Medien: Impressum macht Vorstoss für neuen GAV

Daniel Suter

Impressum-Präsident Daniel Suter.

Zürich – Verleger und Journalisten sollen auch in der Deutschschweiz wieder einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) abschliessen. Die Journalistenorganisation Impressum hat am Freitag einen Vorstoss lanciert, um den seit sieben Jahren herrschenden vertragslosen Zustand zu beenden.

Impressum-Vertreter präsentierten in Zürich die deutsche Übersetzung des gleichentags in Kraft getretenen neuen GAV für die Westschweiz. Impressum-Präsident Daniel Suter betonte, eine ähnliche Vereinbarung müsse auch für die Deutschschweiz und das Tessin möglich sein. In der Deutschschweiz haben die im Verband Schweizer Medien organisierten Verleger 2004 den GAV gekündigt. Seither regeln die Verlage die Arbeitsverhältnisse mit den bei ihnen beschäftigten Journalistinnen und Journalisten sowie den freien Mitarbeitern selbst.

Verleger einzeln angeschrieben
Impressum hat nun die Verleger einzeln angeschrieben, ihnen den neuen GAV für die Romandie zugeschickt und dem Verbandspräsidium Schweizer Medien GAV-Verhandlungen vorgeschlagen. Impressum fordert in dem Schreiben eine Entscheidung über die Aufnahme von Vertragsverhandlungen am Verlegerkongress im September. Würden Verhandlungen mit den Verlegern aufgenommen, werde Impressum diese selbstverständlich zusammen mit der Mediengewerkschaft Syndicom führen. In der Deutschschweiz seien immer beide Organisationen Vertragspartner der Verleger gewesen.

Journalisten beklagen rückläufige Löhne
Die sieben vertragslosen Jahre hätten «den Verlegern nicht nur Gutes gebracht», sagte Suter. In der Deutschschweiz seien Arbeitskonflikte viel häufiger als in der Westschweiz, wo immer ein GAV bestand. Die Regelung solcher Konflikte sei nicht nur für die Journalisten, sondern auch für die Verleger oft zermürbend. Diese Konflikte wiederum entstünden, weil ein GAV fehle, der allgemeinverbindliche Leitplanken für die Arbeitsverhältnisse festlege. Den Journalistinnen und Journalisten wiederum hätten diese vertragslosen Jahre stagnierende bis rückläufige Löhne gebracht.

Lebrument winkt ab
Wenig Neigung zu GAV-Verhandlungen hat Verlegerverbands-Präsident Hanspeter Lebrument in einem Interview mit der Zeitschrift «Schweizer Journalist» gezeigt. Er finde nicht, dass es Zeit sei, an den Verhandlungstisch mit den Gewerkschaften zurückzukehren, sagte er. Er meint zudem in dem Gespräch, «in einer Struktur mit ganz kleinen Verlagen und Konzernen» könne man Arbeitsverhältnisse nicht mehr für alle verbindlich regeln. Bei Impressum wiederum baut man darauf, dass sich andere Verleger aufgeschlossener zeigen.(awp/mc/ps)

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