Novartis-Tochter Alcon mit starkem Debüt an der SIX

Mike Ball
Alcon-CEO Mike Ball. (Foto: Novartis)

Zürich – Dem Börsenneuling Alcon ist am Dienstag ein starkes Debüt an der SIX gelungen. Der Pharmakonzern hat die Augensparte im Zuge seiner Konzentration auf das Pharmageschäft abgespalten. Mit dem Schlusskurs wies Alcon eine Marktkapitalisierung von gut 28 Milliarden Franken auf. Die Titel wurden direkt in den Leitindex SMI aufgenommen.

Novartis hatte die Abspaltungspläne bereits im vergangenen Jahr kommuniziert. Die Trennung soll es beiden Unternehmen ermöglichen, ihr jeweiliges Potenzial bestmöglich auszunutzen. Seit Vas Narasimhan im Februar 2018 den Chefposten übernommen hat, bleibt bei Novartis kein Stein auf dem anderen. Die Abspaltung der Augensparte ist dabei nur einer von verschiedenen Schritten, mit denen er Novartis in ein fokussierteres Pharmaunternehmen umbauen will.

Im Zuge der Abspaltung nun haben die Aktionäre für fünf Novartis-Aktien einen Alcon-Titel erhalten. Dabei wurden diese neuen Alcon-Aktien in Form einer Sachdividende an die Aktionäre von Novartis sowie die Inhaber von ADRs (American Depositary Receipt) ausgegeben. Insgesamt umfasst das ausgegebene Aktienkapital von Alcon knapp 489 Millionen Namenaktien. Ein öffentliches Angebot zum Kauf der Namenaktien fand nicht statt.

Für den Alcon-CEO David Endicott stellt der heutige Schritt einen Wendepunkt dar. „Wir sehen Alcon in einer starken Position, mit der wir unsere Marktführerschaft noch weiter ausbauen können,“ sagt der Manager gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Auch die Resonanz von Investorenseite sei in den letzten Monaten ermutigend gewesen, ergänzte er.

Starken Start noch ausgebaut
Der Eröffnungskurs von Alcon lag am Dienstagmorgen bei 55,00 Franken, womit sich die Marktkapitalisierung auf knapp 27 Milliarden Franken belief. Bis zum Börsenschluss haben die Alcon-Titel bei gutem Volumen – gehandelt waren am ersten Tag bereits gut 23 Millionen Titel – noch bis auf 58,05 Franken hinzugewonnen. Ihr Tageshoch an der SIX hatten sie bei 58,77 Franken erreicht.

Novartis wiederum weisen mit einem Minus von 10,6 Prozent auf 84,81 Franken zwar einen deutlichen Abschlag auf. Bereinigt man den gestrigen Schlusskurs aber um den Abspaltungs-Effekt, errechnete sich für Novartis nur ein Minus von rund 2 Prozent.

Manche Investoren auf falschem Fuss erwischt
Gemäss Händlern hat diese Kursentwicklung einige Marktteilnehmer überrascht, wenn nicht gar auf dem falschen Fuss erwischt. Denn zahlreiche Investoren hätten eher damit gerechnet, dass der Kurs nach einem freundlichen Start etwas zurückkommen würde und hätten entsprechend auf fallende Kurse gesetzt.

Mit den Kursen und der Marktkapitalisierung übertrifft Alcon auch die durchschnittlichen Schätzungen der meisten Analysten. Nur wenige hatten mit Anfangskursen jenseits der 55 Franken-Marke gerechnet.

Die eher pessimistische Einschätzung habe auch damit zu tun, dass Alcon nach ein paar schwachen Jahren erst im vergangenen Jahr der Turnaround gelungen sei. Erst mit einem Management-Wechsel Anfang 2016 hatten bekanntlich die Aufräumarbeiten bei Alcon begonnen. Die schwache Entwicklung dürfte überhaupt erst der Grund gewesen sein, dass Alcon von Novartis abgespalten wurde.

Branchenführer in wachsendem Markt
Heute gehört Alcon wieder zu den Branchenführern. Das Unternehmen ist sowohl in der Augenchirurgie als auch im Bereich Kontaktlinsen und Pflegemittel unterwegs. „Der Bedarf an Augenheilkunde wächst beachtlich, da unsere Bevölkerung altert und die Menschen mehr Zeit vor Bildschirmen und Mobilgeräten verbringen“, wurde CEO Endicott in einer Mitteilung von Alcon zitiert.

Alcon selbst stellt ein Wachstum in etwa mit der Branche in Aussicht, das derzeit auf ein Plus von etwa 4 Prozent pro Jahr geschätzt wird. Das Unternehmen hat sich ausserdem eine Verbesserung der Margen auf die Fahnen geschrieben. Bei einem Wachstum von vier Prozent ergäbe das ein klares Gewinnplus, meinte ein Experte. (awp/mc/ps)

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Firmeninformationen zu Alcon bei monetas

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