Logitech: Nasdaq mahnt wegen später Publikation geprüfter Zahlen

Bracken Darrell

Logitech-CEO Bracken Darrell.

Newark / Lausanne – Der Computerzubehörhersteller Logitech ist von der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq wegen der noch nicht erfolgten Publikation der definitiven Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2013/14 gemahnt worden. Man habe von der Nasdaq eine so genannte «standard notice» erhalten, des Inhalts, dass die Regeln der Börse mit der verspäteten Lieferung der Zahlen an die amerikanische Börsenaufsicht SEC nicht eingehalten würden, teilte Logitech am Donnerstag mit. Diese Meldung von der Nasdaq sei indes erwartet worden.

Logitech hatte im Mai bekanntgegeben, dass die Einreichung des definitiven Ergebnisses für das vergangene Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende März) über das geforderte Datum vom 30. Mai hinaus verschoben werden müsse. Das Audit Committee führe zusammen mit unabhängigen Beratern eine Untersuchung «gewisser Buchhaltungsangelegenheiten» in den Rechnungen früherer Jahre durch, hiess es damals zur Begründung. Gewisse Dinge, die überprüft würden, seien auch Gegenstand einer formellen Untersuchung durch die SEC.

Kooperation mit SEC
Dabei geht es unter anderem um Rückstellungen für Garantieleistungen und Goodwill-Abschreibungen sowie gewisse Transaktionen mit einem (Gross-)Händler in den Geschäftsjahren 2007 bis 2009. Logitech kooperiere diesbezüglich mit der SEC. Man habe jüngst ein Abkommen mit der SEC getroffen, um die Untersuchungen zu vertiefen, wobei man nicht voraussagen könne, was dabei heraus komme.

Entsprechend könnte es zu Anpassungen in der Rechnung des Geschäftsjahres 2014 kommen, hiess es im Mai weiter. Logitech zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Angelegenheit keinen Einfluss auf den Ausblick für das Geschäftsjahr 2015 oder auf das langfristige Geschäftsmodell haben wird.

60-Tage-Frist
Laut der aktuellen Mitteilung hat die Meldung der Nasdaq keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Notierung oder den Handel mit der Aktie an der amerikanischen Börse. Gemäss den Nasdaq-Regeln hat Logitech 60 Tage Zeit, um einen Plan vorzulegen, wie die Ordnungsmässigkeit wieder hergestellt werden soll. Werde dieser genehmigt, könnte ein Aufschub für die Lieferung der Zahlen von bis zu 180 Tagen gewährt werden. Es sei indes geplant, die Ergebnisse so bald wie möglich zu publizieren.

Logitech hatte Ende April das vorläufige Ergebnis des Geschäftsjahres 2013/14 (April bis März) veröffentlicht. Das Unternehmen hatte bei einem Umsatz von 2,12 Mrd USD mit einem Gewinn von 75,5 Mio USD die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft. (awp/mc/ps)

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