Lifefair Forum: Globale Nachhaltigkeitsziele – Umsetzung in der Schweiz

Sandro Brotz
"Rundschau"-Moderator Sandro Brotz. (Copyright SRF/Oscar Alessio)

Zürich – Am 24. Lifefair Forum vom vergangenen Montag drehte sich alles um die Agenda 2030 und deren Umsetzung. Der „Rundschau“-Moderator Sandro Brotz führte die 5 Panelisten von Syngenta, Allicance Sud, mia Engiadina, Lonza und dem Bundesamt für Raumentwicklung durch den Abend.

Das 24. Lifefair Forum im St. Peter Forum Zürich war mit über 250 Anmeldungen erneut ausgebucht. Es diskutierten Dr. Juan Gonzalez-Valero (Syngenta), Dr. Mark Herkenrath (Alliance Sud), Barbara Josef (mia Engiadina), Dr. Maria Lezzi (Bundesamt für Raumentwicklung) und Jörg Solèr (Lonza AG). Der „Rundschau“-Moderator Sandro Brotz führte die Panelisten durch folgende zentrale Fragen:

  • Wie soll der Beitrag der Schweiz zur Umsetzung der Agenda 2030 aussehen?
  • Wie können die Interessen der unterschiedlichen Akteure zusammengeführt werden?
  • Wie kann die Wirtschaft profitieren?
  • Auf was kommt es wirklich an und was ist nice to do?

Dr. Juan Gonzalez-Valero, Globaler Leiter Public Policy und Nachhaltigkeit der Syngenta International AG, betonte in seiner Keynote, dass die Stärke der Agenda 2030 vor allem darin liege, dass zwar gute gemeinsame Zielsetzungen formuliert wurden, der Weg dahin jedoch in der Verantwortung jedes Einzelnen liege -die individuellen Unternehmen hätten so die Möglichkeit, ihre jeweiligen Kernkompetenzen einzusetzen.

Dr. Mark Herkenrath, Geschäftsleiter von Alliance Sud, legte in seiner Keynote den Fokus nicht nur auf die Chancen, sondern auch auf die Schwächen der Agenda 2030 – wie zum Beispiel die ungelöste Finanzierungsfrage sowie die Herausforderung bei der Arbeit an einem Ziel immer auch die Auswirkungen auf 16 andere Ziele berücksichtigen zu müssen.

Die Panelisten haben folgende Ansätze am 24. Lifefair Forum angesprochen:

  • Das Gelingen der Agenda 2030 hängt stark von der konstruktiven Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure aus Wirtschaft, Umwelt und sozialem Umfeld ab – neue Kooperationen sind dabei unumgänglich.
  • Es muss auf sogenannte „Rosinenpickerei“ verzichtet werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Akteure auf Nischen konzentrieren und die Zielerreichung insgesamt aus den Augen verlieren.
  • Dadurch, dass in der Schweiz ausserordentlich viele globale Akteure tätig sind, ist sie für die Umsetzung der SDGs eine zentrale Bedeutung.

Zitate der Podiumsgäste:

„Die Landwirtschaft ist für die Umsetzung aller 17 SDGs von zentraler Bedeutung. Ohne nachhaltige Effizienzsteigerung in der Landwirtschaft und eine bessere Nutzung der Bodenfläche sind die gesetzten Ziele der Agenda 2030 nicht umsetzbar.»
Dr. Juan Gonzalez-Valero, Syngenta International AG, Globaler Leiter Public Policy und Nachhaltigkeit

„Eine der Hauptchancen bezüglich der Umsetzung der Agenda 2030 liegt in der neuen Sicht auf die Entwicklungszusammenarbeit. Denn diese ist nicht länger ein simpler Ausdruck von Solidarität, sondern vielmehr die Arbeit an einem globalen Projekt, das allen Menschen nützt.“
Dr. Mark Herkenrath, Alliance Sud, Geschäftsleiter

„Damit sich ein Unternehmen im Sinne der Agenda 2030 entfalten kann, muss die Firmenkultur das Engagement von Einzelpersonen zulassen. Die Erreichung der SDGs geschieht nämlich viel mehr durch einen „bottom-up“-als durch einen „top-down“ Prozess.“
Barbara Josef, mia Engiadina und Co-Founder 5to9 AG

„Damit die Umsetzung der Agenda 2030 gelingt, ist es wichtig, die Menschen dazu zu motivieren, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. Dies gelingt nur, indem die SDGs einladend wirken und Lust machen. Mit Druck werden wir bei den Menschen nichts erreichen.“
Dr. Maria Lezzi, Bundesamt für Raumentwicklung ARE, Direktorin

„Die Agenda 2030 bietet allen Akteuren die Chance, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Gerade der Schweiz bietet sich dank modernsten Technologien und Unternehmen die Möglichkeit, als Innovationsweltmeister hervorzugehen.“
Jörg Solèr, Lonza AG, Standortleiter Werk Visp

Die UNO-Mitgliedsstaaten haben im September 2015 die globale Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet und sich mit den Sustainable Development Goals (SDG) bis 2030 klare gemeinsame Ziele gesetzt. Die Agenda 2030 umfasst 17 SDGs und 169 Zielvorgaben. Diese berücksichtigen gleichermassen soziale, wirtschaftliche und umweltpolitische Aspekte. Alle staatlichen und privaten Akteure sind aufgerufen, im In-und Ausland Beiträge zur Erreichung der Ziele bis 2030 zu leisten. Dabei gilt es die nationalen Voraussetzungen zu berücksichtigen. (Lifefair/mc/ps)

Über Lifefair
Lifefair fördert den offenen Dialog zwischen Politik, Unternehmen und Gesellschaft. Viermal jährlich findet das Lifefair Forum zu einem aktuellen Themenschwerpunkt statt. Jeweils im Herbst veranstaltet Lifefair das Swiss Green Economy Symposium (SGES). Das Swiss Green Economy Symposium ist die wichtigste Plattform des offenen Austauschs über unternehmerisch gelebte Nachhaltigkeit und vereint die Spitzen von Politik, Wirtschaft, Forschung und Umwelt (www.sges.ch).
Lifefair -Die Plattform für Nachhaltigkeit. www.lifefair.ch

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