Meier Tobler erhält Übernahmeangebot aus Schweden
Schwerzenbach – Der schwedische Haustechnik-Grosshändler Ahlsell will die Schweizer Meier Tobler übernehmen. Dazu unterbreitet er den Aktionären des Gebäudetechnikspezialisten ein öffentliches Kaufangebot von 45,50 Franken je Aktie in bar. Damit wird Meier Tobler mit 492 Millionen Franken bewertet.
Meier Tobler soll auch nach der Übernahme als eigenständiges Unternehmen innerhalb der Ahlsell-Gruppe weitergeführt werden. Ahlsell will laut Meier Tobler die Arbeitsplätze und die lokale Präsenz in der Schweiz erhalten.
Mit der Übernahme fasst Ahlsell nach eigenen Angaben Fuss im Schweizer Markt – beide Unternehmen sind im B2B-Vertrieb von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaprodukten tätig. Der Käufer sieht in Meier Toblers Kompetenzen bei Wärmeerzeugung, Klimasystemen und im Service eine Ergänzung des eigenen Geschäfts.
Zudem soll Meier Tobler vom Know-how und den Ressourcen der Schweden in den Bereichen Digitalisierung und künstliche Intelligenz sowie von deren Erfahrung mit der Energiewende profitieren. Die breitere finanzielle Basis soll langfristige Investitionen ermöglichen.
Strategischer Ausbau in der Schweiz
Meier Tobler beschäftigt rund 1300 Mitarbeitende in der Schweiz. Das Unternehmen mit Sitz in Schwerzenbach beliefert Installationsbetriebe mit Material und Komponenten für Heizungs-, Lüftungs-, Klima- und Sanitäranlagen.
Zudem bietet es Wärmeerzeugungs- und Klimasysteme sowie Serviceleistungen an. Meier Tobler wurde 1937 gegründet und erzielte 2025 einen Umsatz von knapp 500 Millionen Franken.
Ahlsell aus Stockholm ist ein technischer Grosshändler mit Schwerpunkt in den nordischen und baltischen Ländern. Die Gruppe beschäftigt knapp 8000 Mitarbeitende und setzte 2025 umgerechnet rund 4,4 Milliarden Franken um.
Hauptaktionär an Bord
Die Transaktion ist bereits durch den Hauptaktionär abgestützt: Hauptaktionär und Verwaltungsratspräsident Silvan Meier hat sich verpflichtet, seine Beteiligung von insgesamt 59,3 Prozent anzudienen.
Damit ist ein wesentlicher Teil der für den Vollzug erforderlichen Mindestannahmequote von 80 Prozent bereits gesichert. Auch der Verwaltungsrat von Meier Tobler empfiehlt den Aktionären einstimmig, das Angebot anzunehmen und stützt sich dabei auf eine sogenannte Fairness Opinion.
Die Angebotsfrist läuft voraussichtlich vom 5. November bis zum 2. Dezember 2026. Neben der Mindestannahmequote sind die erforderlichen behördlichen Freigaben Voraussetzung für den Vollzug. Dieser wird im ersten Quartal 2027 erwartet. Danach will Ahlsell die Meier-Tobler-Aktien von der SIX dekotieren. (awp/mc/ps)