Leclanché weitet 2012 Verlust aus

Ulrich Ehmes

Ulrich Ehmes, CEO Leclanché.

Yverdon-les-Bains – Die konsolidierten Gesamtumsatzerlöse von Leclanché haben sich im Geschäftsjahr 2012 auf CHF 16,1 Mio. erhöht (+ 20,1% im Vergleich zu CHF 13,4 Mio. in 2011), was hauptsächlich auf einen Anstieg des Geschäfts mit grossformatigen Lithium-Ionen-Zellen und -Systemen um 177% zurückzuführen ist, wie aus einer Mitteilung des auf die Produktion grossformatiger Lithium-Ionen-Zellen spezialisierten Unternehmen vom Dienstag hervorgeht.

Demnach belief sich der Nettoverlust belief sich im Jahr 2012 auf CHF 15,2 Mio. (im Vergleich zu CHF 11,6 Mio. in 2011). Der höher als erwartet ausgewiesene Verlust wurde vorwiegend durch Verzögerungen bei der Anlaufphase der neuen Produktionsanlage eines Herstellungsprozesses und bei der Einführung der Heimspeichermodule von Leclanché verursacht. Hinzu kam ein Auftragseingang, der geringer als erwartet ausfiel. Angesichts des sich daraus ergebenden Liquiditätsengpasses hat Leclanché entsprechende Liquiditätssicherungsmassmahmen getroffen und einen Überbrückungskredit aufgenommen. Zudem setzt das Unternehmen nunmehr einen Turnaround Plan um. Angesichts der aktuellen Cash Planung geht Leclanché davon aus, bis Ende April 2013 finanziert zu sein. Im Hinblick auf seinen kurz-und mittelfristigen Finanzierungsbedarf untersucht Leclanché aktiv mit Unterstützung seines Finanzberaters, Kepler Corporate Finance, verschiedene Optionen.

Sanierungsplan
Der Sanierungsplan von Leclanché soll fünf Hauptziele erreichen: Kostenreduzierung durch Straffung der Organisationsstruktur, Stärkung von Schlüsselfunktionen im Management (insbesondere im Vertrieb und in der Produktion), stärkere Konzentration auf Go-to-Market-Prozesse für die Lithium­Ionen-Speichersysteme von Leclanché, Abschluss wichtiger Allianzen zur Beschleunigung der Markterschliessung für die Produkte von Leclanché und Maximierung des Ergebnisbeitrags bestehender Geschäftsbereiche.

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung sind der Ansicht, dass die erfolgreiche Umsetzung dieser verschiedenen Massnahmen (einschliesslich der Finanzierungstransaktionen) Leclanché ermöglichen wird, seine gegenwärtigen Schwierigkeiten zu überwinden und zukünftige Marktchancen zu nutzen.

Strategie
Die Strategie von Leclanché besteht darin, seine Position als einer der führenden Produzenten von Lithium-Ionen-Zellen sowie von Lithium-Ionen-Energiespeichersystemen für die Speicherung erneuerbarer Energie in Europa auszubauen. Die strategische Priorität des Unternehmens liegt in stationären Heimspeicheranwendungen für elektrische Energie und auf der Markterschliessung von stationären Stromspeicheranlagen für die Industrie und Versorgungsnetze. Leclanché ist nach wie vor davon überzeugt, dass das Unternehmen über die richtigen Technologien und Produkte verfügt, um auf dem Energiespeichermarkt erfolgreich zu sein. Dieser Markt befindet sich noch in der Entwicklung und wird voraussichtlich bald grössere Marktchancen in Höhe von mehreren Millarden Euro bieten. Die Energiespeicherung ist notwendig, um Solar-und W indenergie effektiv zu nutzen.

Für diese zukünftigen Marktchancen hat Leclanché eine einzigartige Zellentechnologie mit einer Reihe von wichtigen Unterscheidungsmerkmalen entwickelt: Eingebautes Sicherheitselement mit einem flexiblen, keramischen Separator; ein lange Lebensdauer; und ein wettbewerbsfähiger, hochautomatisierter Produktionsprozess. Die bereits ausgelieferten 150 Module haben die Kundenerwartungen bisher erfüllt und leisten damit einen Beitrag zur weiteren Validierung der Lithium­Ionen-Speichertechnologie von Leclanché.

