Nobel Biocare schafft 2013 den Turnaround

Richard Laube

Nobel Biocare-CEO Richard Laube. (Foto: Nobel Biocare)

Glattbrugg – Der Dentalimplantat-Hersteller Nobel Biocare hat im Geschäftsjahr 2013 den Turnaround erreicht und ist erstmals seit sechs Jahren wieder gewachsen. In Zukunft sollen wieder Marktanteile gewonnen werden und es wird eine weitere Verbesserung der Betriebsgewinnmarge angestrebt. Die bisherige Guidance wurde am Dienstag bestätigt.

Im Berichtsjahr stieg der Umsatz zu konstanten Wechselkursen (kWk) um 2,2%. Die Wechselkursverschiebungen drückten die Verkäufe jedoch um 4,6 Prozentpunkte (PP), so dass in der Berichtswährung Euro ein Rückgang um 2,4% auf 566,8 Mio resultierte. Im Schlussquartal hat sich der Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorquartal mit 3,9% zu kWk beschleunigt.

Tieferer Gewinn
2013 nahm der Bruttogewinn zwar um 2,1% auf 430,3 Mio ab; die Marge stieg aber um 0,2 Prozentpunkte (PP) auf 75,9%. Die Fortschritte werden auf Kostensenkungsmassnahmen zurückgeführt, wobei die Einmalkosten für die Reorganisation von Gruppenfunktionen mit 4,8 Mio EUR ausgewiesen werden. Der Betriebsgewinn (EBIT) sank um 7,6% auf 64,0 Mio. Die Marge betrug 11,3%; dies entspricht einem Rückgang um 0,6 PP, wobei die Wechselkurse um 1,3 PP drückten. Bereinigt um die Einmalkosten für die Neuausrichtung und Währungseinflüsse wird die EBIT-Marge mit 13,4% deutlich höher ausgewiesen.

Unter dem Strich resultiert ein Reingewinn von 42,6 Mio EUR (-7,6%). Den Aktionären wird die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 0,20 CHF je Aktie vorgeschlagen. Mit den ausgewiesenen Zahlen wurden die Erwartungen der Analysten leicht unterschritten.

Starkes Wachstum in den USA
Im Berichtsjahr seien die Bedingungen in den einzelnen Absatzmärkten wiederum sehr unterschiedlich gewesen, so das Unternehmen. In den USA habe sich das Wachstum stetig beschleunigt und im Laufe des Jahres einen Wert im hohen einstelligen Prozentbereich erreicht. Für die Region Americas wird zu kWk so ein Umsatzwachstum um 4,5% ausgewiesen, in den USA wird rund 80% des regionalen Umsatzes erzielt.

Europa weiter schwierig
Die europäischen Märkte hätten hingegen weiter unter den wirtschaftlichen Schwierigkeiten gelitten und seien bestenfalls stabil gewesen; in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) erreichte die Zuwachsrate 1,7% (kWk). Japan sei immer noch unter dem Einfluss der negativen Medienberichterstattung über Dentalimplantat-Behandlungen gestanden, gegen Ende Jahr habe sich aber eine langsame Erholung abgezeichnet. In der Region Asien/Pazifik fiel der Umsatz zu kWk um 1,3%, negative Wechselkurseinflüsse vergrösserten das Minus auf 14,6%.

Unter den Produktgruppen nahm der Umsatz mit Implantatsystemen zu kWk um 3,3% zu; diese machen 85% des Konzernumsatzes aus. Bei den individualisierten Produkten war hingegen ein Rückgang um 3,5% zu verzeichnen. Mit den günstigeren Alpha-Bio-Tec-Komponenten sei ein „solides Wachstum“ erreicht worden, seit dem zweiten Halbjahr sei der Konzern damit auch in China auf dem Markt, heisst es.

„Die Ergebnisse 2013 zeigen, dass (…) wir unsere Wettbewerbsfähigkeit deutlich stärken konnten“, wird CEO Richard Laube in der Mitteilung zitiert. „(…) sind wir gut positioniert, um weiter Marktanteile zu gewinnen und unsere Profitabilität nachhaltig zu steigern.“

Stärkeres Wachstum und grössere Marktanteile
In der Zukunft erwartet das Management weiterhin eine langsame Erholung der weltweiten Wirtschaft und des Dentalimplantat-Marktes mit einem Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Unter diesen Bedingungen soll der Konzern wiederum stärker wachsen als die Mitbewerber und den Marktanteil bei den Dentalimplantaten ausbauen.

Darüber hinaus werden die Massnahmen zur Anpassung der Ausgaben weitergeführt. Dabei sollen mit dem neuen „Procure-to-pay“-Projekt indirekte Beschaffungskosten von 150 Mio EUR angegangen werden. Für 2014 wird laut Mitteilung ein Umsatzwachstum von 3 bis 4% und eine Verbesserung der EBIT-Marge um rund 100 Basispunkte (BP) im Vergleich zu 2013 erwartet, jeweils in kWk und unter Ausschluss der Kosten für die Neuausrichtung. Als Vergleichswert in 2013 wird eine Marge von 12,1% genannt. Damit wurden die bisherigen Prognosen bestätigt.

Aktien unter Druck
Die Aktien des Dentalimplantat-Herstellers Nobel Biocare werden am Dienstag im frühen Handel verkauft. Der Abschluss 2013 sei etwas unter den Erwartungen ausgefallen und teils werde auch der Ausblick als zu konservativ kritisiert, hiess es unter Marktbeobachtern. In Anbetracht der Kursgewinne der Titel um 79% im vergangenen Jahr und vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Turnarounds seien nun zahlreiche Anleger zu Gewinnrealisierungen geschritten, hiess es. (awp/mc/pg)

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