Polypeptide erzielt operativ deutliche Fortschritte
Zug – Polypeptide hat die operative Leistung im Geschäftsjahr 2025 deutlich verbessert. Unter dem Strich fiel aber erneut ein Verlust an. An den ambitionierten Zielen für die nächsten Jahre hält das Unternehmen fest.
Der Umsatz des Auftragsentwicklers und -herstellers von Peptiden stieg 2025 wie vorangekündigt um 15,6 Prozent auf 389,3 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Ein wesentlicher Treiber war laut Polypeptide die Umsätze mit GLP-1-Anwendungen («Schlankmacher-Spritzen»).
Deren Anteil an den Verkäufen kletterte auf 57 Prozent nach 40 Prozent im Jahr davor. Das Plus von 7,9 Prozent bei den kommerziellen Aktivitäten war der Inbetriebnahme einer neuen in Braine-l’Alleud zu verdanken. Der entwicklungsbezogene Umsatz stieg gar um knapp 30 Prozent.
Operativ machte Polypeptide ebenfalls Fortschritte: Der Gewinn auf Stufe EBITDA lag mit 46,7 Millionen Euro um 84 Proznt über dem Vorjahreswert und die Marge erreichte 12,0 Prozent nach 7,5 Prozent im Vorjahr.
Das ist etwas mehr, als Analysten erwartet hatten. Polypeptide führt hier höhere Produktionsmengen, eine verbesserte operative Leistung und einen optimierten Produktmix ins Feld.
Unter dem Strich blieb das Unternehmen mit einem Verlust von 21,2 Millionen Euro allerdings in den roten Zahlen. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag bei 19,6 Millionen gelegen. Eine Dividende wird erneut nicht ausgeschüttet.
Die Investitionen in neue Kapazitäten blieben derweil hoch, um die Chancen im Bereich GLP-1 zu nutzen. Konkret betrugen die Investitionen (Capex) 110,0 Millionen Euro oder 28,2 Prozent des Umsatzes. Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit wurde gleichzeitig mit 77,5 Millionen deutlich verbessert.
Mittelfristziele bestätigt
Die Mittelfristziele werden bestätigt. Diese sehen vor, dass Polypeptide den rapportierten Umsatz im Zeitraum von 2023 bis 2028 verdoppeln. Bei der Profitabilität erwartet Polypeptide bis 2028 die Annäherung der EBITDA-Marge an die Marke von 25 Prozent.
Auf dem Weg dorthin rechnet das Unternehmen in 2026 mit einem Umsatzwachstum in Lokalwährungen von 20 bis 25 Prozent. Gleichzeitig werde die Marge im laufenden Jahr einen Wert im mittleren bis hohen Zehnerbereich erreichen. Die Investitionsausgaben dürften bei 15 bis 20 Prozent des Umsatzes liegen.
Polypeptide muss gleichzeitig einen neuen Finanzchef sichen. Denn CFO Marc Augustin wird per Ende März aus persönlichen Gründen zurücktreten. Die Suche nach einem Nachfolger wurde eingeleitet. Bis auf Weiteres wird Tim Brandl interimistisch in die Rolle des CFO schlüpfen. (awp/mc/ps)