Lonza: Umsatz steigt dank Arch-Akquisition um 46% auf 3,93 Mrd CHF

Richard Ridinger
Lonza-CEO Richard Ridinger.

Richard Ridinger, CEO Lonza.

Basel – Der Life-Science-Konzern Lonza hat 2012 primär dank der Akquisition von Arch Chemicals den Umsatz deutlich gesteigert. Nicht ganz so stark wuchsen die Gewinnzahlen. Weiter weist das Unternehmen einen hohen Cash-Zufluss aus und konnte so die Nettoverschuldung signifikant verringern. Im Transformationsjahr 2013 will Lonza weiter wachsen und so einen nächsten Schritt in Richtung mittelfristiger Ziele tätigen. Der Umsatz wuchs im Berichtsjahr um 46% auf 3,93 Mrd CHF. Erstmals wurde das im Oktober akquirierte Microbial Control-Geschäft von Arch Chemicals auf Jahresbasis konsolidiert. Lonza habe jedoch auch in praktisch allen Geschäften eine solide Nachfrage verzeichnet, was zu einer zufriedenstellenden Kapazitätsauslastung führte, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Die Gewinnzahlen konnten nicht mit dem Umsatz Schritt halten: Das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA stieg um 19% auf 640 Mio CHF bei einer entsprechenden Marge von 16,3% (VJ 19,9%). Der EBIT erhöhte sich um 28% auf 335 Mio, wobei die Marge auf 8,5% von 9,7% zurückging. Vor Akquisitionen legte der EBIT um 15% zu. Der Reingewinn avancierte derweil um 18% auf 182 Mio. Die Rechnung 2012 wurde von verschiedenen Integrations- und Restrukturierungskosten belastet.

Lonza hat mit den Kennzahlen die Prognosen der Analysten beim Umsatz übertroffen und mit den Ergebnissen in etwa getroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 3,87 Mrd CHF, für den EBIT bei 334 Mio und den Reingewinn bei 186 Mio.

Reduktion der Nettoverschuldung
Im vergangenen Jahr gelang es Lonza, die Nettoverschuldung deutlich zu reduzieren. Den operativen Freien Cash Flow (vor Akquisitionen) verdreifachte sich beinahe auf 506 Mio CHF und so verringerte sich die Nettoverschuldung um 13% auf 2,30 Mrd. Dies entspreche einem Verschuldungsgrad von 96%. Insgesamt investierte Lonza im vergangenen Jahr 310 Mio.

Der Verwaltungsrat schlägt die Auszahlung einer zum Vorjahr unveränderten Dividende von 2,15 CHF je Aktie vor. Diese soll erneut aus den Reserven aus Kapitaleinlagen und somit von der Schweizer Quellensteuer befreit bezahlt werden.

Arch-Übernahme führt zu Wachstumssprung
Mit der erstmaligen Vollkonsolidierung von Arch hat die Sparte Microbial Control einen Wachstumssprung vollzogen. Der Umsatz belief sich auf 1,63 Mrd CHF nach 486 Mio im Jahr 2011. Der EBIT stand mit 138 Mio im Plus nach einem zuvor leicht negativen Ergebnis, wobei die Marge auf 8,5% anstieg.

Der Bereich sei mit Produkten für Freizeitwasseranlagen in Nordamerika gut in das Jahr 2012 gestartet. Ausserdem habe sich auch das Wood-Protection-Geschäft einen robusten Umsatz erzielt und das neue Geschäft von Oil & Gas sowie das Hygiene- und Material-Protection-Geschäft hätten sich gut entwickelt.

In der Sparte Custom Manufacturing wuchs der Umsatz um 1,8% auf 1,32 Mrd CHF bei einem um 20% auf 182 Mio gesunkenen EBIT. Allerdings habe Lonza mit Fachwissen und der breiten Technologie-Plattform die «führende» Marktposition weiter stärken können.

Starkes Geschäft mit Agrochemikalien
Mit den Life Science Ingredients erzielte der Konzern ein Umsatzplus von 6,5% auf 742 Mio CHF. Der EBIT ging um 23% auf 31 Mio zurück. Ein starkes Ergebnis habe das Geschäft mit Agrochemikalien erzielt, heisst es. Dies sei auf einen global wachsenden Bedarf an Nahrungsmitteln zurückzuführen. Auch das L-Carnitin- sowie das High Performance Materials-Geschäft seien solide gewachsen

Derweil steigerte Bioscience den Umsatz um 13% auf 228 Mio CHF und den EBIT um 15% auf 15 Mio. Das Umsatzwachstum wurde hauptsächlich vom Cell & Viral Therapy-Geschäft angetrieben, mit einem starken Umsatzanstieg bei den therapeutischen Zellkulturmedien.

Mittelfristziele bestätigt
Lonza rechnet im laufenden Jahr mit weiterem Umsatz- und EBIT-Wachstum. «Wir erwarten ein EBIT-Wachstum von rund 10%», sagte CEO Richard Ridinger an einer Telefonkonferenz. Das Jahr 2013 sei ein Transformationsjahr auf dem Weg hin zu den mittelfristigen Zielsetzungen für 2015. Bis dahin soll eine EBITDA-Marge von 20% erreicht werden.

Derzeit überprüft Ridinger und sein Team im Anschluss an das Programm VispChallenge die weltweiten Produktionsstandorte auf Produktivitätsverbesserungen. Die weitere Senkung der Verschuldung steht ebenfalls auf der Agenda.

Weiter gibt es im Verwaltungsrat des Unternehmens verschiedene Wechsel. Die langjährigen Mitglieder Richard Sykes und Gerhard Mayer werden sich an der kommenden Generalversammlung nicht mehr der Wiederwahl stellen und sollen durch Antonio Trius und den Nestlé-Manager Werner Bauer ersetzt werden. Wie Ridinger ist Trius ebenfalls ein langjähriger Manager bei Cognis. (awp/mc/upd/ps)

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