Pleiten bei Firmen und Privatpersonen bleiben auf Rekordniveau

Pleiten bei Firmen und Privatpersonen bleiben auf Rekordniveau
(Bild: Syda Productions / AdobeStock)

Zürich – Aufgrund einer Gesetzesänderung steuern die Firmenkonkurse 2026 auf ein Rekordniveau zu. Gleichzeitig dürfte auch die Zahl der Firmengründungen in diesem Jahr einen neuen Höchststand erreichen.

Konkret stieg die Zahl der Firmeninsolvenzen in den ersten neun Monaten des Jahres um knapp 38 Prozent auf 13’660. Im September alleine wurden zudem erstmals über 1800 Konkurse über Firmen verhängt, wie der Gläubigerverband Creditreform am Mittwoch in einer Mitteilung schreibt.

Hauptgrund für den starken Anstieg sei eine Gesetzesänderung, die Anfang 2025 in Kraft trat, sich aber erst ab Mai auswirkte. Seither müssen auch öffentlich-rechtliche Gläubiger ein Konkursverfahren gegen säumige Unternehmen einleiten und sind damit privaten Gläubigern gleichgestellt. Zuvor hätten viele Unternehmen ihre Insolvenz noch hinauszögern können. Dies sei nun nicht mehr möglich, hiess es.

Vorjahresrekord könnte deutlich übertroffen werden
Auch der seit mehreren Jahren andauernde Gründungsboom trage einen Anteil an den hohen Konkurszahlen, so Creditreform. Besonders in den ersten drei bis fünf Jahren ihrer Existenz tragen Jungunternehmen ein sehr hohes Konkursriksiko.

Sollte der Trend mit auf dem Tempo anhalten, könnte es in diesem Jahr über 19’000 Firmenpleiten geben, prognostiziert Creditreform. Damit würde der Rekord aus dem Vorjahr mit 14’314 Konkursen noch einmal deutlich übertroffen werden. Zum Vergleich: 2019, also im Jahr vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, wurden rund 8000 Firmenkonkurse verzeichnet.

Auch Privatkonkurse steigen
Weiter zugenommen haben auch die Privatkonkurse von lebenden Personen. Diese stiegen um knapp 17 Prozent auf 1650 an. Der Trend aus dem Vorjahr setzte sich damit fort. Für das Gesamtjahr erwartet Creditreform einen Wert rund 6 Prozent über Vorjahresniveau.

Weniger stark legten die Konkurse nach dem Ableben einer Person, in Folge von ausgeschlagenen Nachlässen durch die Nachkommen zu. Diese legten um knapp 4 Prozent auf 6353 zu.

Neugründungen ziehen an
Auf der anderen Seite gab es zwischen Januar und September 2026 2,1 Prozent mehr Neugründungen. Insgesamt wurden 41’706 Firmen neu in das Handelsregister eingetragen. Jedoch stieg die Zahl der Löschungen mit 4,9 Prozent noch etwas stärker an. Unter dem Strich steht netto ein Plus von 14’994 Firmen, dies ist etwas weniger als im Vorjahreszeitraum (-2,7 Prozent).

Für das laufende Jahr erwartet Creditreform ein Wachstum der Neueintragungen um 1,7 Prozent auf 56’600. Das Plus bei den Löschungen soll mit 5,3 Prozent etwas darüber ausfallen. Netto dürften der Prognose zufolge 20’900 Firmen mehr hinzukommen, was einem Minus von 3,9 Prozent entspricht. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert