Landis+Gyr verzeichnet 2019/20 den erwarteten Umsatzrückgang

Werner Lieberherr
Werner Lieberherr, CEO Landis+Gyr. (Foto: zvg)

Zug – Der Anbieter von Energiemanagement-Lösungen Landis+Gyr hat im Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende März) die ersten Einflüsse der Coronakrise zu spüren bekommen und weniger Umsatz erzielt. Belastet hat zudem die sinkende Nachfrage am wichtigen US-Markt. Auf die Zahlung einer Dividende und eine Guidance wird verzichtet.

Der Umsatz sank im abgelaufenen Jahr um 3,8 Prozent auf 1,70 Milliarden Dollar. Währungsbereinigt belief sich der Rückgang auf 2,0 Prozent. Der Einfluss der Coronakrise habe ungefähr zu einer Verringerung des Umsatzes von einem Prozent geführt. Vor einem Umsatzrückgang in dieser Grössenordnung hatte Landis+Gyr die Anleger bereits Ende März gewarnt, nachdem im Januar noch von einem Wachstum am unteren Ende der Bandbreite von 1 bis 4 Prozent die Rede war. Analysten gingen daher bereits von einem Umsatz in Höhe von 1,71 Milliarden aus.

Starker Rückgang in Americas
Besonders deutlich gingen die Verkäufe in der Region Americas (in LW -7,7%) zurück. Der Grund dafür waren den Angaben zufolge regulatorische Verzögerungen bei Projektgenehmigungen sowie das Auslaufen von zwei Grossprojekten in den USA.

Besser lief es in den Regionen EMEA (+3,9%) und Asien Pazifik (+13%), wo die Zuger Gruppe Wachstum erzielte. Insbesondere in Grossbritannien sowie in Australien und Hongkong profitierte Landis+Gyr von einer wachsenden Nachfrage.

Marge verbessert
Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn EBITDA lag mit 237 Millionen Dollar nur leicht unter Vorjahr, und so verbesserte sich die dazugehörige Marge um 0,5 Prozentpunkte auf 14,0 Prozent. Dabei hat sich ein einmaliger Steuereffekt in Brasilien mit 5,6 Millionen positiv ausgewirkt, während man weitere Kosten- und Effizienzverbesserungen umgesetzt habe.

Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 113 Millionen Dollar nach 122 Millionen im Jahr davor. Mit den Gewinnzahlen hat Landis+Gyr etwas besser als von Analysten erwartet abgeschnitten. Erwartet wurden ein bereinigter EBITDA von 236 Millionen und ein Gewinn von 110 Millionen.

Den Cashflow aus Geschäftstätigkeit weist Landis+Gyr mit 150 Millionen nach zuvor 163 Millionen aus. Derweil wurden mit 28,6 Millionen klar weniger investiert als im Vorjahr (40,5 Mio).

Vorerst keine Dividende
Auf die Ausschüttung einer Dividende verzichtet die Gruppe in Zeiten von Corona vorerst. Das Thema werde man aber anlässlich der Halbjahrespublikation Ende Oktober neu beurteilen, versprach das Unternehmen. Auch das Aktienrückkaufprogramm bleibe ausgesetzt.

Mit diesen Vorsichtsmassnahmen will Landis+Gyr die bereits robuste Liquidität angesichts der Unsicherheiten in der gegenwärtigen Krise stärken. Ausserdem verzichte die Konzernleitung für sechs Monate auf 10 Prozent des Grundgehalts und auch die Grund- und Ausschusshonorare der Verwaltungsräte würden um so viel reduziert. Seit April amtet Werner Lieberherr als neuer CEO.

Keine Finanzprognose
Auch auf die Formulierung einer Finanzprognose für das neu angelaufene Geschäftsjahr 2020/21 verzichtet Landis+Gyr, da die Auswirkungen der Coronakrise auf den Umsatz derzeit nicht abschätzbar seien. Diese könnten je nach Verlauf wesentlich sein, hiess es.

Je nach Region sieht die Gruppe unterschiedliche Entwicklungen: Während die meisten nordamerikanischen Kunden weiterhin Zähler installierten, hätten mehrere Schlüsselkunden in EMEA Installationen ausgesetzt oder verschoben, insbesondere in Grossbritannien, Frankreich und den Niederlanden. Bislang habe man allerdings keine grösseren Projektabbrüche hinnehmen müssen, und die Software- sowie Dienstleistungsverträge würden unverändert weiterlaufen. (awp/mc/pg)

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