Loeb: Gewinn steigt trotz verkürztem Geschäftsjahr

Nicole Loeb

Nicole Loeb, VR-Delegierte Loeb Holding AG.

Bern – Die Loeb-Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 den Gewinn gesteigert. Diese Steigerung kam trotz eines verkürzten Geschäftsjahres und eines tieferen Nettoerlöses zustande. Damit sollen auch die Aktionäre eine höhere Dividende erhalten. Einen konkreten Ausblick auf das laufende Jahr gab die Warenhausgruppe nicht, es werde aber erneut mit einem guten Jahr gerechnet.

Der Nettoerlös ging als Folge der Verkleinerung der selbst bewirtschafteten Verkaufsfläche um 12% auf 96,3 Mio CHF zurück. Das Geschäftsjahr war um einen Monat verkürzt, da Loeb den Bilanzstichtag vom 31. Januar auf den 31. Dezember vorverlegt hat. Auf pro Forma Basis hätte sich der Umsatz um 4,5% verringert. Verantwortlich dafür sei die Filialschliessungen in Avry.

Kosten im Griff behalten
Insgesamt habe Loeb an Dynamik gewonnen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. So wurde der Nettoerlös pro Quadratmeter um fast 10% gesteigert, die Bruttogewinnmarge stieg auf 45,1% von 43,5% im Vorjahr. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA verbesserte sich um knapp 6% auf 12,8 Mio CHF und auf Stufe EBIT um mehr als 50% auf 5,6 Mio. Neben der besseren Bruttomarge hätten höhere Konzessionserträge einen massgeblichen Anteil daran gehabt; zudem sei es einmal mehr gelungen, die Kosten im Griff zu behalten. Der Jahresgewinn wurde um ein Drittel auf 4,8 Mio CHF gesteigert. Den Inhabern der Partizipationsscheinen soll insgesamt je Titel eine Dividendenausschüttung von 4,00 CHF gewährt werden, nach 3,40 CHF im Vorjahr.

Eigenkapitalanteil weiter auf «komfortabler Höhe»
Die Bilanz sei von der Erhöhung des Immobilienbestandes um 10 Mio CHF geprägt gewesen, so Loeb, es wurden zwei Liegenschaften erworben. Der Eigenkapitalanteil liege mit 68,4% nach 69,2% im Vorjahr weiter auf einer «komfortablen Höhe». Bei den Warenhäusern habe Bern höhere Umsätze sowohl in den Textil- wie in den Hartwarenbereichen erzielt. Das Weihnachtsgeschäft sei sehr positiv gewesen. In den Filialen in Biel und Thun wurden im Sommer und Herbst umfangreiche Umbauarbeiten getätigt. Die Verkaufsflächen der Untergeschosse habe die Firma Dosenbach-Ochsner vollständig übernommen.

Krompholz mit Umsatzrückgang
Derweil sei 2010 für die Musikinstrumentenbranche und somit auch für das Musikhaus Krompholz erneut ein schwieriges Jahr gewesen. Zudem sei die Entwicklung durch den Wegzug der Untermieterin Orell Füssli Buchhandlung geprägt gewesen. Krompholz wies entsprechend insgesamt einen Umsatzrückgang auf. In den kommenden Monaten seien umfangreiche Umbaumassnahmen geplant, so dass zwei unabhängige Ladengeschäfte entstünden. Neuer Mieter werde ab September das Bekleidungsunternehmen Companys sein.

Neue Gruppenstruktur
Zudem gibt sich Loeb eine neue Gruppenstruktur. Per Bilanzstichtag wurden die beiden Immobiliengesellschaften Imlo und Warlo von der Loeb AG auf die Loeb Holding übertragen. Damit setze sich die Loeb-Gruppe künftig aus zwei Sparten – der Detailhandelssparte und der Immobiliensparte – zusammen. Zudem soll der Verwaltungsrat um ein Mitglied erweitert werden. Loeb strebt den Angaben zufolge an, neben den selbst genutzten Immobilien auch an Dritte vermietete Liegenschaften ins Portfolio aufzunehmen. Der Bestand an Renditeliegenschaften soll «sorgfältig aber kontinuierlich» erhöht werden, heisst es dazu. (awp/mc/upd/ps)

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