Novartis muss Phoenix beliefern

Novartis-CEO Joe Jimenez.

Mannheim – Der Novartis-Konzern muss den deutschen Pharmagrosshändler Phoenix nach eigenen Angaben vorerst wieder beliefern. «Phoenix hat sich mit einer einstweiligen Verfügung erfolgreich gegen den Lieferstopp von Novartis in Deutschland durchgesetzt», teilte der deutsche Branchenprimus am Dienstag in Mannheim mit. Novartis werde durch die Entscheidung des Landgerichts Mannheim zur bedarfsgerechten Belieferung von Phoenix verpflichtet.

Seit Wochen schwelt ein Streit zwischen Novartis und deutschen Pharmagrosshändlern um geänderte Liefer- und Preiskonditionen. Zuletzt wurden drei der fünf grossen Pharmagrosshändler nach eigenen Angaben von Novartis nicht mehr zu alten Konditionen beliefert. Es geht unter anderem um die Nachlässe, die Novartis den Grosshändlern bei Zahlung der Rechnungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums gewährt. Die Schweizer wollen die Skonti nach Informationen aus Branchenkreisen verringern.

Novartis begrüsst Entscheid
Novartis begrüsste die Bestätigung des Landgerichts Mannheim, dass Novartis den Grosshandel zu den «jeweils geltenden Bedingungen» beliefern muss. «Nichts anderes hat Novartis auch Phoenix seit Wochen angeboten. Dieses Ergebnis hätte Phoenix auch schlicht durch Bestellung bei Novartis zu den geltenden Bedingungen erzielen können, ohne das Gericht zu bemühen», sagte eine Novartis-Sprecherin. Die überwiegende Mehrzahl der Grosshändler in Deutschland verfahre dementsprechend und werde bedarfsgerecht beliefert.

«Veraltete Skonto-Regelungen nicht mehr zeitgemäss»
In der Vergangenheit hatte der Konzern den Vorwurf des Lieferstopps zurückgewiesen und betont, die Versorgung der Apotheken und damit der Patienten sei zu jeder Zeit sichergestellt. Die zum Teil viele Jahre alten Skonto-Regelungen seien nicht mehr zeit- und marktgemäss gewesen. (awp/mc/ps)

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