LafargeHolcim im 2. Quartal mit geringerem Wachstum und mehr Gewinn

LafargeHolcim im 2. Quartal mit geringerem Wachstum und mehr Gewinn
Jan Jenisch, CEO LafargeHolcim (Bild: SRG)

Jona – Der Baustoffkonzern LafargeHolcim hat im zweiten Quartal ein geringeres Wachstum als im Vorquartal verbucht, konnte aber die Profitabilität erneut überproportional verbessern. Rückenwind kam von der robusten Nachfrage, steigenden Preisen und den Kostensenkungen. Die Prognosen für das Gesamtjahr hat das Management bestätigt.

„Wir haben das Ergebnis deutlich gesteigert und auch viele andere Bilanzkennzahlen haben sich klar verbessert“, sagte CEO Jan Jenisch am Mittwoch an einer Telefonkonferenz. „Die Bauindustrie erweist sich derzeit als ziemlich widerstandsfähig.“ Die niedrigen Zinsen und der Investitionsbedarf bei der Infrastruktur sorgten für eine Sonderkonjunktur in der Branche.

„Kleiner Stolperer“
Beim Wachstum habe das zweite Quartal jedoch einen „kleinen Stolperer“ gezeigt. Auf vergleichbarer Basis stieg der Umsatz im Quartal um 1,2 Prozent auf 7,10 Milliarden Franken. Nominell ging er nach den Devestitionen in Südostasien aber um 4,6 Prozent zurück.

Als Faktoren für die Verlangsamung nannte Jenisch die geringere Anzahl Arbeitstage aufgrund des späten Ostertermins oder Wettereinflüsse wie Hitzeperioden in Europa sowie Überschwemmungen in den USA. Dadurch sei etwa der wichtige Transportweg Mississippi beeinträchtigt gewesen.

Der Betriebsgewinn stieg trotzdem erneut stark. Der wiederkehrende EBITDA verbesserte sich auf vergleichbarer Basis um 7,1 Prozent auf 1,85 Milliarden Franken. Als Gründe nannte Jenisch hier unter anderem das im ersten Quartal abgeschlossene Sparprogramm.

Tiefere Kosten für Restrukturierung
Das machte sich auch unter dem Strich bemerkbar. Der Konzerngewinn erreichte im ersten Halbjahr 1,13 Milliarden Franken, nach 394 Millionen im Vorjahr. Insbesondere die Kosten für die Restrukturierung und die Einmalkosten lagen im Vergleich zum Vorjahr mit 71 Millionen Franken (VJ 300 Mio.) deutlich tiefer.

Auch beim Schuldenabbau wurden Fortschritte gemacht und die Ziele seien aufgrund der „stark wertsteigernden“ Devestitionen in Südostasien und durch den höheren Cashflow schneller erreicht worden als geplant. Die Nettofinanzschulden beliefen sich per 30. Juni schliesslich auf 11,34 Milliarden Franken. Das sind 4,79 Milliarden weniger als vor Jahresfrist.

Betriebsgewinn in Asien und Europa verbessert
Die Devestitionen hatten auch einen deutlichen Einfluss auf die Zahlen der Region Asien im ersten Halbjahr. Während der Absatz von Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton deutlich zurückging, verbesserte sich der wiederkehrende Betriebsgewinn um rund 11 Prozent. In Asien habe vor allem Indien gut gefüllte Auftragsbücher, doch auch China zeige sich robust.

Auch in Europa stieg der EBITDA deutlich an. Hier hätten Preiserhöhungen und Effizienzsteigerungen zur Margenverbesserung beigetragen, hiess es. In Nordamerika war der Anstieg des Betriebsgewinns geringer. In Lateinamerika habe sich die Nachfrage etwas abgeschwächt. Und in Afrika schliesslich sieht Jenisch den Turnaround geschafft. Hier sei offenbar der Tiefpunkt im ersten Quartal überwunden worden. Insgesamt stieg die Marge im ersten Halbjahr auf 17,2 von zuvor 16,2 Prozent.

Auch nach Divisionen zieht das Unternehmen eine positive Bilanz der ersten sechs Monate. Alle vier Geschäftssegmente hätten zum Erfolg beigetragen.

Ausblick bestätigt
Am Ausblick will Jenisch aufgrund der Zahlen keine Veränderung vornehmen. Die Ziele mit einem Wachstum beim vergleichbaren Umsatz von 3 bis 5 Prozent und beim wiederkehrenden EBITDA von mindestens 5 Prozent wurden bekräftigt.

Am strategischen Kurs der Ergänzungsakquisitionen will Jenisch ausserdem festhalten. Seit Jahresbeginn hat LafargeHolcim insgesamt sechs Unternehmen erworben, davon drei in Nordamerika. Spekulationen um ein mögliches Interesse am Bauchemiegeschäft von BASF wollte er nicht kommentieren. „Ich habe gehört, dass es zum Verkauf steht“, sagte er bloss. (awp/mc/pg)

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