,4%. Der für einen Logistikkonzern aussagekräftigere Bruttogewinn zog um 2,6% auf 3,11 Mrd an, von April bis Juni waren es +2,9%. Derweil sprangen der operative Gewinn auf Stufe EBITDA um fast 20% auf 466 Mio und der EBIT um 30% auf 366 Mio CHF. Der Reingewinn nahm um 35% auf 289 Mio CHF zu, davon entfielen 285 Mio auf die Aktionäre der Gesellschaft. Der massive Gewinnanstieg gründet in erster Linie auf einer Kartellbusse der Europäischen Union (EU) über umgerechnet 65 Mio CHF, welche die Vorjahreswerte um den entsprechenden Betrag minderte.

Mit den ausgewiesenen Zahlen hat K+N die Analystenerwartungen erfüllt.

Kostenmassnahmen greifen
Der VR-Präsident und interimistische CEO Karl Gernandt lässt sich folgendermassen zitieren: «Vor allem das Ergebnis im zweiten Quartal 2013 zeigt, dass unsere Massnahmen, die wir konzernweit zur Effizienzsteigerung eingeführt haben, zunehmend greifen. Obgleich wir nicht von einer massgeblichen Belebung der globalen Handelsströme im zweiten Halbjahr ausgehen, werden wir auch weiterhin den Schwerpunkt auf renditeorientiertes Wachstum legen.» In der Seefracht erhöhte Kühne+Nagel im ersten Halbjahr 2013 sein Containervolumen um 3%. Nach einem deutlichen Anstieg des Frachtvolumens im April sei die Mengenentwicklung in den zwei Folgemonaten wieder auf ein «moderates» Mass zurückgegangen, hiess es. Zuwächse wurden vor allem in den innereuropäischen und innerasiatischen Strecken realisiert, während der Asien-Europa-Verkehr stagnierte.

Dank dem Fokus auf Profitabilität blieb die Rohertrags-Marge trotz sinkender Frachtraten stabil auf Vorjahresniveau. Das Betriebsergebnis verbesserte sich um 1% auf 187 Mio CHF. Auch in der Luftfracht sei der April der Monat mit den höchsten Volumenzuwächsen gewesen, heisst es weiter. Insgesamt erhöhte Kühne + Nagel seine Mengen in einem weltweit stagnierenden Luftfrachtmarkt um 3,7%. Im Halbjahresvergleich erhöhte sich das Betriebsergebnis um 7,8% auf 110 Mio CHF.

Für die beiden Hauptsparten wurden denn auch die Wachstumsziele für 2013 bestätigt: Demnach sollte die Seefrachtsparte von K+N um 4-6% wachsen, während das globale Marktwachstum bei 2-3% gesehen wird. In der Luftfracht geht das Unternehmen unverändert von einem eigenen Wachstum in Höhe von 1-3% aus (Marktwachstum maximal 2%).

Landverkehr schreibt rote Zahlen
Im Landverkehr verzeichnete K+N eigenen Angaben zufolge operative Fortschritte. Wenngleich das Betriebsergebnis mit -5 Mio CHF im negativen Bereich lag, sei im zweiten Quartal eine «deutliche» Ergebnisverbesserung zu verzeichnen gewesen. Die Wachstumsprojektionen für die Sparte wurden zudem auf 0-2% gestutzt, nach zuletzt im April prognostizierten 3-5%. In der Kontraktlogistik schliesslich habe die Standortbereinigung vor allem im zweiten Quartal eine «beachtliche» Rentabilitätsverbesserung gebracht. Die EBITDA-Marge verbesserte sich im Halbjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 3,8%.

Auf Kurs für Rekordergebnis
Kühne+Nagel könnte nach einer Ergebnisdelle in 2012 im laufenden Jahr wieder an frühere Rekordergebnisse anschliessen. «Ich fühle mich sehr wohl mit den Gewinnschätzungen der Analysten für das laufende Jahr», erklärte Finanzchef Gerhard van Kesteren im Gespräch mit AWP. Die Konsensschätzungen der Experten belaufen sich dem CFO zufolge auf rund 605 bis 615 Mio CHF. 2011 hatte das Unternehmen mit 606 Mio CHF eine Million mehr als im Jahr zuvor verdient. 2012 fiel der Reingewinn um 19% auf 493 Mio CHF. (awp/mc/upd/ps)

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