Ausblick
Leclanché konzentriert sich auf drei Prioritäten: Abdeckung des mittelfristigen Finanzierungsbedarfs, Herstellung der Produktverfügbarkeit durch Lösung des gegenwärtigen Produktionsproblems und durch Abschluss der Modulentwicklung sowie Maximierung des Ergebnisbeitrages der bestehenden Geschäftsbereiche. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wurde noch keine endgültige Lösung für die Finanzierung des Unternehmens gefunden. Es besteht weiterhin eine gewisse Unsicherheit bezüglich der Finanzierung des Unternehmens, insbesondere aufgrund des Timings sowie der grundsätzlichen Verfügbarkeit von Kapital.

Aus operativer Sicht wird die Validierung der Zellen voraussichtlich während des 2. Halbjahres 2013 abgeschlossen werden. Die Heimspeichermodule dürften im 2. bzw. 3. Quartal 2013 als Prototypen verfügbar sein. Sobald die Module mit dem CE-Symbol validiert sind, wird Leclanché deren Auslieferung an seine B2B-Kunden für die Praxistests vornehmen. Diese Tests können mehrere Monate dauern. Erst nach deren Abschluss kann Leclanché mit bedeutenden Aufträgen rechnen. Das Unternehmen wurde bereits von mehreren potenziellen Kunden für Industriespeicher kontaktiert, insbesondere für Anwendungen, wenn eine hohe Lebensdauer erforderlich ist. Ausserdem diskutiert die deutsche Regierung derzeit ein Speicher-Subventionsprogramm in Höhe von EUR 50 Mio. für 2013, von dem das Unternehmen zu profitieren versucht.

Leclanché erwartet einen graduellen Fortschritt bei der Umsetzung seines operativen Planes aus. Da die Lithium-Ionen-Speichertechnologie noch ein neuer und sich entwickelnder Markt ist und zudem Unsicherheit in Bezug auf einige staatliche Regulierungsmassnahmen besteht, könnten diese Fortschritte jedoch nicht linear verlaufen. Das Unternehmen bleibt aber angesichts der einzigartigen und grossen Marktchancen zuversichtlich, weil Leclanché über viele der erforderlichen Komptenzen und Fähigkeiten verfügt, um erfolgreich zu sein, und weil sich der Markt in die erwartete Richtung bewegt. (Leclanché/mc/ps)

Über Leclanché S.A.
Leclanché ist Spezialist für massgeschneiderte Energiespeichersysteme. Die Strategie von Leclanché ist darauf ausgerichtet, seine Position als einer der führenden Hersteller von Lithium -Ionen-Zellen und Anbieter von elektrischen Speicherlösungen für erneuerbare Energien in Europa auszubauen. Zunächst richtet sich die Priorität auf stationäre Heimspeicherlösungen für elektrischen Strom sowie die Expansion in die Märkte für stationäre, industrielle und netztechnische Stromspeicherlösungen. Durch die gezielte Beteiligung an Forschungskonsortien mit Fokus auf mobile Speicherlösungen positioniert sich Leclanché, auch die Möglichkeiten dieser neuen Märkte zu nutzen.
Durch eine einzigartige, patentierte Separator-Technologie, dem Kernelement ihrer Lithium-Ionen-Zellen und Fokus auf Lithium-Titanat-Technologie, ist Leclanché in der Lage, Zellen mit überdurchschnittlichen Sicherheitsmerkmalen und Lebensdauer in automatisierter Produktion herzustellen. Die neue Produktionsanlage für grossformatige Lithium -Titanat-Zellen wird eine installierte Gesamtkapazität von bis zu 1 Million Zellen oder 76 MWh pro Jahr haben.
Leclanché wurde 1909 in Yverdon-les-Bains gegründet. Durch die Integration eines Spin-Offs der Fraunhofer-Gesellschaft im Jahr 2006 entwickelte sich die Firma von einem traditionellen Batteriehersteller zu einem führenden Entwickler und Hersteller von Lithium -Ionen-Zellen in Europa. Leclanché beschäftigt momentan rund 120 Mitarbeiter und ist an der SIX Swiss Exchange (LECN) kotiert. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Yverdon-les-Bains (Schweiz) und einen Produktionsstandort in Willstätt (Deutschland). Mehr Informationen zu Leclanché unter: www.leclanche.com

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