Lonza sieht sich nach drei Quartalen 2015 auf Kurs

Richard Ridinger
Lonza-CEO Richard Ridinger.

Lonza-CEO Richard Ridinger.

Basel – Der Feinchemikalienhersteller und Pharmazulieferer Lonza sieht sich auf Kurs. Die anhaltende Dynamik im dritten Quartal hat laut Management zu einem «insgesamt gesunden» Ergebnis geführt. Die Wechselkurseffekte seien handhabbar, und die Jahresziele werden entsprechend bestätigt.

Das Geschäftsergebnis im dritten Quartal 2015 habe eine «anhaltend positive Dynamik» gesehen, so Lonza. Beide Sparten, Specialty Ingredients und Pharma&Biotech, hätten zu den erfolgreichen Ergebnissen beigetragen, teilte das Unternehmen am Donnerstag anlässlich des Business Update Q3 2015 mit. Genaue Zahlen gab Lonza allerdings nicht bekannt.

«Unsere insgesamt positiven Ergebnisse im dritten Quartal sind das Resultat unserer fortlaufenden Optimierungsprojekte», erklärte Konzern-Chef Richard Ridinger an einer Telefonkonferenz. Die finanzielle Situation von Lonza bleibe robust, während man weiter an Stabilität gewinne.

Währungen kein Problem
Lonza leidet im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen kaum unter negativen Währungseffekten. Der Wechselkurseinfluss sei auch im dritten Quartal insgesamt gut ausbalanciert worden, erklärte CEO Ridinger. Der starke US-Dollar habe sich vorteilhaft für das Segment Pharma&Biotech (LPB) ausgewirkt, während der schwache Euro das Segment Specialty Ingredients (LSI) beeinflusst habe.

Der Währungseffekt auf den Umsatz sei im dritten Quartal ähnlich wie im ersten Semester 2015 ausgefallen, präzisierte Finanzchef Thoralf Haag. Von Januar bis Juni schmälerten Währungseffekte die Verkäufe um lediglich 0,3 Prozentpunkte. in puncto EBIT hätten die Fremdwährungen «fast keinen» Effekt gehabt, schob Haag nach.

Beide Segmente gut unterwegs
Im Marktsegment Specialty Ingredients verzeichnete den Angaben zufolge Wood Protection in allen wichtigen Produktlinien eine gute Nachfrage. Die Ergebnisse des Water-Treatment-Geschäfts hätten im dritten Quartal über dem Vorjahr gelegen, und die Anwendungen für kommunale und industrielle Wasseraufbereitung hätten in den Vereinigten Staaten und Südafrika ein starkes Umsatzwachstum verzeichnet.

Die Sparten galten zuletzt als die beiden Sorgenkinder von Lonza. Für das Wassergeschäft gibt Ridinger die Vorgabe aus, dass der Umsatz künftig nur noch zur Hälfte aus den schwankungsanfälligeren Privatanwendungen stammen soll. «Das wird aber seine Zeit brauchen», erinnerte er.

Das Resultat des Marktsegments Pharma&Biotech sei «gut» ausgefallen, angeführt von der kommerziellen Herstellung von Säugetierzellen und Emerging Technologies. Die Kapazitätsauslastung aller Anlagen sei «gut». Die Neugestaltung der Anlage für die mikrobielle Fermentation in Visp in eine Mehrzweck-Anlage schreite planmässig voran und stosse im Markt auf Interesse.

Ziele bestätigt
Lonza bestätigt seine Ziele für das Jahresergebnis 2015: Die Basler rechnen unverändert mit einem Wachstum des «Kern-EBIT» von rund 5% gegenüber 2014 bei einem nicht näher quantifizierten Umsatzwachstum. Der Kern-RONOA soll bei über 15% liegen, und die Investitionen würden sich wie angekündigt in diesem Jahr auf weniger als 300 Mio CHF belaufen.

Mit einem Plus von 7,9% beim Kern-EBIT zum Halbjahr war Lonza bereits im Sommer auf gutem Wege, die Vorgabe zu übertreffen. Trotzdem mag Chef Ridinger die Guidance nicht anheben: Angesichts der Natur des Geschäftsmodells sei ein solcher Schritt nicht angezeigt, erklärte er gegenüber AWP. Zudem gelte es im vierten Quartal die Cracker-Anlage in Visp zu berücksichtigen, was alle zwei Jahre geschehe. «Die Anlage muss im November wieder sauber heraufgefahren werden – nur dann schaffen wir es», so der CEO. (awp/mc/upd/pg)

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