Lonza mit «gutem» Start ins Jahr

Richard Ridinger
Lonza-CEO Richard Ridinger.

Lonza-CEO Richard Ridinger.

Basel – Der Lifesciencekonzern Lonza ist nach eigener Einschätzung gut ins Jahr 2015 gestartet. Das Ergebnis habe voll den Erwartungen entsprochen. Zudem hat das Unternehmen neue Ziele für das Jahr 2018 ausgegeben und die Guidance für das laufende Jahr nachgeliefert. Die Börse honoriert dies mit höheren Kursen.

Mit dem Start ins neue Jahr ist Lonza insgesamt zufrieden. In beiden Segmenten habe das Unternehmen seine Wachstumsziele erreicht und «gute» Ergebnisse erzielt. Die Währungseffekte seien «unter Kontrolle» und würden mit Gegenmassnahmen kompensiert, erklärte Konzernchef Richard Ridinger am Dienstag vor den Medien.

Holzbehandlungsgeschäft etwas hinter den Erwartungen zurück
Von den zwei Segmenten sei die Nachfrage bei den Feinchemikalien in den Bereichen Hygiene, Ernährung, Körperpflege und Agrar- sowie Industrieprodukte robust. Einzig das Holzbehandlungsgeschäft sei etwas langsamer gestartet als erwartet, was auf den starken Schneefall in den USA und auf die Abwertung der Währung in einigen Regionen zurückzuführen sei.

Im margenträchtigeren, aber mit 40% des Konzernumsatzes etwas kleineren Geschäftsbereich Pharma&Biotech stellte Lonza im ersten Quartal eine «gute Geschäftslage» fest. Insbesondere sei die Nachfrage nach Biopharmazeutika und Dienstleistungen gut. Das anhaltende Interesse sorge in den meisten Anlagen für eine gute Auslastung.

Eine Milliarde Betriebsgewinn
Insgesamt rechnet Lonza in 2015 mit einem nicht näher quantifizierten Umsatzwachstum in Lokalwährungen und der so genannte «Kern-EBIT» werde dank Portfoliooptimierungen und Produktivitätsverbesserungen um mindestens 5% zunehmen. Laufende Erweiterungen im Produktionsnetzwerk sollten gemäss Lonza zu einer höheren Rentabilität des investierten Kapitals führen. Der entsprechende «Kern-RONOA» werde bei über 15% liegen.

Die mittelfristigen Zielvorgaben bis 2018 sehen vor, dass sich der «Kern-EBITDA» im genannten Jahr 1 Mrd CHF annähert. Ausserdem strebe Lonza im selben Jahr einen KERN-RONOA von 20% an. Zum Vergleich: In 2014 waren es noch 14,3%. Das Umsatzwachstum solle bis 2018 durchschnittlich im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich pro Jahr liegen, heisst es weiter.

Prioritäten bis 2018
Die mittelfristigen Prioritäten von Lonza für die Feinchemikalien zielen darauf ab, die globale Reichweite zu erweitern und die Effizienz zu erhöhen. Ferner sollen Technologien aus dem «Biologics»-Bereich in dem Segment angewandt werden. Mit dem Transfer dieses Know-how will Lonza Synergien erzielen.

Bei Pharma&Biotech lägen die Prioritäten auf der Anpassung der Geschäftsmodelle, um den zukünftigen Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden. Man plane zudem eine Reduzierung der Kapitalintensität sowie eine weitere Risikominimierung des Portfolios. Gleichwohl werden bei den Investitionen keine Abstriche gemacht. Die Investitionsausgaben würden bis 2018 weiterhin bei durchschnittlich 300 Mio CHF jährlich liegen.

Akquisitionen wieder erlaubt
Und Lonza öffnet erstmals seit längerem ein Türchen für Akquisitionen. Diese waren seit Längerem wegen der hohen Verschuldung kein Thema. In den letzten Monaten hätten die Manager der sechs Segmente ihre Investitions-Vorschläge bei der Geschäftsleitung eingebracht, erklärte Ridinger. Dabei seien auch wieder Ideen zugelassen gewesen, die kleine bis mittlere Akquisitionen betreffen.

Nicht ins Schaufenster gestellt wird hingegen das Holzbehandlungsgeschäft. «Dieses wird auf absehbare Zeit nicht auf den Bock gestellt», so Ridinger. Wood Treatment wurde im Sommer 2103 zum Verkauf ausgeschrieben; weil die Angebote nicht den Erwartungen entsprachen, wurde der Prozess im Herbst 2014 aber wieder gestoppt.

Lonza erhielt an der Börse Applaus: Die Aktien schlossen am Dienstag in einem schwachen Gesamtmarkt 0,9% höher. Zwar sei die nachgelieferte Guidance für 2015 eher konservativ ausgefallen, meinen Analysten. Doch die neuen Mittelfristziele bis 2018 hätten es in sich. (awp/mc/pg)

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