Orell Füssli will bis 2028 50 Prozent mehr Umsatz erzielen

Orell Füssli will bis 2028 50 Prozent mehr Umsatz erzielen
Anlage zum Druck von Banknoten bei Orell Füssli. (Bild: Orell Füssli)

Zürich – Orell Füssli hat sich ehrgeizige Ziele gesteckt. Bis im Jahr 2028 will die Industrie- und Handelsgruppe den Umsatz um rund einen Drittel steigern. Bestehende Geschäftsfelder sollen ausgebaut, gleichzeitig besonders im Digitalbereich neue Chancen genutzt werden.

«Die Grundlage für das Wachstum bilden die globalen Mega-Trends Sicherheit und Bildung», sagte Gruppen-Chef Daniel Link am Donnerstag am Kapitalmarkttag. Damit soll der Umsatz 2028 über 300 Millionen Franken betragen – im Geschäftsjahr 2021 waren es 210,4 Millionen. 30 bis 50 Millionen des Wachstums sollen aus dem Digitalgeschäft kommen.

Gleichzeitig will das Unternehmen profitabler werden. «Alles was wir tun, soll profitables Wachstum generieren und wenig kapitalintensiv sein», so Link. Der Konzern strebt bis 2028 ein EBIT-Marge von über 8 Prozent an – 2021 lag diese bei 7,3 Prozent. Auch die Aktionäre sollen profitieren: 60 bis 80 Prozent des Reingewinns will Orell Füssli als Dividende ausschütten.

Digitale Sicherheit
Wie so viele Unternehmen ist auch Orell Füssli von der Digitalisierung herausgefordert. Identitäts- und Eigentumsschutz würden gerade auch im digitalen Bereich immer wichtiger, so Link. Der Konzern will daher diese Geschäftsfelder weiter ausbauen und mit dem Bereich digitaler Nachweise ein neues erobern.

Unter anderem hat Orell Füssli die Swisscom mit ins Boot geholt. Gemeinsam arbeiten die Konzerne an digitalen Zertifikaten für das Geschäftsleben, etwa zur Altersbestimmung im Netz oder an Selbstbedienungsautomaten.

Immer mehr Bargeld
Weiteres Wachstumspotenzial sieht die Gruppe auch im Sicherheitsdruck. Wichtigster Kunde ist die Schweizer Nationalbank. «Trotz des Trends zum bargeldlosen Zahlen steigt die Anzahl der sich im Umlauf befindlichen Banknoten», so Link. Dies zeigten die Daten – weder die Finanzkrise, noch Kryptowährungen, noch die Corona-Pandemie hätten daran etwas geändert.

Gleichzeitig würden die Anforderungen von Noten und Ausweisdokumenten immer komplexer. «Ständig kommen neue Sicherheitsmerkmale und Technologien dazu», sagte der CEO. Damit würde die Noten und Dokumente auch teurer, wovon die Gruppe aber profitieren will.

Lebenslanges Lernen
Im Bereich Bildung hat die Gruppe den Lehrmittelverlag Hep übernommen. Damit habe man eine solide Basis, um vom Trend zum lebenslangen Lernen zu profitieren. Der globale Bildungsmarkt wachse seit 30 Jahren, so CEO Link.

Auch hier liegt die Zukunft im Digitalen. «Das Lernen verlagert sich immer mehr aus dem Klassenzimmer ins Internet», bringt es Link auf eine griffige Formel. Entsprechend will er das E-Learning-Anbebot weiter modernisieren und ausbauen.

Mehr Bücherläden
Aber auch dank dem Buchhandel will die Gruppe ihre ehrgeizigen Ziele bis 2028 erreichen. Trotz des Umsatzverlustes im Büchermarkt in den letzten zehn Jahren von einem Viertel plant Orell Füssli, das Filialnetz auszubauen. In drei bis fünf Jahren soll die Anzahl Filialen auf 60 von 49 steigen.

Link ist überzeugt, dass Bücherläden weiter ihre Berechtigung haben. Nicht zuletzt sollen sie der Kundenbindung dienen. Natürlich will Orell Füssli aber auch im Online-Buchhandel führend sein. Insgesamt verfolgt der Konzern somit eine Omni-Channel-Strategie, also die Verzahnung aus Online-Handel und Bücherläden. (awp/mc/ps)

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