OC Oerlikon im 3. Quartal mit geringerem Umsatz

Jürg Fedier

Oerlikon-CEO Jürg Fedier.

Pfäffikon – OC Oerlikon hat im dritten Quartal 2013 wie erwartet einen geringeren Umsatz erzielt, jedoch beim Auftragseingang spürbar zugelegt. Insbesondere die Auftragsvolumen bei Manmade Fibers und Drive Systems stiegen an. Das Unternehmen setzt weiter auf regionale Expansion sowie neue Produkte und Technologien. Die Guidance für das Gesamtjahr wurde bestätigt.

Gegenüber dem Vorjahresquartal sank der Umsatz im Berichtszeitraum um 5,2% auf 697 Mio CHF. Der Auftragseingang wuchs hingegen um 6,7% auf 712 Mio, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT erreichte 88 Mio verglichen mit 99 Mio im Vorjahreszeitraum, die entsprechende Marge betrug 12,6% (VJ 13,5%). Mit diesem Zahlenset wurden die Erwartungen der Analysten beim Umsatz erreicht, bei Auftragseingang und EBIT übertroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 698 Mio CHF, für den Bestellungseingang bei 708 Mio und den EBIT bei 85 Mio.

«Der hohe Bestellungseingang ist ein positives Signal unserer wichtigsten Endmärkte. Allerdings werden wir unser konsequentes Kostenmanagement fortsetzen, bis wir diesen Trend eindeutig bestätigt sehen», wird CEO Jürg Fedier in der Mitteilung zitiert.

Profitabilität trotz Umsatzrückgang gehalten
Trotz eines für alle Segmente des Konzerns schwierigen Marktumfelds sei ein anhaltend hohes Profitabilitätsniveau im dritten Quartal erwirtschaftet worden, schreibt das Unternehmen weiter. Die Profitabilität sei in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 sequenziell kontinuierlich verbessert worden. Die Umsatzentwicklung sei wie erwartet verlaufen, heisst es weiter.

Manmade Fibers und Coating erzielen Grossteil des Gewinns
Der Bereich Manmade Fibers verzeichnete eine hohe Nachfrage und der Auftragseingang wuchs um 6,3%. Trotz des um 10% niedrigeren Umsatzes konnte der EBIT um 4,6% auf 46 Mio CHF gesteigert werden. Das Umsatzminus sei auf stichtagsbezogene Schwankungen bei Grossprojekten zurückzuführen, schreibt das Unternehmen weiter. Der Umsatz in Nordamerika sei durch die hohe Nachfrage nach einer neuen Teppichgarnmaschine von Oerlikon Neumag positiv beeinflusst worden. Hier erzielt Das Segment rund 15% des Geschäfts. Wichtigste Absatzregion bleibt Asien mit insgesamt 74%, wobei alleine China auf einen Anteil von 57% kommt.

Der Bereich Coating konnte mit einem Umsatz von 123 Mio CHF das Niveau des Vorjahres fast erreichen. Der EBIT von 25 Mio entspricht einer Marge von gut 20%, einer leichten Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insbesondere die höhere Nachfrage aus der globalen Autoindustrie, vor allem aus China und den USA, hätten zum Wachstum beigetragen, schreibt das Unternehmen. Die regionale Expansion und neue Produkte und Anwendungen würden ebenso zur Umsetzung der Wachstumsstrategie des Segments gehören.

Gewinnrückgang bei Drive Systems
Das schwierige Marktumfeld habe weiter Drive Systems belastet. Die Nachfrageschwäche bei schweren Baumaschinen, Schienenfahrzeugen und Infrastruktur in China und den USA halte an. Unterdessen zeigte sich der Markt der Agrarmaschinen stabil und aus dem Energiesektor wurden projektbezogene Bestellungen für 2014 verbucht. Während der Auftragseingang um 13% zulegte sank der Umsatz um 12% auf 172 Mio CHF. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT ging auf 6 Mio nach 18 Mio zurück.

Vacuum konnte sowohl Umsatz (+6,5%, 98 Mio CHF) als auch EBIT (+13%, 9 Mio) steigern. Hier hätten sich die Marktsegmente FuE, Analytik und Glasbeschichtung gut entwickelt. Der wichtigste Endmarkt Prozessindustrie sei jedoch schwierig. Bei der Solar- und Halbleiterindustrie halte die Nachfrageschwäche an.

Der kleinste Bereich Advanced Technologies konnte ein Umsatzplus von 10% auf 22 Mio CHF verbuchen, operativ wurde ein Verlust auf Vorjahresniveau von 1 Mio ausgewiesen. Die Nachfrage nach Hochleistungshalbleitern und Touchpanel-Anwendungen sei gut gewesen, die Halbleitermärkte insgesamt seien jedoch weiter schwach. Hier rechnet das Unternehmen erst 2014 mit einer Erholung.

Ausblick bekräftigt – Ebit-Marge «um die 12 %» erwartet
Die Guidance für das Gesamtjahr wird bekräftigt. Das Management rechnet weiter mit einem gegenüber dem Vorjahresniveau weitgehend unveränderten Bestellungseingang und Umsatz. Die Guidance für die Profitabilität wurde präzisiert. Oerlikon rechnet mit einer EBIT-Marge von «um die 12%». Zuvor wurde eine zugrundeliegende Profitabilität auf Vorjahresniveau erwartet (VJ 13,2%). (awp/mc/pg)

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