Mikron weniger profitabel wegen Flaute in Autoindustrie

Mikron weniger profitabel wegen Flaute in Autoindustrie
Mikron-CEO Bruno Cathomen. (Foto: Mikron)

Biel – Nach dem steilen Anstieg im Vorjahr ist der Präzisionsmaschinenhersteller Mikron 2019 von der Flaute in der Automobilindustrie gebremst worden. Zwar stieg der Umsatz um 4,1 Prozent auf 327,6 Millionen Franken, der Bestellungseingang brach aber um ein Fünftel auf 288,5 Millionen ein.

Man habe den Rückgang erwartet, teilte das Unternehmen am Donnerstag in einem Communiqué mit. Denn im Vorjahr hatten einzelne Grossbestellungen zu einem Rekord beim Auftragseingang in Höhe von 362,3 Millionen Franken geführt.

Ab der Jahresmitte 2019 konnte das Segment Metallbearbeitungsmaschinen (Machining Solutions) die sehr starken Auftragsrückgänge aus der Automobilindustrie nicht kompensieren. Die Bestellungen des Segments sackten um über ein Viertel auf 119,4 Millionen Franken ab.

Gleichzeitig sei es dem Geschäftssegment Automation aber gelungen, neue Marktchancen zu nutzen – insbesondere in der Medizintechnik, hiess es. Um dem zukünftigen Wachstum in diesem Segment gerecht zu werden, habe Mikron beschlossen, den Standort Boudry mit einem modernen Montage- und Engineering Center zu erweitern. Dennoch schrumpfte in der Automation der Auftragseingang um 16 Prozent auf 169,2 Millionen Franken.

Betriebsgewinn flach
Beim Umsatz konnte die Automationssparte indes um 14 Prozent 177,2 Millionen Franken zulegen. Dagegen musste die Metallmaschinensparte einen Umsatzrückgang um 5,5 Prozent auf 151,5 Millionen Franken hinnehmen. Der Auftragsbestand der Gruppe lag mit 157,4 Millionen per Jahresende deutlich unter dem Rekordwert von Ende 2018 (195,7 Mio Franken).

Aufgrund der provisorischen Zahlen bestätigte Mikron die bisherigen Erwartungen zum Betriebsgewinn EBIT im Geschäftsjahr 2019 und rechnet mit einem Wert auf dem Niveau des Vorjahres (13,9 Millionen Franken). Damals hatte die EBIT-Marge 4,4 Prozent betragen.

Der Reingewinn dürfte dagegen auf rund 8 Millionen Franken fallen nach 12,2 Millionen im 2018. Grund dafür seien höhere Steuern als im Vorjahr.

Bereits im Dezember hatte Mikron vor einem Gewinnrückgang gewarnt. Die sehr unterschiedlichen operativen Ergebnisse der einzelnen Gesellschaften auf Stufe EBIT würden im Jahresabschluss 2019 zu einer höheren Steuerquote auf Gruppenstufe führen, teilte das Unternehmen damals mit. Die deutlich geringere Nachfrage aus der Automobilindustrie dürfte sich kurzfristig auch nicht erholen, ebenso wenig die operativen Ergebnisse der betroffenen Gesellschaften. Deshalb müssten die aktivierten steuerlichen Verlustvorträge im Jahresabschluss 2019 möglicherweise wertberichtigt werden.

Stellenabbau angekündigt
Im November hatte Mikron wegen der Flaute in der Automobilindustrie eine Reduktion der 370 Arbeitsplätze am Standort Agno angekündigt. Dazu müssten etwa 25 Kündigungen ausgesprochen werden. Ein darüber hinausgehender Abbau sei derzeit nicht geplant, sagte Finanzchef Javier Perez Freije auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Es sei auch schwierig zu sagen, wie lange die Kurzarbeit in dem Werk noch dauern werde. Das hänge von den Marktbedingungen und der Entwicklung der Aufträge ab.

«Ich kann nicht abschätzen, wie lange die Flaute in Autoindustrie dauert», sagte der Finanzchef. Diese dürfte nach seiner persönlichen Ansicht noch einige Zeit anhalten.

An der Börse notieren die Mikron-Papiere kurz nach Eröffnung 0,9 Prozent im Plus. Die detaillierten Abschlusszahlen 2019 werden am 16. März 2020 an der Medien- und Analystenkonferenz in Zürich bekannt gegeben. (awp/mc/ps)

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