Meier Tobler macht dank Fusion markant mehr Umsatz aber kleinen Verlust

Martin Kaufmann
Martin Kaufmann, CEO Meier Tobler. (Foto: Meier Tobler)

Schwerzenbach – Die im Bereich Gebäudetechnik tätige und neu gebildete Meier Tobler-Gruppe (ehemals Walter Meier) kämpft an zwei Fronten. Einerseits muss sie den noch laufenden Integrationsprozess abschliessen und sich andererseits in einem schwierigen Marktumfeld behaupten. So hat das Unternehmen für das laufende Jahr 2018 einen weiter rückläufigen Umsatz in Aussicht gestellt. Auf mittlere Sicht will man aber zu Wachstum zurückfinden. Wegen Integrationskosten resultiert unter dem Strich ein Verlust.

Angesichts steigender Leerbestände von Wohnungen und Büros und der rückläufigen Zuwanderung sieht sich das Unternehmen mit Gegenwind konfrontiert. „Der Schweizer Markt für Haustechnik bleibt voraussichtlich sehr anspruchsvoll“, sagte CEO Martin Kaufmann an der Bilanzmedienkonferenz.

„Wir gehen für das Neubaugeschäft von einer stabilen Marktentwicklung in den kommenden 18 Monaten aus. Langfristig schätzen wir den Markt aber als leicht rückläufig ein.“ Umgekehrt verhält es sich mit dem Sanierungsmarkt. Dieser befindet sich laut Kaufmann auf tiefem Niveau, mittel- und langfristig sei hier aber mit einer Steigerung zu rechnen. „Das künftige Wachstum von Meier Tobler muss über das Sanierungsgeschäft kommen“, meinte Kaufmann gegenüber AWP. Für 2018 aber hat das Unternehmen einen leicht rückläufigen Umsatz angekündigt.

Leichtes Umsatzminus auf vergleichbarer Ebene
Bereits im Jahr 2017 ging dieser zurück. Der ausgewiesene Umsatz hat sich zwar auf 482,3 Mio CHF in etwa verdoppelt, dies aber wegen des erwähnten Zusammenschlusses zwischen der ehemaligen Walter Meier und der Tobler Haustechnik. Auf vergleichbarer pro Forma-Basis hätte sich ein Umsatz von 558,2 Mio ergeben, was einem Minus von 1,8% entspricht. Diesen Wert wird das Unternehmen im kommenden Jahr zur Vergleichbarkeit wohl nochmals heranziehen müssen.

Im angestammten Geschäft von Walter Meier Klima hat sich das Neubaugeschäft nach wie vor stabil gezeigt, allerdings mit höherem Margendruck wegen des intensiven Wettbewerbs. Und das Sanierungsgeschäft von Heizungsanlagen blieb schwach, was sich negativ auf die Preise ausgewirkt hat. Leicht gewachsen ist dagegen das Servicegeschäft.

Die nur knapp neun Monate konsolidierte Tobler Haustechnik AG trug mit 251,6 Mio CHF über die Hälfte des Umsatzes bei. Tobler sei nur mit einem leichten Umsatzrückgang konfrontiert gewesen, hiess es dazu. Dank des hohen Handelsanteils sei Tobler weitaus weniger vom Sanierungsgeschäft abhängig als Walter Meier Klima und habe von der nach wie vor guten Auftragslage im Neubau profitiert.

Auf Gewinnstufe erreichte der Gesamtkonzern mit einem EBITDA von 35,8 Mio CHF ebenfalls eine Verdoppelung des Betriebsergebnisses gegenüber der alten Walter Meier. Die entsprechende Marge erhöhte sich dabei leicht auf 7,4%.

Dividende trotz Verlust stabil
Wegen des neuen Dienstleistungscenters in Nebikon und wegen des Goodwills aus dem Zusammenschluss haben sich die Abschreibungen wesentlich erhöht. Und wegen eines höheren Finanzaufwands und der einmaligen Kosten infolge des Zusammenschlusses resultierte ein Reinverlust von 3,1 Mio CHF. Bereits bekannt war, dass die Dividende dennoch unverändert bei 2 CHF je Aktien belassen werden soll, dass für die Zukunft aber Dividendenkürzungen nicht ausgeschlossen werden.

Der Zusammenschluss zwischen Walter Meier und Tobler Haustechnik befindet sich laut CEO Martin Kaufmann auf gutem Weg. Die technischen Integrationskosten wurden beim Zusammenschluss auf rund 22 Mio CHF beziffert, von diesen fielen gut 8 Mio CHF im Jahr 2017 an, der Rest verteilt sich auf die Jahre 2018 und 2019. Kaufmann bestätigte gegenüber AWP, dass für 2018 mit einem positiven Reinergebnis zu rechnen sei.

An der Börse wurden die nicht ganz den Erwartungen entsprechenden Zahlen und der vorsichtige Ausblick mit einem Minus der Aktie von 5,1% auf 40,20 CHF bestraft. (awp/mc/ps)

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