Parahotellerie mit schlechter Wintersaison

Fredi Gmür

Fredi Gmür, CEO Schweizer Jugendherbergen und Präsident Parahotellerie Schweiz. (Foto: zvg)

Zürich – Die Schweizer Parahotellerie blickt aufgrund des anhaltend starken Frankens und des fehlenden Schnees auf schwache Wintermonate zurück. Die fünf Mitglieder Bed and Breakfast Switzerland, Interhome, Reka, Schweizer Jugendherbergen und TCS Camping verbuchen für die Periode vom 1. November 2015 bis April 2016 deutlich weniger Logiernächte als im Vorjahr.

Laut einer Umfrage von Parahotellerie Schweiz von Anfang Mai gingen die Logiernächte bei den Schweizer Jugendherbergen (SJH) im Vorjahresvergleich um satte 10% zurück und Interhome verzeichnete bei den Reservierungen ein Minus von 3,6%. Und auch der Campingplatz-Betreiber TCS weist ein Rückgang um 2% aus. Einzig Reka konnte die Anzahl Logiernächte um 1% steigern.

 Starker Franken und schlechte Schneelage belasten
Gründe für die schwachen Zahlen waren laut Parahotellerie Schweiz der starke Franken und die schlechte Schneelage; dies habe die Gäste aus dem europäischen Umland davon abgehalten, Skiferien in der Schweiz zu verbringen. Zudem trugen die diesjährig frühen Ostern mit ihrem mässigen Wetter zum schlechten Ergebnis bei, wie es in einer Mitteilung vom Montag heisst.

Demnach seien auch die Erwartungen für die Sommer- und Herbstsaison – vor allem bezüglich ausländischer Gäste – verhalten. Das Buchungsverhalten sei weiterhin zurückhaltend, heisst es. So liegen etwa die Jugendherbergen beim Buchungsstand rund 3% hinter dem Vorjahr zurück.

Einheimische Buchungen legen zu
Erfreulicher zeigt sich die Lage bei den einheimischen Buchungen. Die Reservationen und Buchungseingänge weisen laut der Umfrage bei allen Mitgliedern daraufhin, dass mehr Schweizer als üblich ihre Ferien im Inland verbringen werden. Für die Sommermonate verzeichnet etwa der Ferienhaus-Vermittler Interhome bei den Schweizer Buchungen ein Plus von 16%, nachdem es im Winter erst +1,9% gewesen waren.

Dieser Trend verdeutlicht laut Parahotellerie Schweiz, dass aufgrund der angespannten geopolitischen Lage vormals beliebte Reiseländer wie die Türkei oder Ägypten als unsicher gelten und Schweizerinnen und Schweizer vermehrt hierzulande Urlaub buchen («Cocooning-Effekt»).

Neben einer erhöhten Binnennachfrage sind laut Mitteilung zwei weitere Trends feststellbar. Erstens wird die Aufenthaltsdauer im Schnitt kürzer, zweitens werde aufgrund von Onlinebuchungsseiten immer kurzfristiger gebucht. So hätten etwa die guten Wetterprognosen über Auffahrt auf den 27 Plätzen von TCS Camping kurzfristig für einen grossen Ansturm gesorgt, heisst es. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.