Meyer Burger: Umsatz mehr als verdoppelt

Peter Pauli

Peter Pauli, CEO Meyer-Burger.

Baar – Der Solarindustriezulieferer Meyer Burger hat im Geschäftsjahr 2011 gemäss vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 1,3 Mrd CHF erreicht, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von mehr als 50%. Der Umsatz basiert auf konsolidierter Basis inklusive die mehrheitlich übernommene deutsche Roth & Rau, wie Meyer Burger mitteilt. Für Roth & Rau wurde am Vorabend ein Restrukturierungsprogramm angekündigt.

Auf den absoluten Wert des EBITDA habe das anteilig zu berücksichtigende Ergebnis von Roth & Rau nur einen geringen Einfluss. Aus heutiger Sicht sei für 2011 mit einem EBITDA auf konsolidierter Basis in der Grössenordnung von 275 Mio CHF zu rechnen. Damit sei nebst dem Umsatzziel auch die Guidance für die EBITDA-Marge erreicht worden.

Meyer Burger hatte im vergangenen September für das Gesamtjahr einen Umsatz von 1,2 Mrd CHF in Aussicht gestellt und dabei die Prognose für die EBITDA-Marge auf 23 bis 25% erhöht. Davor hatte diese bei «rund 20%» gelegen.

Roth & Rau-Übernahme belastet Betriebsgewinn
Auf Stufe EBIT dürfte sich gemäss Mitteilung ein negativer Konsolidierungseffekt durch die Roth & Rau-Übernahme von 110 Mio CHF ergeben. Dieser negative Einfluss beruhe hauptsächlich auf den vorgenommenen ordentlichen Abschreibungen auf den im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten immateriellen Vermögenswerte sowie auf einem einmaligen Impairment auf der Goodwill-Position vom Roth & Rau von rund 74 Mio CHF.

Auf Stufe Konzernergebnis sei mit einem «deutlich tieferen» Gewinn als im Vorjahr zu rechnen. Das vollständige Ergebnis will Meyer Burger am 22. März 2012 publizieren.

Roth & Rau mit markantem Verlust�
Roth & Rau hatte am Vorabend einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr von rund 27% auf 208 Mio EUR bekanntgegeben. Weiter kündigte das Unternehmen ein «weitreichendes Restrukturierungsprogramm» an, unter welchem die Belegschaft auf unter 1150 Mitarbeiter von 1350 reduziert werden soll. Von derzeit 26 Tochtergesellschaften sollen nur noch 12 Gesellschaften im Konzern bleiben.

Der EBIT lag mit minus 107 Mio EUR stark unter dem Vorjahreswert von minus 27,3 Mio, belastet durch Sonderfaktoren von 93 Mio EUR. Das Konzernergebnis ging auf -123 Mio zurück.

Restrukturierung eingeleitet
Mit den Restrukturierungsmassnahmen sollen die Kostenstrukturen an die veränderte Marktlage angepasst werden, schreibt dazu Meyer Burger. So soll rasch und nachhaltig eine Verbesserung der Ertrags- und Finanzkraft erreicht werden. Nebst der Zusammenlegung von Standorten mit Vertriebs- und Servicegesellschaften von Meyer Burger kommt es zu einem Personalabbau in Hohenstein-Ernstthal. Mit der Zusammenführung von Vertriebsaktivitäten sollen Kompetenzen gebündelt und Personal- und Verwaltungskosten reduziert werden. Mit den seit Herbst 2011 getroffenen Massnahmen werde Roth & Rau «wieder auf ihre angestammten Kernkompetenzen fokussiert».

Aufgrund der Mehrheitsübernahme durch Meyer Burger im vergangenen August seien bestehende Konsortial-Kreditvereinbarungen von Roth & Rau über 75 Mio EUR gekündigt worden. Seit dem 23. Dezember 2011 verfüge das deutsche Unternehmen über Avalkreditlinien in der Höhe von 42 Mio EUR, welche durch Meyer Burger über deutsche Banken zur Verfügung gestellt würden. Mit Wirkung vom 10. Januar 2012 hat Meyer Burger überdies eine Patronatserklärung zu Gunsten von Roth & Rau ausgestellt. Diese stellt im Bedarfsfall eine Liquiditätszuführung durch Meyer Burger im Bedarfsfall bis zu einem Höchstbetrag von 50 Mio EUR sicher. (awp/mc/pg)

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