OC Oerlikon steigert Q1-Umsatz um 6 Prozent

Michael Buscher

OC-Oerlikon-CEO Michael Buscher.

Pfäffikon – Der Industriekonzern OC Oerlikon hat im ersten Quartal 2012 den Umsatz gesteigert, während der Auftragseingang rückläufig war. Klar höher als im Vorjahr fiel der EBIT aus, begünstigt durch den Verkauf eines Industrieareals. Aber auch ohne diesen Einmaleffekt konnte die Marge leicht verbessert werden. Für den bisherigen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012 sieht das Unternehmen Aufwärtspotential. Der Umsatz mit den weitergeführten Geschäften stieg um 6% auf 961 Mio CHF, in Lokalwährungen wären es +11% gewesen. Der Auftragseingang ging dagegen um 12% auf 996 Mio zurück.

Der Auftragsbestand per Ende März sank gegenüber Ende 2011 um gut 9% auf 1,35 Mrd CHF, wie Oerlikon am Montag mitteilte. Der Rückgang des Bestellungseingang sei wie erwartet ausgefallen, nachdem im «aussergewöhnlich guten» ersten Quartal 2011 die Kunden nach der Finanzkrise ihre Lager wieder aufgefüllt hätten, heisst es. Im zweiten Semester 2011 hätten sich die Bestellungen dann stabilisiert und im ersten Quartal 2012 auf diesem Niveau gehalten.

Profitabilität verbessert
Zum Umsatzwachstum haben den Angaben zufolge alle Segmente beigetragen mit Ausnahme der Divisionen Vacuum und Advanced Technologies, bedingt durch die anhaltende Schwäche im Solarmarkt. Die Steigerungen in den übrigen Segmenten kamen vor allem dank den USA und China zustande. Der EBIT legte im Berichtsquartal gegenüber dem Vorjahr um 43% auf 152 Mio CHF zu, entsprechend einer Marge von 15,8%. Darin ist der Veräusserungsgewinn aus dem Verkauf des Werkgeländes in Arbon von 39 Mio CHF enthalten, nicht jedoch das veräusserte Solar-Geschäft, das als nicht mehr weitergeführte Aktivität verbucht wird. Auf vergleichbarer Basis legte der EBIT um knapp 7% auf 113 Mio zu und die Marge auf 11,8 von 11,7%.

Deutlich verbesserte Margen bei Textile und Drive Systems
Haupttreiber dieses Ergebnisses waren laut Mitteilung deutlich verbesserte Margen in den Segmenten Textile und Drive Systems, sowie die anhaltend hohe Profitabilität der Segmente Vacuum und Coating. Ausserdem haben Effizienz-Massnahmen sowie höhere Volumina eine Steigerung der Profitabilität bewirkt. «Dies ist ein guter Jahresauftakt für Oerlikon», wird CEO Michael Buscher in der Mitteilung zitiert. Die Rendite auf dem eingesetzten Kapital (ROCE) lag im ersten Quartal bei 17,6%, nach 16,5% im Gesamtjahr 2011.

Mit den vorgelegten Zahlen hat OC Oerlikon die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 949 Mio CHF, für den Auftragseingang bei 927 Mio und für den EBIT inklusive des Sondergewinns bei 147 Mio.

Ausblick 2012 mit Aufwärtspotenzial
Die im vergangenen März bekanntgegebene Veräusserung des Bereich Solar an das japanische Unternehmen Tokyo Electron Limited (TEL) soll bis im Sommer 2012 abgeschlossen sein. Der Erlös aus dem vor zwei Wochen angekündigten Verkauf des Anteils an den Pilatus Flugzeugwerken wird im zweiten Quartal verbucht.

Was die weitere Zukunft angeht, zeigt sich OC Oerlikon optimistisch. Für den bestehenden Ausblick sehe man «Steigerungspotential bei Geschäftsvolumen und Profitabilität», heisst es in der heutigen Mitteilung. Bisher stellte das Unternehmen eine EBIT-Marge von 11% in Aussicht sowie einen Rückgang von Umsatz und Bestellungen von bis zu 5%. Laut Pressesprecher Burkhard Böndel zeichnet sich bereits ab, dass der Ausblick im Jahresverlauf nach oben revidiert werde, derzeit sei es dazu aber noch zu früh.

Weitere Marktanteile im Visier
Das Unternehmen will sich im laufenden Jahr weiter auf die Steigerung der Effizienz und der zugrunde liegenden Performance fokussieren. Dazu sollen Massnahmen diszipliniert umgesetzt werden, wie es heisst. Oerlikon wolle durch Innovationen weitere Marktanteile gewinnen, die globale Präsenz durch die fortgesetzte regionale Expansion weiterentwickeln und das Portfolio weiter optimieren. (awp/mc/upd/ps)

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