Novartis: Anlagestiftung Ethos hält Vasellas Entschädigung für übertrieben

Daniel Vasella
Daniel Vasella, ehemaliger VRP Novartis. (Foto: Novartis)

Novartis-Ehrenprsäident Daniel Vasella. (Foto: Novartis)

Basel – Daniel Vasella gibt sich mit weniger Geld zufrieden: Statt 72 Mio CHF für ein Konkurrenzverbot bezieht er «nur» rund 5 Mio CHF für seine Dienste in der «Übergangsphase» nach dem Rücktritt als Novartis-Verwaltungsratspräsident.

Die Anlagestiftung Ethos hält jedoch auch diesen Betrag für zu hoch. «Diese Vergütung ist übertrieben», sagte Ethos-Direktor Dominique Biedermann gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Wenn man berücksichtige, dass Vasella lediglich teilzeit tätig sei und auch das nur während acht Monaten, sei der Betrag von knapp 5 Mio CHF nicht «akzeptabel». Auch das Tageshonorar von 25’000 USD, das Vasella anschliessend als Berater von Novartis erhalten soll, hält Biedermann für übertrieben. Solche Ansätze seien «schwer verständlich».

In der höchsten  Liga
Gemäss Experten ist ein solches Honorar allerdings keineswegs unüblich – wenn auch nicht die Regel. «Es gibt nur relativ wenig Leute, die auf solche Tagessätze kommen», sagte Urs Klingler vom Zürcher Beratungsunternehmen Klingler Consultants, das auf Entlöhnung spezialisiert ist.

In einer ähnlichen Liga dürfte etwa Philipp Hildebrand spielen. Der ehemalige Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) soll laut Medienberichten rund 30’000 USD für das Halten eines Referats beziehen. Man müsse berücksichtigen, dass Vasella über eine immense Erfahrung in der Pharmaindustrie verfüge, erklärte Klingler. «Wenn sich ein Unternehmen damit so spezifisches und wertvolles Wissen sichert, ist ein solches Honorar aus Sicht der Eigentümer gerechtfertigt», so Klingler. Ob es sich am Ende ökonomisch rechne, sei indes eine andere Frage. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.