«Kultur ohne Hindernisse – Kultur für alle!»

Krippen

Weihnachtslandschaft mit Krippen im Landesmuseum Zürich. Weihnachtsfiguren, 18. Jh., Kloster St. Anna Luzern. (Foto: Schweizerisches Nationalmuseum)

Zürich – Der Internationale Tag der behinderten Menschen widmet sich dieses Jahr dem Thema hindernisfreier Zugang zur Kultur. Zahlreiche Kulturinstitutionen und Behindertenorganisationen beteiligen sich zwischen dem 1. und 3. Dezember an verschiedenen Orten in der Schweiz mit Spezialführungen, öffentlichen Veranstaltungen und Informationsständen an dieser Sensibilisierungsaktion, wie die Dachorganisationenkonferenz der privaten Behindertenhilfe DOK in einer Mitteilung schreibt.

Die Teilhabe am kulturellen Leben ist ein Grundrecht, das in der UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen festgehalten ist. Dazu gehört der Zugang zu Veranstaltungsorten wie Theatern oder Kinos sowie der Zugang zu Fernsehprogrammen und zu anderen kulturellen Inhalten. Es geht aber auch darum, behinderten Menschen Entfaltungsmöglichkeiten für ihr künstlerisches Schaffen zu bieten – und zwar nicht nur für sich selbst, sondern auch als Ausdruck einer vielfältigen Gesellschaft. Denn Menschen mit Handicap sind im kulturellen Leben unterrepräsentiert. Explizit in der UNO-Konvention festgehalten ist der Anspruch auf Anerkennung und Unterstützung der entsprechenden kulturellen und sprachlichen Identität, einschliesslich der Gebärdensprache und Gehörlosenkultur.

Grundrecht sichtbar machen
Die Behindertenorganisationen wollen dieses Jahr das Wochenende vor dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung nutzen, um die konkrete Umsetzung dieses Grundrechts anzuregen und sichtbar zu machen. Schon im Sommer appellierten sie deshalb an verschiedene Museen, Theater und Kinos. Die Kulturinstitutionen sollten die Zugänglichkeit ihrer Veranstaltungen überprüfen und die Plattform vom 3. Dezember nutzen, um auf bestehende, hindernisfreie Angebote aufmerksam zu machen. Das Echo auf diesen Aufruf war laut DOK erfreulich. Unter www.3dezember.ch findet sich eine Zusammenstellung der Veranstaltungen. Der Bogen reicht von Filmabenden, über Spezialführungen, Sonderausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen bis zu Verteilaktionen und Infoständen an Weihnachtsmärkten. Umfangreiche Angaben über die Zugänglichkeit von Kulturangeboten für Hör-, Seh- und Mobilitätsbehinderte findet man zudem unter www.zugangsmonitor.ch.

Führungen im Landesmuseum in Gebärdensprache
Am Sonntag, 2. Dezember, bietet das grösste Museum der Schweiz, das Landesmuseum in Zürich, zwei Führungen explizit für Hörbehinderte und Hörende an. Matthias Senn, Kurator i.R., wird zusammen mit einer Gebärdensprache-Dolmetscherin die Exponate vorstellen. Um 14.00 startet die Führung unter dem Titel «Glanzstücke. Auf der Spur von Kostbarkeiten und Highlights im Museum». Und um 16.00 Uhr beginnt der Rundgang «Sammeln, sortieren, enträtseln» durch die «Galerie Sammlungen». Zudem kann man auf eigene Faust und mit dem iPad mit einem Kommentar in Gebärdensprache durch die Ausstellung «Geschichte Schweiz» streifen. Mehr Infos: www.nationalmuseum.ch (DOK/mc/pg)

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