Lastminute hält trotz Iran-Krieg am Ausblick für 2026 fest
Amsterdam / Chiasso – Der Online-Reiseanbieter Lastminute.com bestätigt den Ausblick für das laufende Jahr. Der Iran-Krieg sorgt nun allerdings für Turbulenzen. Man werde die Lage genau beobachten, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
Gleichzeitig publizierte Lastminute die definitiven Ergebnisse für 2025 – diese entsprachen den bereits im Februar publizierten vorläufigen Zahlen. Bisher noch nicht bekannt war die Dividende: Wie schon im Vorjahr sollen 0,41 Euro je Aktie an die Aktionärinnen und Aktionäre ausgeschüttet werden.
Auswirkungen des Iran-Kriegs
Der Iran-Krieg hat das Reisegeschäft zuletzt spürbar beeinflusst. Vor allem Luftraumsperrungen und veränderte Reisepräferenzen führten dazu, dass rund 17’000 Buchungen betroffen waren. Das entspricht einem Volumen von etwas mehr als eineinhalb Tagen des normalen Geschäfts, heisst es im Communiqué.
Grundsätzlich bleibe die Reiselust aber trotz der Unsicherheit hoch. Die Nachfrage verlagere sich aber zunehmend auf alternative Destinationen wie die Kanarischen und Balearischen Inseln sowie auf Ziele in Südeuropa, wie Sizilien und Sardinien. Auch Städtereisen rückten stärker in den Fokus.
Lastminute sieht sich dabei gut aufgestellt, um auf die Auswirkungen des Krieges reagieren zu können. Dabei profitiert das Unternehmen von der Ausrichtung auf europäische Märkte. Zudem könnten regionale Schwankungen dank des breiten Angebots an Flügen, Hotels und Pauschalreisen in mehreren Märkten ausgeglichen werden.
Damit hält Lastminute am im Februar gegebenen Ausblick für das laufende Jahr fest. Demnach werden Umsatzwachstum sowie eine Steigerung des bereinigten EBITDA von jeweils «etwa 10 Prozent» erwartet. Die Lage im Nahen Osten werde aber weiterhin aufmerksam beobachtet.
Fokus auf Kundenbindung und Technologie
Strategisch will sich Lastminute stärker auf langfristige Kundenbeziehungen ausrichten. Zudem soll ein kostenloses Treueprogramm die Kundenbindung erhöhen und damit letztlich für höhere Einnahmen pro Kunde sorgen. Nach dem Start in Grossbritannien wird das Programm nun auf Deutschland ausgeweitet – Italien, Frankreich und Spanien sollen im Jahresverlauf folgen.
Parallel investiert die Gruppe weiter in Technologie. Mithilfe von Daten und KI-gestützten Funktionen will Lastminute seine Kunden entlang der gesamten Reise begleiten und so die Grundlage für wiederkehrende Buchungen stärken.
Definitive Zahlen ohne Überraschung
Die definitiven Zahlen brachten derweil keine Überraschungen. Wie bereits im Februar vorab gemeldet stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 361,1 Millionen Euro. Der bereinigte EBITDA nahm um 33 Prozent auf 54,9 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge stieg damit um 2 Prozentpunkte auf 15,2 Prozent. Der Reingewinn sank dagegen infolge von einmaligen Restrukturierungskosten um 26 Prozent auf 11,6 Millionen.
Zum Online-Reiseanbieter zählen neben der Marke lastminute.com auch Volagratis, Rumbo, weg.de, Bravofly, Jetcost und Hotelscan. (awp/mc/ps)