Petroplus: Nachlassverfahren-Antrag gestellt

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Petroplus-Raffinerie in Cressier.

Zug – Der Raffineriebetreiber Petroplus hat in der Schweiz einen Antrag auf Nachlassstundung eingereicht. Für seine Ländergesellschaften in Deutschland und Frankreich beantragte er die gleichen Prozeduren entsprechend dem jeweiligen Landesrecht. In der Schweiz betrifft der Antrag auf Nachlassstundung die Dachgesellschaft Petroplus Holding und die schweizerische Petroplus Marketing, wie das Unternehmen am Mittwochabend mitteilte.

In Deutschland stellte Petroplus für die Tochtergesellschaften den Antrag auf die Einleitung eines Insolvenzverfahrens. Betroffen davon sind die Marimpex Mineralöl-Handelsgesellschaft, Petroplus Bayern, Petroplus Tankstorage Holding Deutschland sowie die Petroplus Raffinerie Ingolstadt, welche die Raffinerie in der deutschen Stadt betreibt. Das zuständige Gericht ernannte die Kanzlei Jaffé Rechtsanwälte zur Insolvenzverwalterin, wie Petroplus schreibt.

Antrag auf Reorganisationsverfahren in Frankreich
In Frankreich beantragte Petroplus für die dortigen Tochtergesellschaften ein Reorganisationsverfahren (redressement judicaire). Dieser Antrag umfasst Petroplus Holding Frankreich, Petroplus Marketing Frankreich sowie die beiden französischen Raffineriebetreiberinnen Petroplus Raffinage in Reichstett und in Petit-Couronne. Für die britischen Raffinerien in Coryton und Teeside fiel bereits am Dienstag ein richterlicher Entscheid: Im Rahmen einer Nachlassstundung werden sie von PricewaterhouseCoopers (PwC) zwangsverwaltet.

Probleme wegen Überkapazitäten
Petroplus kann Schuldverschreibungen und Anleihen im Wert von 1,75 Mrd USD nicht mehr zurückzahlen. Als Grund für das Scheitern des an der Schweizer Börse kotierten Unternehmens gelten die Überkapazitäten auf dem europäischen Markt. In arge Schwierigkeiten war Petroplus Ende Dezember geraten, nachdem kreditgebende Banken noch nicht bezogene Kredite in Höhe von 1 Mrd eingefroren hatten. Das Unternehmen konnte kein Rohöl zur Verarbeitung mehr kaufen. Am Standort Cressier im Kanton Neuenburg beschäftigt das Unternehmen rund 260 Mitarbeitende. Was mit ihnen genau passieren wird, ist unklar.

Petroplus weist Vorwürfe des betrügerischen Bankrotts zurück
Petroplus weist Vorwürfe einer betrügerischen Bankrotterklärung zurück. Diese beziehen sich auf eine Untersuchung der französischen Behörden, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Petroplus bestreitet, dass irgendwelche Geschäftseinheit des Konzerns liquide Mittel der französischen Tochter nach der Insolvenzerklärung abgezogen hätte. Beim Streitfall handelt es sich um zwei Kontoguthaben der französischen Tochter Petroplus Marketing France SAS bei der Deutschen Bank in der Höhe von 124 Mio und 59 Mio EUR. Die Deutsche Bank hatte, als einer der Kreditgeber von Petroplus, diese nach der Insolvenzerklärung der Petroplus gemäss den Bestimmungen der Revolvierenden Kreditfaszilität zurücktransferiert. (awp/mc/upd/ps)

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