Meier-Tobler-Grossaktionär nimmt Abschreiber auf seinem Aktienpaket vor

Martin Kaufmann
Martin Kaufmann, CEO Meier Tobler. (Foto: Meier Tobler)

Schwerzenbach – Das Vertrauen des Meier-Tobler Grossaktionärs Ferguson in seine Investition schwindet offenbar. Die Briten haben in ihrem jüngst publizierten Jahresabschluss 2017/18 eine Wertberichtigung auf ihrem Aktienpaket vorgenommen. Nun liegt der Wert der Beteiligung in den Büchern von Ferguson weit unter dem momentanen Marktwert.

Ferguson ist mit einem Anteil von 39,2 Prozent der mit Abstand grösste Aktionär des Gebäudetechnikers. Der Verwaltungsrat von Meier Tobler distanziert sich am Dienstag in einer Stellungnahme von dieser Massnahme und der damit verbundenen neuen Bewertung der Aktien.

Meier-Tobler hält fest, dass diese Wertberichtigung aufgrund interner Überlegungen von Ferguson erfolgt sei. Sie hätten nicht materiellen Informationen zum Geschäftsverlauf von Meier Tobler beruht, die nicht öffentlich bekannt gewesen seien.

Nach dem Zusammenschluss der Firmen Walter Meier und Tobler im Jahr 2017 stiess die neu formierte Gesellschaft auf verschiedene betriebliche Problemen. Die Meier-Tobler-Gruppe verzichtete auf die Bezahlung einer Dividende, was im Juli zu einem deutlichen Kursrückgang führte und Ferguson zu der Wertberichtigung veranlasste.

Weiter sinkender Umsatz
Das Geschäft von Meier Tobler entwickelt sich allerdings nach wie vor noch nicht so gut. Im dritten Quartal sei der Umsatzrückgang noch stärker gewesen als im ersten Halbjahr, so die Mitteilung weiter. Über die gesamten ersten neun Monate gesehen nahm der Umsatz nach ersten Berechnungen um rund 5,5 Prozent ab. Im ersten Halbjahr sanken die Verkäufe ohne die Effekte der Fusion um 4 Prozent.

Das im August angekündigte Massnahmenpaket für mehr Kundennähe und einen effizienteren Service sei zwar erfolgreich gestartet, konnte aber bisher noch keine Verbesserung der Umsatzentwicklung bewirken, hielt Meier Tobler weiter fest. Dennoch zeigt man sich in der Mitteilung kämpferisch und davon überzeugt, dass die richtigen Massnahmen eingeleitet wurden, um den Turnaround in der Umsatzentwicklung in den nächsten Monaten zu erreichen.

Meier Tobler leidet nicht nur unter rückläufigen Umsätzen, sondern unter Preisdruck und hat im ersten Halbjahr rote Zahlen geschrieben. Bereits im Juli kündigte der Haustechniker an, dass man während zwei Jahren auf die Ausschüttung einer Dividende verzichten wird. An der Börse kam der Kurs der Aktie in der Folge stark unter Druck. Dieser ging seither von knapp 30 Franken auf heute noch 18,40 Franken zurück.

Im August lancierte Meier Tobler nicht nur ein Massnahmenpaket, um gegen den Umsatzrückgang und den Margenverlust anzukämpfen. Es verliessen überdies auch der Finanz- und der Vertriebschef das Unternehmen. Die nächsten Zahlen, jene für das Gesamtjahr 2018, wird Meier Tobler im Februar 2019 veröffentlichen. (awp/mc/ps)

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