Pfister fordert breites Sicherheitsverständnis und schnelle Aufrüstung
Klosters – Wenige Tage vor dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos trafen sich in Klosters über 200 Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Vertreter aus Politik, Verbänden und Wissenschaft zur Gewerblichen Winterkonferenz des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv. Bundesrat Martin Pfister stimmte die Teilnehmenden auf herausfordernde Zeiten ein: Die geopolitische Lage habe sich weltweit, insbesondere in Europa, deutlich verschärft und sei von wachsender Unsicherheit geprägt – eine sicherheitspolitische «Zeitenwende».
An der Winterkonferenz des Gewerbes in Klosters warnte Bundesrat Martin Pfister vor den Unsicherheiten des tiefgreifenden Wandels in der internationalen Ordnung. Eine klare Perspektive sei derzeit kaum erkennbar. «Die Antwort kann nur eine vorausschauende und breit abgestützte Vorbereitung sein», betonte er.
Sicherheit neu denken
Der Bundesrat machte deutlich, dass Sicherheit nicht mehr allein militärisch definiert werden könne. «Wir müssen die Schweiz und ihre Sicherheit umfassender denken – als gemeinsame Aufgabe von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft», sagte er. Dabei hob Pfister die zentrale Rolle Europas hervor: «Das Verhältnis zu Europa und unsere Rolle darin sind entscheidend – politisch wie wirtschaftlich.»
In diesem Zusammenhang verwies er auch auf die Bedeutung Europas: «Das Verhältnis zu Europa und die Rolle der Schweiz darin kann uns nicht egal sein. Damit werden wir uns in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen müssen – in der Politik ebenso wie in der Wirtschaft.»
Armee muss rasch handlungsfähig werden
Pfister forderte eine zügige Schliessung bestehender Fähigkeitslücken bei Munition, Ausrüstung und Systemen. Entscheidende Projekte seien die neuen Kampfflugzeuge F-35, der Aufbau einer integrierten Luftverteidigung und Systeme zur Drohnenabwehr. Zudem müsse die Armee angesichts technologischer Entwicklungen agiler werden. Als Beispiel nannte er das Kommando Cyber, in dem Milizangehörige und zivile Fachkräfte gemeinsam an der digitalen Verteidigung arbeiten. Gesetzliche Anpassungen, etwa beim Kriegsmaterialgesetz, stärken gemäss Bundesrat Martin Pfister zusätzlich die heimische Rüstungsindustrie. Sein Fazit: «Ohne eigene Rüstungsindustrie kann die Schweiz ihre Sicherheit im Krisenfall nicht gewährleisten.»
Seine Kernforderungen: Fähigkeitslücken schnell schliessen: Munition, Systeme und Ausrüstung beschaffen. Technologische Anpassung: Armee agiler machen gesetzliche Grundlagen stärken: Kriegsmaterialgesetz und Exportmöglichkeiten sichern. Breites Sicherheitsverständnis: Staat, Wirtschaft und Gesellschaft müssen gemeinsam handeln. Wirtschaftliche Resilienz: Strategische Abhängigkeiten reduzieren, Innovationskraft und Know-how in der Schweiz halten. (sgv/mc)