Nestlé wächst im ersten Quartal organisch um 4,3%

Paul Bulcke
Paul Bulcke, ehemaliger Nestlé-CEO. (Foto: Nestlé/Flickr)

Paul Bulcke, CEO Nestlé. (Bild: Nestlé)

Vevey – Nestlé ist im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2013 klar unter den Erwartungen gewachsen. Der weltgrösste Nahrungsmittel-Hersteller spricht denn auch von einem «herausfordernden Start ins Jahr» und erwähnt diesbezüglich das makroökonomische Umfeld, den späten Frühlingsanfang und Betriebsunterbrüche im Nahen Osten.

Das organisches Wachstum, die für einen Nahrungsmittelkonzern wichtigste Wachstumszahl, erreichte im Berichtsquartal +4,3% und lag damit unter der langfristigen Zielgrösse von 5-6%, die allerdings für das Gesamtjahr und nicht für ein Quartal gilt. Die Vergleichsbasis war allerdings recht hoch, hatte Nestlé doch im ersten Quartal 2012 ein Wachstum von 7,2% erreicht (GJ 2012: 5,9%).

Von den 4,3% organischen Wachstums waren 2,3% auf Mengenwachstum (internes Realwachstum RIG) und 2,0% auf Preisanpassungen zurückzuführen. Der Gruppen-Umsatz stieg derweil um 5,4% auf 21,9 Mrd CHF. Dabei machte der Wechselkurseffekt -0,9% und der Akquisitionseffekt +2,0% aus, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.

Vor allem RIG-Schätzungen zu hoch
Damit hat Nestlé die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) bei der wichtigsten Kennzahl organisches Wachstum klar verfehlt. Diese hatten das organische Wachstum im Durchschnitt bei +4,6% (Bandbreite +3,6 bis +5,3%), wobei vor allem die Schätzungen für interne Realwachstum mit +3,3% zu hoch waren. Beim Umsatz wurde ein Wert von 22,54 Mrd CHF erwartet.

Alle drei geographischen Regionen trugen laut Mitteilung zum organischen Wachstum bei. Es betrug in Nord- und Südamerika 5,1%, in Europa 1,0% und in Asien, Ozeanien und Afrika 6,1%. Das Geschäft wuchs um 8,4% in aufstrebenden Märkten und um 0,9% in Industrieländern. Die Leistung entspreche den gegensätzlichen Marktbedingungen in den verschiedenen Regionen, heisst es dazu.

Grösstes Wachstum vor allem bei Heimtier-Nahrung
Bei den Produktgruppen erreichte die Heimtier-Nahrung mit +7,9% das höchste organische Wachstum, klar überdurchschnittlich waren auch ‹Nutrition und Health Care› mit +6,3% oder Süsswaren mit +5,8%. Relativ schwach mit +1,7% war der Bereich Wasserprodukte. Der späte Frühlingsanfang habe das Geschäft in den Industrieländern beeinträchtigt, ausserdem sei der US-Markt einem «intensiven Preisdruck» ausgesetzt gewesen, heisst es dazu. Mit -0,1% gar negativ entwickelten sich die Fertiggerichte.

Bei den operativen Segmenten war Nestlé Nutrition mit +7,6% an der Spitze. Dazu schreibt Nestlé, dass das Ende 2012 von Pfizer erworbene Babynahrungsgeschäft (Wyeth Nutrition) «erwartungsgemäss eine gute Leistung» erzielt habe und die Integration «nach Plan» verlaufe.

Unter den Ländern haben Griechenland und Portugal trotz des schwierigen Umfeldes eine «gute Leistung» gezeigt, so Nestlé weiter.

«Wir übertreffen die Konkurrenz in Europa»
«Der Start ins neue Jahr spiegelt die Vorsicht wider, die wir im Februar zum Ausdruck gebracht haben», wird CEO Paul Bulcke in der Mitteilung zitiert. Und er meint weiter: «Wir übertreffen die Konkurrenz in Europa, wo die Konsumentenstimmung insgesamt gedämpft bleibt. Wir sehen Fortschritte in unserem Nordamerikageschäft und gehen von einer stärkeren Dynamik in wichtigen aufstrebenden Märkten aus.»

Für den weiteren Verlauf erwartet Nestlé ein anhaltend «volatiles Umfeld». Der anlässlich der Bilanzmedienkonferenz im Februar gegebene Ausblick für 2013 wird aber bestätigt. Dementsprechend will der Konzern auch 2013 das sogenannte Nestlé-Modell erreichen, d.h. ein organisches Wachstum von 5% bis 6% sowie ein Verbesserung der Marge und des nachhaltigen Gewinns pro Aktie bei konstanten Wechselkursen. Auch eine Verbesserung der Kapitaleffizienz gehört dazu. (awp/mc/upd/ps)

 

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